2014-02-04

Kein Platz für geistig behinderte Senioren | shz.de

Pflege-Einrichtungen in SH - Kein Platz für geistig behinderte Senioren

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts
Plötzlich Rentner - und dann? Diese Frage ist für Menschen mit Behinderung besonders schwierig. Immer mehr Menschen mit Behinderung werden pflegebedürftig. In Schleswig-Holstein hapert es an der Pflege.
Kiel | Immer mehr Menschen mit geistigen, psychischen und körperlichen Behinderungen erreichen im Norden das Seniorenalter. Nach Angaben der Koordinierungsstelle soziale Hilfen der Kreise in Schleswig-Holstein nahm die Zahl der über 60-jährigen Menschen mit Behinderung, die Leistungen zum Wohnen erhielten, in Schleswig-Holstein allein im Zeitraum von 2010 bis 2012 um 231 auf 1918 zu – ein Anstieg um rund 14 Prozent. Laut einer Umfrage unter 13 Einrichtungen des Paritätischen Wohlfahrtsverbands bedürfen dort derzeit von 716 Menschen mit geistigen Behinderungen 210 der Pflege. „Wir rechnen in den kommenden fünf bis zehn Jahren mit einem Anstieg des Anteils der Pflegebedürftigen um 20 Prozent“, sagt Sprecher Jan Dreckmann. Das sei ganz klar überwiegend bedingt durch eine neu entstehende Generation von Senioren.

Fakt ist: Während der Nazi-Diktatur wurden viele Menschen mit geistigen und psychischen Behinderungen systematisch im Rahmen des sogenannten Euthanasie-Programms ermordet. „Seit Kriegsende entsteht so in Deutschland eine Gruppe von Behinderten, die es zuvor nicht gab“, heißt es lapidar in einer Erklärung des Kieler Sozialministeriums.
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