2011-11-25

Kultusminister ignorieren Ziele der Behindertenrechtskonvention -- kobinet

25.11.2011 - 17:51

Kultusminister ignorieren Ziele der Behindertenrechtskonvention.

Berlin (kobinet) Die Kultusminister ignorieren nach Einschätzung des Sozialverbands Deutschland die Ziele der Behindertenrechtskonvention der Vereinten Nationen. Verbandspräsident Adolf Bauer erklärte: "Nach über zwei Jahren Beratung sind die heute veröffentlichten Empfehlungen der Kultusministerkonferenz eine tiefe Enttäuschung." Anstatt das gemeinsame Lernen von Kindern mit und ohne Behinderungen voranzubringen, blieben die Empfehlungen "ein zahnloser Tiger". Den in der UN-Behindertenrechtskonvention festgeschriebenen Vorrang des gemeinsamen Lernens ließen die Empfehlungen außer Acht.

"Das Recht behinderter Kinder auf Regelschule wird weder anerkannt noch umgesetzt", kritisierte Bauer. Unter dem Begriff der Inklusion will die Kultusministerkonferenz alles verstanden wissen, was die Bildungslandschaft in Deutschland heute schon vorsieht. Vor dem Hintergrund einer Integrationsquote von unter 20 Prozent sei das nicht akzeptabel.

"Damit ignoriert die Kultusministerkonferenz maßgebliche Wertsetzungen des Artikels 24 der UN-Behindertenrechtskonvention", stellt der Verbandspräsident fest. "Wer die inklusive Bildung von Kindern und Jugendlichen ernsthaft verwirklichen will, darf nicht nur den Mund spitzen, sondern muss auch pfeifen. Behinderte Kinder brauchen ein verbindliches Zugangsrecht zur Regelschule." sch

Kultusminister ignorieren Ziele der Behindertenrechtskonvention -- kobinet

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