2012-10-01

Erschreckende Missstände in Altenheimen | NDR.de - Ratgeber - Gesundheit

Erschreckende Missstände in Altenheimen

"Ich habe gespielt, dass ich halbseitig gelähmt bin, also das linke Bein und den linken Arm nicht bewegen kann. Und dass ich eine Sprachstörung habe. Dabei war ich überrascht, wie ausgeliefert man sich fühlt, wie hilflos. Und wie stark man auf einmal über die eigene Würde nachdenkt. Wenn man auf eine Toilette gehoben wird, wenn einer einen im Intimbereich wäscht, das sind Dinge, die sind unvorstellbar."
Anette Dowideit lässt sich im Rollstuhl von einer Pflegerin ans Waschbecken fahren. © NDR
Um nachempfinden zu können, wie sich ein pflegebedürftiger Mensch fühlt, hat sich Autorin Anette Dowideit in die Rolle eines Menschen mit Handicap begeben.

Eigentlich schlüpfen im Kölner Herz-Jesu-Seniorenzentrum zukünftige Pfleger in die Rolle eines Pflegebedürftigen. Um zu spüren, was es heißt, ein Pflegefall zu sein. Für die Journalistin Anette Dowideit war es der emotionale Einstieg in ein Thema, das wir gerne von uns schieben: alt sein, abhängig und ausgeliefert. Dowideits Ergebnisse sind erschreckend: 14.000 Menschen, die ohne eine Zustimmung an ein Bett oder einen Rollstuhl fixiert werden. 40.000 Heimbewohner, die Hunger und Durst leiden, weil nicht genug Personal da ist. 240.000 Demenzkranke, die mit Psychopharmaka ruhiggestellt werden.
"Wir leisten uns in einem reichen Land wie Deutschland keine menschenwürdige Pflege", sagt Dowideit.

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