2012-11-22

Ausstellung: Sun Kims Ganzkörperspektakel | Kultur - Frankfurter Rundschau

Ausstellung  

Sun Kims Ganzkörperspektakel

 Von Irmgard Berner

Wenn der Körper spricht: Ming Wongs „The Love I Man“, 2012.  Foto: KUNSTRRAUM KEUZBERG BETHANIEN/Barbara Stauss
Wo die Sprache versagt, beginnt das Bild. „Gebärde Zeichen Kunst“, ein Ausstellungsprojekt „Gehörloser Kultur und Hörender Kultur“ im Kunstraum Kreuzberg Bethanien, bietet gelungene Irritation für Hörende wie Gehörlose.

Berlin –   Der Körper hört, und er spricht. Wenn nötig in eigenen Sprachgefügen. Für niemanden trifft das so zu wie für Gehörlose. Gebärdensprache, Gesten- und Lautsprache, Lippenlesen, Fingerzeichen. „Ich bin seit meiner Geburt gehörlos“, schreibt die Künstlerin Christine Sun Kim mit schnellem Zeigefinger auf ihren iPad-Bildschirm. „Technisch habe ich kein Konzept, wie Sie Klang empfinden“, kritzelt sie in weiter, und strahlt in charmantestem Lächeln, „aber ich habe eine gute Idee davon.“
Die junge koreanisch-amerikanische Künstlerin ist so etwas wie der Inbegriff eines multimedial-indisziplinär arbeitenden Ausdruckskörpers, der die Mittel der Gebärdensprache, des wandelbaren Gesichtsausdruckes, aber auch der technischen Sprache von Akustik- und Elektronikgeräten leichthändig zu beherrschen weiß. Und in Kunst umsetzt, in Zeichnungen, Installationen – mit Klang – und in Performances. Sun Kim zu beobachten ist ein Spektakel.

Ausstellung: Sun Kims Ganzkörperspektakel | Kultur - Frankfurter Rundschau

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