2012-09-23

„Saarland inklusiv – Unser Land für alle“ – Sozialminister Andreas Storm startet das „Bündnis für Inklusion“ - Pressemitteilung | Saarland.de

„Saarland inklusiv – Unser Land für alle“ – Sozialminister Andreas Storm startet das „Bündnis für Inklusion“

Pressemitteilung vom 20.09.2012 - 14:30 Uhr
„Saarland inklusiv – Unser Land für alle“ – so lautet das Leitmotto für das Bündnis für Inklusion, das Sozialminister Andreas Storm heute im Rahmen der offiziellen Vorstellung des UN-Aktionsplanes gemeinsam mit den saarländischen Vereinen, Verbänden, Einrichtungen und Institutionen gegründet hat. Die Veranstaltung markierte den offiziellen Start der Umsetzung der UN-Behindertenrechtskonvention im Saarland. Ziel des Aktionsbündnis‘ ist es, die Umsetzung des saarländischen Aktionsplanes zur Umsetzung der UN-Behindertenrechtskonvention zu begleiten und die Anliegen der UN-Konvention zu Schaffung einer inklusiven Gesellschaft im Saarland zu unterstützen. „Wir wollen ein inklusives Saarland gestalten, in dem alle Menschen – ob mit oder ohne Behinderung – gleichberechtigt und selbstbestimmt leben können“, so der Sozialminister. „Gemeinsam mit den Bündnispartnern wollen wir die Lebenssituation von Menschen mit Behinderung nachhaltig verbessern. Zum Beispiel durch die Schaffung inklusiver Lebensräume langfristig alle Barrieren beseitigen, mit denen Menschen mit Behinderung tagtäglich konfrontiert sind“, erklärte  Storm. „Die Verabschiedung unseres Aktionsplanes war ein wichtiger erster Schritt. Jetzt gilt es, die UN-Konvention im Saarland mit Leben zu füllen. Eine wichtige Aufgabe ist es, das Bewusstsein und die Aufmerksamkeit der Gesellschaft für die Belange von Menschen mit Behinderung zu schärfen, denn nur so kann es uns gelingen, die Inklusion in allen Bereichen der Gesellschaft voranzutreiben“, sagte Storm.
Teilnehmer des Bündnis für Inklusion sind die Mitglieder des Landesbehindertenbeirates, die LIGA-Verbände, die Teilnehmerinnen und Teilnehmer des früheren Beirates für die Erstellung des UN-Aktionsplanes sowie die Vertreterinnen und Vertreter der Landesministerien, die ihr Ressort künftig im Bündnis für Inklusion vertreten werden.  Das Bündnis wird sich künftig einmal jährlich im Plenum treffen und dort die Themen für die Runden Tische festlegen. Die konstituierende Sitzung des „Bündnis‘ für Inklusion“ mit der Festlegung der Arbeitsgruppen und „Runden Tische“ wird Anfang Dezember stattfinden.
In zwei Gesprächsrunden zu den Themen „Inklusion und Arbeit“ und „Inklusion im Sport“ wurden beispielhaft wichtige gesellschaftliche Handlungsfelder der inklusiven Gesellschaft angesprochen. Holger Kern von der Druckerei Kern in Bexbach (Preisträger des Inklusionspreises 2011) berichtete über die positive Zusammenarbeit mit zwei gehörlosen Mitarbeitern, die innerhalb seines Betriebes eine große Akzeptanz erfahren. Für den Bereich „Sport und Inklusion“ war die zweifache Bronzemedaillengewinnerin der Paralympics 2012 über 100m und 200m, Claudia Nicoleitzik aus Püttlingen mit ihrer Trainerin Evi Raubuch zu Gast. Sie berichtete über ihre Erfahrungen im Leistungssport und von den Paralympics in London.

„Die Inklusion der Menschen mit Behinderungen kann nur als partizipativer Prozess gelingen, der von allen gesellschaftlichen Kräften gemeinsam verfolgt wird. Die aktive Beteiligung aller gesellschaftlichen Gruppierungen im Bündnis für Inklusion soll auf dem Weg zur inklusiven Gesellschaft ein lebendiges Forum sein“, sagte der Sozialminister abschließend.
Im Rahmen der Veranstaltung überreichte Sozialminister Storm den saarländischen UN-Aktionsplan und den 5. Landesplan Menschen mit Behinderungen im Saarland an den Landesbeauftragten für die Belange von Menschen mit Behinderungen, Wolfgang Gütlein, und stellte außerdem den saarländischen Aktionsplan in leichter Sprache vor. Er dankte Andrea Tischner vom Kasseler Büro „Leicht ist klar“, die den Aktionsplan in leichter Sprache erstellt hatte.
Die „Hausbänd“ der Tagesförderstätte Weierswies des Lebenshilfe-Werk Neunkirchen gGmbH unter der Leitung von Markus Grim hat die Veranstaltung musikalisch gestaltet.
Weitere wichtige Termine im Rahmen der saarländischen Initiative „Saarland Inklusiv - Unser Land für alle“: Am 1. Oktober 2012 startet das Bündnis für Inklusion  im Gesundheitswesen, am 14. November findet das Tanzprojekt mit den „Young Americans“ und der Lebenshilfe St. Wendel statt; am 1. Dezember veranstaltet das Bildungsministerium die Fachtagung Inklusion für Erzieherinnen und Lehrkräfte; die konstituierende Sitzung des Bündnisses für Inklusion mit der Gründung von Arbeitsgruppen ist für Anfang Dezember 2012 geplant. Im Frühjahr 2014  soll die 1. Fortschreibung des Aktionsplanes erfolgen. Nähere Informationen zum Bündnis für Inklusion erteilt die Geschäftsstelle des Aktionsbündnis‘.
Hintergrund zum AktionsplanDer Aktionsplan (AP) der Landesregierung zur Umsetzung der UN-Behindertenrechtskonvention wurde am 17. August 2012 vom Ministerrat verabschiedet. Der AP bündelt einerseits bereits laufende Maßnahmen und initiiert andererseits neue effektive Projekte, um im Behindertenbereich schrittweise spürbare Verbesserungen zu erzielen. Die Erstellung des Aktionsplanes in einem umfassenden Beteiligungsprozess wurde konzeptionell mit der Erarbeitung des 5. Landesbehindertenplanes (LBP) verbunden, der einmal je Legislaturperiode überarbeitet wird. Der saarländische Aktionsplan zur Umsetzung der UN-Behindertenrechtskonvention und der Landesplan gliedern sich in 10 Handlungsfelder, die die zentralen Lebensbereiche der Menschen mit Behinderungen ansprechen: (1) Prävention, Betreuung und Förderung im Vorschulalter; (2) Bildung, (3) Arbeit, Beschäftigung und Tagesstrukturierung; (4) Wohnen; (5) Alter und Pflege; (6) Gesundheit; (7) Barrierefreiheit, Mobilität und Verkehr; (8) Gesellschaftliche Partizipation; (9) Information und Beratung; (10) Gleiche Rechte und Schutz der Persönlichkeit
In einem ersten Schritt wird die Landesregierung vier Schwerpunktthemen anstoßen:1) Mit dem Bündnis für Inklusion im Gesundheitswesen, das am 1. Oktober 2012 startet, soll eine Verbesserung der Situation im Gesundheitswesen erreicht werden.
2) Inklusion im Bildungswesen: Im Bereich der schulischen Inklusion soll eine Steigerung der Inklusionsquote in Regelschulen deutlich über 50 % bis 2016 erzielt werden (2012: 41 %; verantwortlich Bildungsministerium)
3) Arbeitsmarkt: Die Beschäftigungssituation von Menschen mit Behinderungen auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt soll verbessert werden. (Initiative Inklusion: Neue Wege in Berufsorientierung, Ausbildungsförderung und arbeitslose Menschen mit Schwerbehinderung über 50 Jahre).
4) Schaffung von barrierefreiem Wohnraum: Förderprogramm der Landesregierung zur Schaffung von barrierefreiem und barrierearmen Mietwohnraum (Fördersumme 5,8 Mio. Euro in 2012; 80-100 Wohnungen sollen geschaffen werden; insbesondere zur Schaffung von Angeboten an ambulanten Wohnmöglichkeiten, um Menschen, die bisher stationär leben, ein selbstbestimmtes Wohnen zu ermöglichen).
Nähere Informationen finden Sie im Internet unter www.un-aktionsplan.saarland.de.
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