2011-12-19

Pflegeheime werden transparenter | MAIN-POST Nachrichten für Franken, Bayern und die Welt

WÜRZBURG
Pflegeheime werden transparenter

Aufsichtsbehörden müssen ihre Prüfberichte im Internet veröffentlichen
Bayerische Pflegeheime werden transparenter. Ob Heimmitarbeiter ihre Pflegebedürftigen menschlich und medizinisch gut betreuen oder ob sie sie lieblos oder gar fehlerhaft pflegen, muss nämlich jetzt im Internet stehen. So verlangt es das Bayerische Pflege- und Wohnqualitätsgesetz. Es verpflichtet die 96 bayerischen Heimaufsichtsbehörden, die Ergebnisse ihrer Heimbegehungen, die der normale Bürger früher nie zu sehen bekam, öffentlich zu machen.
Etliche unterfränkische Aufsichtsbehörden wie etwa jene des Kreises Würzburg haben dem Gesetz schon Genüge getan und Heimprüfungsberichte veröffentlicht. Dass ein Landkreis-Heim bei über 30 Prozent seiner Pflegebedürftigen „freiheitsentziehende Maßnahmen“ einsetzt und also Bewohner nachts durch ein Bettgitter am Aufstehen hindert oder sie tagsüber an den Rollstuhl fesselt, geht aus einem dieser Prüfberichte klar hervor. Bei einem anderen Heim wird kritisiert, dass es aufgrund „sehr hoher Personalfluktuation und Krankheitsstand“ den Bewohnern keine dauerhafte Bezugspflege bieten könne. Den Betreibern eines weiteren Heims wird vorgehalten, dass die blutenden Wunden einer Bewohnerin erst vier Tage nach einer ärztlichen Anordnung versorgt worden seien. Dass die Prüfberichte klar im Inhalt und durchaus hart in der Aussage sind, ist beabsichtigt. „Ziel ist ja, dass der Verbraucher etwas damit anfangen kann“, sagt Claus Voelker, Rechts-und Fachaufsicht für Pflege bei der Regierung von Unterfranken. Deshalb sollten sich, sagt Voelker, klare Angaben darüber, wie viele Fixierungen, Pflegevisiten oder Beschwerden es in den Einrichtungen gebe, im Bericht wiederfinden.

Pflegeheime werden transparenter | MAIN-POST Nachrichten für Franken, Bayern und die Welt

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen

Related Posts Plugin for WordPress, Blogger...