2011-10-26

Gewalt gegen Wehrlose wird belohnt | kurier.at

Gewalt gegen Wehrlose wird belohnt

Diskriminierung: Wer ein behindertes Opfer sexuell missbraucht, kommt mit weniger Strafe davon als "normale" Vergewaltiger.

Letztes Update am 25.10.2011, 15:16
missbrauch

Bei Behinderten müssen die Täter mangels Widerstandsfähigkeit keine Gewalt einsetzen – das mildert die Strafe.
Die Aufdeckung von sexuellem Missbrauch in Heimen bringt auch eine Diskriminierung im Strafrecht ans Tageslicht: Für den Gesetzgeber ist der Unrechtsgehalt geringer, wenn es sich beim Opfer um eine behinderte oder wehrlose Person handelt. In solchen Fällen wird angenommen, dass mangels Widerstandsfähigkeit des Opfers vom Täter gar keine Gewalt eingesetzt werden musste - weshalb das Delikt mit höchstens fünf Jahren Haft bedroht ist.
Die "normale" Vergewaltigung ist hingegen mit bis zu zehn Jahren zu bestrafen.
Wer ein (geistig) beeinträchtigtes Opfer auswählt, wird also belohnt.

Die Grüne Behindertensprecherin Helene Jarmer hat deshalb im Parlament einen Entschließungsantrag zur Gesetzesänderung beziehungsweise Verschärfung eingebracht. Sie fordert, dass die Vergewaltigung unter Ausnützung der besonderen Wehrlosigkeit mit der "typischen" Vergewaltigung gleichgestellt wird (siehe Artikelende).

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