2011-12-10

Lieber ins Gefängnis als in die Psychiatrie

06.12.2011 20:31 UhrVon Kerstin GehrkeKommentare: 9

Nach drei Jahren in der Psychiatrie

Simulant will endlich ins Gefängnis

Lieber ins Gefängnis als in die Psychiatrie: Ein mutmaßlicher Räuber steht erneut vor Gericht. Foto: dpa
Lieber ins Gefängnis als in die Psychiatrie: Ein mutmaßlicher Räuber steht erneut vor Gericht. - Foto: dpa
Drei Jahre lang saß ein mutmaßlicher Räuber in der Psychiatrie. Gutachter hatten ihm abgenommen, "männliche Stimmen" hätten ihm seine Taten befohlen. Nun hat er sich als Simulant zu erkennen gegeben.
Lügen brachten dem Räuber einen Freispruch, die Freude aber war kurz. Joel B. landete als einer, den Stimmen kriminell machten, in der Gerichtspsychiatrie. Drei Jahre später will der 24-Jährige mit der Wahrheit geradewegs in die Strafhaft. Im Wiederaufnahmeverfahren versicherte er am Dienstag: „Das mit den Stimmen stimmte nicht.“ Er habe simuliert. Er wollte einer Haftstrafe entgehen und nicht als übler Gangster vor seiner Familie stehen. „Ich habe aber nicht gedacht, dass es so schrecklich ist in einem psychiatrischen Krankenhaus“, jammerte er. (...)
 Er ließ sich erneut begutachten und kam dem Gefängnis mehr als nah: Seit Juli sitzt der Mann wieder in U-Haft. Der Prozess geht am Freitag weiter. Dabei wird auch die Frage geklärt, ob die Zeit in der Psychiatrie aufs Strafmaß anzurechnen ist. (...)
Nach drei Jahren in der Psychiatrie: Simulant will endlich ins Gefängnis - Berlin - Tagesspiegel

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