2012-08-01

Inklusion in Kindergärten und an Schulen - nullbarriere.de

Inklusion in Kindergärten und an Schulen

Inklusion in Kindergärten und an Schulen

Seit 26. März 2009 gilt in Deutschland die UN-Konvention über die Rechte von Menschen mit Behinderung (Behindertenrechtskonvention, BRK). Der Artikel 24 ist dem Thema "Bildung" gewidmet und fordert unter anderem die Sicherstellung, dass "in Übereinstimmung mit dem Ziel der vollständigen Integration [Inklusion] wirksame individuell angepasste Unterstützungsmaßnahmen [...] angeboten werden." Dies fördere die bestmögliche schulische und soziale Entwicklung.
Welche Auswirkungen hat das für die planenden Architekten, für Entscheidungsträger öffentlicher Einrichtungen aber auch für die zuständigen Kultusministerien der Länder und deren Konferenzen? Wie weit ist die Politik derzeit mit der Umsetzung der Konvention im Bereich Kindergärten und Schulen? Welche Richtlinien und Normen gelten beispielsweise bezüglich der Zugänglichkeit und der Raumakustik? Worauf sollten Eltern achten, wenn Sie daran denken, Ihr beeinträchtigtes Kind auf eine inklusive Schule zu schicken?

Politische Initiativen am Beispiel Niedersachsen und Nordrhein-Westfalen

Wenn im August 2013 das neue Schuljahr in Niedersachsen beginnt, haben alle Schüler einen Anspruch auf einen barrierefreien und gleichberechtigten Zugang zu ihrer Schule bis zum Ende der Sekundarstufe I. Für einen Übergangszeitraum von fünf Jahren können - laut Landtagsbeschluss vom 20. März 2012 - kommunal zwar noch Schwerpunkte auf einzelne Schulen gelegt werden, ab 2018 jedoch muss jede Schule (bis zum Ende der Pflichtschulzeit) eine inklusive Schule im Sinne der Behindertenrechtskonvention sein.
Die Landesregierung in Nordrhein-Westfalen verabschiedete am 3. Juli 2012 den Aktionsplan "Eine Gesellschaft für alle - NRW inklusiv". Bildungsministerin Sylvia Löhrmann dazu: "Schülerinnen und Schüler mit Behinderungen sollen das Recht auf einen Platz in einer allgemeinen Schule erhalten, in der sie gemeinsam mit Kindern und Jugendlichen ohne Behinderung lernen. Unser Ziel ist, dass dieser gemeinsame Unterricht zum Normalfall wird. Eltern sollen aber auch weiterhin die Förderschule wählen können, sofern sie diese für ihr Kind vorziehen und ein entsprechender Bedarf an Förderschulen vorhanden ist." Eine vom Schulministerium in Auftrag gegebene und 2011 vorgelegte wissenschaftliche Studie spricht vom "Weg zu einem inklusiven Bildungssystem" und gibt zunächst für ihre Empfehlungen ein Zeitfenster bis 2020 vor.

Es reicht nicht, nur mehr besonders geschulte Lehrkräfte und Erzieher einzustellen

Damit sind die Ziele zunächst politisch definiert. In erster Linie - so scheint es - soll die Gleichberechtigung von beeinträchtigten und nicht beeinträchtigten Kindern über die zahlenmäßige Stärkung des Erziehungspersonals und qualifiziert ausgebildeter Lehrer erreicht werden. Ebenso wichtig wie die vermittelten Inhalte sind aber auch die äußeren Bedingungen, unter denen Kinder lernen und sozialisiert werden:
Die Zugänglichkeit der Räume beginnt mit entsprechenden Behindertenparkplätzen für Eltern und Lehrer vor der Schule. Sie erstreckt sich über rollstuhlgerechte Eingänge ins Gebäude sowie in die Klassenzimmer über Aufzüge bis hin zur kontrastreichen Farbgestaltung von Markierungen auf Glasflächen oder am Fußboden für Sehbehinderte. Welche Konsequenzen aber ergeben sich daraus konkret für die planenden Architekten?
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