2012-12-10

Verweigerte Selbstbestimmung in der Behandlung psychiatrischer Patientinnen und Patienten - Peter Lehmann

Peter Lehmann:

Verweigerte Selbstbestimmung in der Behandlung psychiatrischer  Patientinnen und Patienten 


Die Interessen psychiatrischer Standesorganisationen stehen den Interessen Psychiatriebetroffener unversöhnlich gegenüber.
Dennoch tragen erstere immer wieder vor, im Namen und im Interesse Psychiatriebetroffener zu handeln.
Deutlich wird dies bei der Diskussion um das Recht auf gewaltsame Verabreichung psychiatrischer Anwendungen, die aktuell durch höchstrichterliche Urteile angefacht wurde.
Psychiater blenden hierbei die um durchschnittlich zwei bis drei Jahrzehnte verringerte Lebenserwartung von Psychiatriepatientinnen und -patienten ebenso aus wie deren allgemeine Diskriminierung, mögliche Gesundheitsschäden durch psychiatrische Psychopharmaka und Elektroschocks und die traumatisierende Wirkung psychiatrischer Gewalt.
Scheinbar unlösbare Interessenkonflikte lassen sich rechtlich einwandfrei mit Vorausverfügungen, medizinethische Regeln für eine Notfallbehandlung oder Gefahrenabwehr für Dritte regeln.
Der Verzicht auf psychiatrische Gewalt würde den Weg zu einem humanistisch orientierten psychosozialen Hilfesystem freimachen.
Sollte im psychiatrischen Bereich – trotz der Forderung der UN-Konvention über die Rechte von Menschen mit Behinderungen nach rechtlicher Gleichstellung – weiterhin eine Behandlung ohne informierte Zustimmung allgemein erlaubt sein, müssten wenigstens deeskalisierende Maßnahmen vorgeschrieben werden
witerlesen:
zwang-apk.pdf


Hintergrund:

 Bundestag berät über umstrittene Zwangsbehandlung

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