2012-08-30

Paralympics: Kabul – London: vom Schlachtfeld ins Stadion - Allgemein - Stuttgarter Zeitung

Paralympics

Kabul – London: vom Schlachtfeld ins Stadion 
Tobias Schall, 29.08.2012 09:08 Uhr
 
London/Stuttgart - Leutnant Brad Snyder will helfen. Männer wie er sind gefragt. Es ist der 7. September 2011. Er ist Mitglied des EOD, des Kampfmittelräumdienstes. Von Oktober 2008 bis März 2009 war er für die US Army im Irak im Einsatz. Seit April 2011 ist er nun in Afghanistan. Tödliche Fallen beseitigen. An diesem Mittwoch geht er selbst in die Falle. Snyder will zwei afghanischen Soldaten zu Hilfe kommen, die von einer Sprengfalle verwundet worden sind. Er eilt zu ihnen. In einem kleinen Bewässerungsgraben tritt er auf eine versteckte zweite Vorrichtung. Der Sprengsatz verbrennt sein Gesicht und reißt es auf. Das Letzte, was Brad Snyder von dieser Welt sieht, sind seine Arme und seine Beine, auf die er in dieser Sekunde intuitiv schaut. Dann wird die Welt schwarz. Eine Woche später wird ihm mitgeteilt, dass es keine Chance gibt, sein Augenlicht wiederherzustellen. Die Augäpfel werden entfernt.
„Ich werde es den Leuten zeigen, ich werde mich davon nicht unterkriegen lassen. Ich lasse nicht zu, dass die Blindheit mich isoliert. Ich werde einen Weg finden, voranzukommen“, so hat Brad Snyder seine erste Reaktion später der US-Nachrichtenwebsite „msnbc.com“ beschrieben. Snyder war vor seinem Unfall ein talentierter Schwimmer, einer der besten bei der Navy.

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