10.06.2011 - 16:32
Aktionsplan zur Behindertenrechtskonvention am 15. Juni

Nach kurzem Gespräch © Rolf Barthel
In dem Gespräch, auf Bitte des Behindertenrates kurzfristig ermöglicht, wurden die Hauptkritikpunkte an dem Aktionsplan vorgebracht: Es fehle neben der menschrechtspolitischen Ausrichtung insbesondere eine klare Struktur mit deutlichen Zielvorgaben sowie gesetzgeberische Initiativen. Auch haben die Verbände mehr Engagement seitens der Bundesregierung als Aufschlag zur Umsetzung der Behindertenrechtsdkonvention erwartet. Es seien keine Maßnahmen erkennbar, um Menschenrechtsverletzung an behinderten Menschen zukünftig zu verhindern.
Der Behindertenrat unterstützt deshalb voll inhaltlich die Stellungnahme des Inklusionsbeirates der staatlichen Koordinierungsstelle vom 1. Juni, in welcher der Beirat die Bereitschaft zur weiteren Zusammenarbeit davon abhängig macht, dass die grundsätzlichen Anforderungen an einen Aktionsplan erfüllt werden.
Die Ministerin hingegen warb um Verständnis, dass nicht alle Forderungen seitens der Behindertenverbände Eingang in den Aktionsplan finden konnten und betonte, dass mit dem Aktionsplan ein Ausgangspunkt zur Umsetzung der Konvention geschaffen wurde. Der vorliegende Aktionsplan sei nicht das Ende, sondern lediglich der Anfang zur Umsetzung der Konvention. Eine Evaluierung des Aktionsplans soll bereits in zwei Jahren erfolgen.
Die Verbändebeteiligung bei der Entstehung des Aktionsplans war ebenfalls Thema des kurzen Gesprächs. Während diese von Seiten des Ministeriums als „breitestmöglicher Beteiligungsprozess“ angesehen wird, sieht sich der Deutsche Behindertenrat als unzureichend beteiligt, weil es keine Gespräche über die inhaltliche Ausgestaltung des Aktionsplans und der konkreten Maßnahmen gab. "Die Abstimmung allein zu den Handlungsfeldern ist nicht ausreichend. Im Arbeitausschuss des Focal Points im BMAS zur Erstellung des Aktionsplans sind zwar Vertreterinnen und Vertreter beteiligt, allerdings konnte aufgrund des späten Einbringens des ersten Entwurfs keine ausführliche inhaltliche Diskussion geführt werden", so wurde in der heutigen Mitteilung des Aktionsbündnisses der Behindertenverbände betont.
Die Vorsitzende des Sprecherrats, Barbara Vieweg, sagte nach dem Treffen: „Das Gespräch mit der Ministerin hat nichts daran geändert, dass der uns bislang vorliegende Aktionsplan kein Leitfaden zur Umsetzung der BRK in den nächsten 10 Jahren darstellt.“ sch
Aktionsplan zur Behindertenrechtskonvention am 15. Juni -- kobinet
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