2012-02-27

„Bei mir haben 100 Menschen angerufen“ - Nachrichten aus Brandenburg und Berlin

  • 27.02.2012
  • von Kevin P. Hoffmann

„Bei mir haben 100 Menschen angerufen“

von Kevin P. Hoffmann
Foto: dapd
Nachdem der Brite, der einst in Brandenburg von Rechtsextremen zum Krüppel gemacht wurde, in seinem Haus überfallen wurde, kommen Hilfsangebote für Noel Martin von Brandenburgern. Das freut ihn, sagt er.
Mahlow/Birmingham - Noel Martin hat sich vom Schock nach einem Raubüberfall in der vergangenen Woche erholt und ist gerührt über die Anteilnahme. „Ich habe seither rund 100 Anrufe erhalten. Darunter war eine junge Frau aus Brandenburg, die im Gespräch in Tränen ausbrach. Sie konnte nicht verstehen, warum man ausgerechnet mir so etwas antun kann“, sagte Martin dieser Zeitung.
Der 52-jährige Brite jamaikanischer Abstammung war in Deutschland, aber auch in Großbritannien, bekannt geworden, nachdem er im Jahre 1996 Opfer eines Anschlages in Mahlow (Dahme-Spreewald) wurde. Seitdem ist er vom Hals abwärts gelähmt. Er engagiert sich gegen Rassismus, etwa indem er mit seiner Stiftung Jugendaustauschreisen zwischen Deutschland und England organisiert. Vor einer Woche waren drei Unbekannte in sein Haus in Birmingham eingedrungen, hatten zwei Pflegerinnen gefesselt und mit einer Pistole und einem Messer bedroht. Sie raubten 1000 Pfund aus dem Safe im Keller sowie eine Uhr und Ringe. Letztere waren Erinnerungsstücke an Martins verstorbene Ehefrau Jacqueline. Eine der Pflegerinnen steht offenbar unter Schock und ist bisher nicht wieder zur Betreuung Martins erschienen. „Das kann ich verstehen. Ich fürchte nur, dass es schwierig wird, überhaupt Pflegepersonal zu finden.“ Martin ist auf Betreuung rund um die Uhr angewiesen.

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