2012-01-05

"Vielleicht gibt es ja ein Wunder" - Freie Presse

"Vielleicht gibt es ja ein Wunder"

Chemnitzer Alborz Zahraiy liegt nach Unglück in einem Spaßbad im Wachkoma - Familie erhält nun eine Million Euro

Zeulenroda/Chemnitz. Es war ein Tag im Januar 2009, der das Leben der Familie Zahraiy veränderte. Mit ihren drei Kindern und einigen Freunden hatte die aus dem Iran stammende Familie einen Ausflug von Chemnitz ins Bad von Zeulenroda in Thüringen unternommen. Fathemeh Zahraiy wollte gerade wieder nach ihren beiden Jungen, 12 und 14 Jahre alt, schauen, aber die Freunde meinten, lass' sie doch, was soll passieren. Kurz darauf rannte Arasto, der ältere der beiden Söhne, an seiner Mutter vorbei in den Erste-Hilfe-Raum: "Komm schnell", ruft er. "Alborz atmet nicht mehr." Dies ist jetzt fast drei Jahre her. Seither liegt Alborz im Wachkoma.

Erst vor dem Amtsgericht, später vor dem Landgericht Gera wurde das tragische Unglück verhandelt und der Ablauf rekonstruiert: Ein Bademeister brachte den Jungen in den Erste-Hilfe-Raum und kümmerte sich um ihn, eine Kassiererin sollte inzwischen den Notarzt verständigen. Sie fühlte sich nicht zuständig und bat einen zweiten Bademeister, das zu übernehmen. Der wiederum sah, dass sein Kollege dem Jungen half und glaubte, die Sache habe sich erledigt. Nur die Eltern wunderten sich, dass keine Hilfe eintraf. Erst dann wurde der Notarzt verständigt. Ein Gerichtsgutachten stellte fest, dass Alborz heute gesund sein könnte, wäre gleich ein Arzt zur Stelle gewesen. Das Landgericht Gera verurteilte im April 2011 die Kassiererin und den Bademeister wegen geringer Schuld zu Geldstrafen.
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