2012-01-29

Ambulante Pflege stärken - GdW setzt sich für eine neue Definition des "Pflegebedürftigkeitsbegriffs" im Rahmen der Pflegereform ein – verbaende.com

Ambulante Pflege stärken - GdW setzt sich für eine neue Definition des "Pflegebedürftigkeitsbegriffs" im Rahmen der Pflegereform ein

(Berlin) - "Wir begrüßen die im Rahmen der aktuellen Pflegereform geplanten Verbesserungen für demenzerkrankte Menschen und ihre Angehörigen ab 2013", erklärte Axel Gedaschko, Präsident des GdW Bundesverband deutscher Wohnungs- und Immobilienunternehmen, bei einem Treffen mit Vertretern von Politik, Wohnungswirtschaft, Gesundheitswirtschaft und Telekommunikation zum Thema "Vernetztes Wohnen". Insbesondere Demenzerkrankte, die zu Hause betreut werden, sollen von der Reform profitieren. Für sie will die Bundesregierung 650 Millionen Euro bereitstellen.

"Nun ist es wichtig, dass Gesundheitsminister Bahr sein Ziel, einen neuen 'Pflegebedürftigkeitsbegriff' einzuführen, zügig umsetzt", so der GdW-Präsident. Der Beirat des Gesundheitsministeriums hatte vorgeschlagen, den Grad der Pflegebedürftigkeit künftig nicht mehr an der Häufigkeit der Hilfeleistung und der Art der Maßnahme zu orientieren, sondern nach dem Verlust von Selbstständigkeit bei der Durchführung von Alltagsaktivitäten zu bemessen. Der GdW unterstützt diese Position auch für die weiteren Beratungen. "Mit einem Pflegebedürftigkeitsbegriff könnten die ambulante Versorgung und die Wohnung als Gesundheitsstandort gestärkt werden. Dies ist dringend notwendig, denn Wohnungswirtschaft, Gesundheits- und Telekommunikationsbranche stimmen schon heute weitgehend darin überein, dass der Staat und insbesondere die Pflegekassen massiv überfordert würden, wenn die Menschen nicht die Möglichkeit haben, ihrem eigenen Willen nach möglichst lange zu Hause zu leben. Die Alternative - die teure Heimunterbringung für breite Schichten der Bevölkerung - kann sich unsere Gesellschaft schlichtweg nicht leisten", so der GdW-Präsident.

Die Unterbringung und Versorgung älterer und pflegebedürftiger Menschen zählt nach einer GdW-Umfrage zu den zentralen Herausforderungen der Branche. "Gerade angesichts schlechterer Einkommensverhältnisse der künftigen älteren Generationen wird es zunehmend wichtiger, den Menschen bedarfsgerechten Wohnraum und soziale Dienstleistungen zu bezahlbaren Mieten zur Verfügung zu stellen", so Gedaschko. Wohnungsunternehmen setzten dabei zunehmend auf die Strategie des Vernetzten Wohnens, die einen bezahlbaren Mix aus technischen Assistenzsystemen und persönlichen Dienstleistungen beschreibt. Schon heute sind rund 16 Millionen Menschen in Deutschland 65 Jahre und älter. Etwa 3,7 Millionen davon sind mindestens 80 Jahre alt. Bis zum Jahr 2050 dürfte sich die Zahl der über 80-Jährigen auf gut zehn Millionen Menschen fast verdreifachen. Zwar sind rund 300.000 Wohnungen in den im GdW organisierten Unternehmen bereits heute barrierearm oder barrierefrei. Dennoch herrscht weiter großer Handlungsbedarf. Mittelfristig werden in ganz Deutschland rund drei Millionen altersgerechte Wohnungen benötigt. Der GdW fordert die Bundesregierung daher auf, die erforderlichen Bundesmittel für das KfW-Förderprogramm "Altersgerecht Umbauen" spätestens ab 2013 wieder bereitzustellen. Die aktuelle Fortsetzung als Eigenprogramm der KfW sei zwar begrüßenswert, reiche aber nicht aus.
"Erfreulich ist, dass die KfW ab dem 1. April 2012 den Einbau technischer Assistenzsysteme in das Programm aufgenommen hat", lobte der GdW-Präsident. Darüber hinaus stünden aber auch die Kassen in der Pflicht, den Menschen das Leben in den eigenen vier Wänden auch im Alter angemessen zu ermöglichen, so Gedaschko. So sollten im Rahmen der Pflegereform mobilitätsfördernde Umbauten beim Gebäude- und Wohnungszugang, Barrierereduzierungen innerhalb der Wohnungen sowie Einbauten technischer Assistenzsysteme in der Wohnung und telemedizinische Anwendungen bei Prävention und Nachsorge über die Kassen förderfähig gemacht werden. "Wir schaffen eine gesellschaftliche Win-win-Situation, wenn bei Menschen, die sich noch in der Pflegestufe 0 befinden, eine Höherstufung vermieden oder zumindest verzögert wird", betonte Axel Gedaschko.

Informationen gibt es auch unter www.wohnenfuereinlangesleben.de

Quelle und Kontaktadresse:
GdW Bundesverband deutscher Wohnungs- und Immobilienunternehmen e.V.
Katharina Burkardt, Pressesprecherin
Mecklenburgische Str. 57, 14197 Berlin
Telefon: (030) 824030, Telefax: (030) 82403199
E-Mail: burkardt@gdw.de
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