2012-08-23

Projekt mit psychisch Kranken gescheitert | FTD.de

Projekt mit psychisch Kranken gescheitert

Die AOK Niedersachsen will ihre gesamten Schizophrenie-Patienten in die Obhut einer Pharmafirma geben. Doch die Kranken spielen nicht mit. Das dürfte das Aus für den umstrittenen Großversuch bedeuten.
© Bild: 2012 FTD.de/Uta Rademacher 
Die AOK Niedersachsen will ihre gesamten Schizophrenie-Patienten in die Obhut einer Pharmafirma geben. Doch die Kranken spielen nicht mit. Das dürfte das Aus für den umstrittenen Großversuch bedeuten.  
von Jens Tartler Berlin
 
Der umstrittenste deutsche Großversuch bei der Behandlung psychisch Kranker droht zum Misserfolg zu werden. Die AOK Niedersachsen hatte unter ihren Versicherten 13.000 Schizophrenie-Patienten als geeignete Teilnehmer für die sogenannte Integrierte Versorgung (IV) ausgemacht. Seit dem Start im Oktober 2010 haben sich aber erst 500 Patienten bei dem Projekt eingeschrieben, das von der Tochterfirma eines Pharmakonzerns gesteuert wird. "Das sind weniger Teilnehmer, als wir uns ursprünglich erhofft hatten", sagt Frank Preugschat, Leiter des Versorgungsmanagements bei der AOK Niedersachsen.




Das Projekt hatte vom Start weg für Aufsehen gesorgt. Die AOK und das Bundesgesundheitsministerium sehen die Versorgung der psychisch Kranken unter Führung einer Pharmafirma als ein sinnvolles Instrument, um Kosten zu senken und die Betreuung möglicherweise sogar zu verbessern. Für Betroffenenverbände, Bundesärztekammer und den Berufsverband der Psychiater ist der Modellversuch in Niedersachsen dagegen ein Dammbruch, der auf keinen Fall Vorbild für andere Bundesländer werden sollte.

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