2011-11-04

Tausende Patientenakten psychisch Kranker frei im Internet einsehbar | Security | News | ZDNet.de

Tausende Patientenakten psychisch Kranker frei im Internet einsehbar

Tausende Datensätze psychisch kranker Menschen aus Schleswig-Holstein waren nach Informationen der Lübecker Nachrichten monatelang für jedermann im Internet abrufbar. Der Datenschutzbeauftragte des Landes, Thilo Weichert, erklärte gegenüber der Nachrichtenagentur DPA, man werde am Montag den verantwortlichen Internetdienstleister Rebus in Rendsburg aufsuchen, um zu klären, wie es dazu kommen konnte und ob rechtswidriges Verhalten vorliege.
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Kiel/WinnendenSensible Patientendaten offen im Internet

Hochsensible Patientendaten psychisch schwer kranker Menschen sind frei im Internet abrufbar gewesen. Betroffen waren vor allem Patienten in Norddeutschland, aber auch welche in Einrichtungen in Winnenden (Rems-Murr-Kreis), Heilbronn und Wiesloch (Rhein-Neckar-Kreis).
Etwa 390 Dokumente aus diesen drei baden-württembergischen Einrichtungen sollen frei zugänglich gewesen sein. In Schleswig-Holstein waren sogar mehrere tausend Dokumente unverschlüsselt zu lesen. Sensibler hätten die Daten nicht sein können, sagte Carola Drechsler, zuständige Referatsleiterin im Unabhängigen Landeszentrum für Datenschutz (ULD) in Kiel, am Freitag dem SWR.
Die Patientendaten - unter anderem Behörden- und Klinikbriefe sowie medizinische Befunde - waren möglicherweise monatelang offen einsehbar. Der Großteil stammte aus einem Sozial- und Therapiezentrum in Rendsburg (Schleswig-Holstein).
www.swr.de

Befunde psychisch Kranker im Netz


RENDSBURG. Es ist der bislang größte Datenskandal im Gesundheitswesen Schleswig-Holsteins: Die Akten von tausenden psychisch schwer kranken Patienten waren frei im Internet abrufbar. Es handelte sich um Behörden- und Klinikbriefe sowie medizinische und psychologische Befunde mit Vor- und Zunamen, Geburtsdatum und der Art des Leidens. Darunter amtsärztliche Gutachten über Schizophrenien, Verhaltensstudien von Patienten mit Süchten, Psychosen oder Angststörungen und Bescheide über die Unterbringung in therapeutischen Wohngemeinschaften.

Verantwortlich dafür ist die "Rebus GmbH" in Rendsburg, die seit über zehn Jahren eine Datenbank für soziale Dienste betreibt. Sie lagert Patientenakten digital, erstellt Abrechnungen für Betreuungsleistungen.

Schleswig-Holsteins oberster Datenschützer Thilo Weichert: "Wir selbst konnten 2500 vertrauliche Dokumente einsehen, haben sie zur Beweissicherung gespeichert". Dies sei in einer Phase geschehen, als der Server bereits heruntergefahren worden sei. Insgesamt sollen 3593 Dokumente monatelang zugänglich gewesen sein. Das Unabhängige Landeszentrum für Datenschutz wird die "Rebus GmbH" am Montag mit einem Prüfteam besuchen, um zu klären, wie es zu dem Datenleck kommen konnte.

"Es ist eine Katastrophe, und wir haben noch keine Erklärung dafür", sagt Heike Rullmann, Geschäftsführerin der "Rebus GmbH".
Und Thomas Brust, Prokurist der Firma, fügt hinzu: "Unser System ist aufwendig verschlüsselt und mit kryptischen Passwörtern gesichert. Ein Teil der Informationen lag jedoch außerhalb dieses Schutzes und war über eine Internetadresse ohne Passwort-Abfrage zugänglich."

Warum? Erfahrungsgemäß seien bei derartigen Pannen Schludrigkeit oder technisches Unvermögen die Ursache, sagt Datenschützer Weichert. wedel-schulauer-tageblatt.de

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