Augsburg - Der evangelische Regionalbischof von Augsburg, Michael Grabow, hat mehr Geld für die Pflege zu Hause gefordert. Es sei ein 'Unding, dass die Sätze für die Pflege durch Angehörige nicht einmal ein Drittel der Sätze in einer Pflegeeinrichtung betragen', sagte Grabow am Freitag. Der Staat 'stiehlt sich so aus der finanziellen Verantwortung'. Wer Angehörige zu Hause pflegt, bekommt nach Angaben des Bundesgesundheitsministeriums zwischen 235 Euro Pflegegeld in Pflegestufe I und 700 Euro in Pflegestufe III. Die Sätze für die vollstationäre Pflege liegen zwischen 1023 und 1510 Euro. Grabow wies daraufhin, dass auch die Sätze für die stationäre Pflege oft nicht ausreichten, um genügend Pflegekräfte einzustellen. In vielen Einrichtungen herrsche daher 'eine strukturelle Unterbesetzung'. Wie schwierig die Situation in der Pflege sei, habe er selbst erlebt. Seine Mutter sei in einer privaten Pflegeeinrichtung untergebracht gewesen. 'Dort gab es ständig wechselndes Pflegepersonal', berichtete Grabow. Viele Mitarbeiter hätten als Pfleger im Rahmen eines Minijobs gearbeitet, den sie neben ihrer eigentlichen Anstellung hatten - etwa im Krankenhaus: 'Entsprechend belastet waren sie.' epd

SZ vom 09.11.2013