2011-10-28

Fachtagung zur Sterbebegleitung Dementer und Behinderter

Fachtagung zur Sterbebegleitung Dementer und Behinderter

Das Thema Sterbebegleitung hat an Bedeutung gewonnen. Doch die spezielle Problematik dementer oder behinderter Menschen wurde bisher nicht genügend ernst genommen. Eine Tagung des Saarländischen Schwesternverbandes rückt das Thema ins Bewusstsein.
Von SZ-Redakteurin Cathrin Elss-Seringhaus
Saarbrücken. Unsere Gesellschaft wir immer älter, auch die Gruppe der Schwächsten wächst. Das Thema Demenz ist in aller Munde. 1,3 Millionen Kranke gibt es, 16 000 davon im Saarland. Doch was ist mit den Menschen, die sich ebenfalls nicht artikulieren können, den geistig Behinderten? Eine Meldepflicht für sie gibt es nicht, in Deutschland schätzt man ihre Zahl auf rund 400 000. Hier zu Lande könnten es – prozentual gerechnet – bis zu 6000 sein. „Man hat diese Gruppe lange tabuisiert und nicht ernst genommen, also hat man auch nicht über ihr Sterben nachgedacht. In der Pflege wird viel geforscht, aber nicht gezielt in Richtung Behinderung“, das sagt der Sonderpädagogik-Experte Dr. Andreas Fröhlich (Kaiserslautern).

Und er meint: „Wir sind am Aufwachen. Das ist das andere Ende der Inklusion“. Fröhlich referiert am 27. Oktober bei der Fachtagung des Schwesternverbandes in Ottweiler über die spezielle Sterbe-Situation von Menschen mit schweren Behinderungen. Ihnen fehlt die Einsicht in die eigene Endlichkeit. Sie „wissen“ nicht, dass sie sterben. Bei Demenzkranken existieren unter Umständen aber Patientenverfügungen, die den Pflegenden Hinweise auf die Wünsche geben. Auch können Angehörige über das Leben der Sterbenden Auskunft geben und Anknüpfungspunkte liefern, mit denen man sie erreicht (Biografiearbeit). Dem hingegen haben Behinderte in der Regel weder Ehepartner noch Kinder, sind fast ausschließlich auf professionelle Betreuung angewiesen. Und: Die Biografien der heute Alten unter ihnen weisen oft Lücken und Brüche auf.

Auf die Schulzeit folgte meist die Werkstätte (Arbeitsplatz und Wohnplatz), im Alter ein Pflegeheim. Fröhlich: „Fotos, Erinnerungsstücke, Spielzeug – all das fehlt.“ ein Problem: „HerkömmliLaut Fröhlich sind die Heime noch nicht auf alte Behinderte eingestellt: „Ich fürchte, die jetzt anlaufende Diskussion kommt für die heutigen Älteren zu spät.“
Fachtagung zur Sterbebegleitung Dementer und Behinderter

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