2012-02-26

Behinderung : „Die wussten nicht so recht, wohin mit mir“ - Rhein-Main - FAZ

„Die wussten nicht so recht, wohin mit mir“

24.02.2012 · Jugendliche mit Behinderung finden oft keinen Ausbildungsplatz. Die Landesregierung will helfen. Doch Experten und Praktiker sehen das neue Programm mit Skepsis.
Von Denise Peikert, Freigericht/Frankfurt
Als Jan Kappauf kam, kam auch der Spezialdrucker in die kleine Firma nach Freigericht-Altenmittlau. Wegen beiden, Kappaufs und des Druckers, sieht man bei der alten Frau jetzt jede Falte. Ihr Gesicht wurde per Quarzsandstrahl auf den Stein geprägt, eine Technik, die die Josef Anton Natursteine GmbH erst anwendet, seit Kappauf vor zwei Jahren seine Ausbildung begann. Das Sandstrahlprojekt hat sein Chef extra für ihn aus der Schublade geholt und später den Drucker für die Spezialfolien angeschafft. Kappauf ist schwerbehindert, seit seiner Geburt leidet er an einer Spastik. „Wenn ich etwas ausschneide, das wird nie gerade“, sagt der angehende Bürokaufmann.
Mehr als 50 erfolglose Bewerbungen hat der 18 Jahre alte Kappauf nach seinem Realschulabschluss geschrieben. Ein gleichaltriger Junge mit ähnlichem Schicksal hat keine Ausbildung bekommen. Er geht weiter zur Schule. 7,6 Prozent der Arbeitslosen in Hessen sind schwerbehindert, bei den Jugendlichen bis unter 25 Jahren sind es 2,6 Prozent. Unternehmen mit 20 oder mehr Beschäftigten müssen wenigstens fünf Prozent der Arbeitsplätze mit Schwerbehinderten besetzen - oder eine Ausgleichsabgabe zwischen 105 und 260 Euro im Jahr je unbesetzten Pflichtarbeitsplatz zahlen.

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