2013-04-26

NS-Morde an Behinderten : „Ein Führerwort schafft kein Recht“ - Nachrichten aus Brandenburg und Berlin


  • 26.04.2013
  • von Dirk Baas

NS-Morde an Behinderten  

„Ein Führerwort schafft kein Recht“

von Dirk Baas
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Hitlers Widersacher. Lothar Kreyssig rief am 30. April 1958 zur Gründung der „Aktion Sühnezeichen“ auf. Foto: epd

Der Brandenburger Richter Lothar Kreyssig stellte sich dem NS-Massenmord an Behinderten in den Weg. In der DDR gründete er die Aktion Sühnezeichen. Im Westen ist er fast vergessen
Berlin/Frankfurt a.M. - Dieser Brief hätte sein Todesurteil sein können: Lothar Kreyssig, Vormundschaftsrichter in Brandenburg an der Havel, wendet sich am 8. Juli 1940 mit einem ungeheuerlichen Verdacht an seinen Vorgesetzten. Auf fünf Schreibmaschinen-Seiten erbittet Kreyssig beim Kammergerichtspräsidenten Aufklärung über die „Aktion T 4“, den geheim organisierten NS-Massenmord an behinderten Menschen.
Ohne eine Rechtsgrundlage würden im gesamten Reich kranke und behinderte Menschen getötet, stellt Kreyssig fest. Und macht zugleich klar, dass er unter keinen Umständen daran mitwirken werde.

Kreyssig (1898-1986) gilt als der einzige von 14 000 Richtern oder Staatsanwälten, der sich konsequent und frontal Hitlers Euthanasiebefehl widersetzte.NS-Morde an Behinderten : „Ein Führerwort schafft kein Recht“ - Nachrichten aus Brandenburg und Berlin

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