2011-06-26

Schwedenforum • Gemeinden in Schweden vernachlässigen ihre Behinderten : Aktuelle Nachrichten aus Schweden

Unzählige Menschen mit Behinderung bekommen nicht die Hilfe und Pflege, die ihnen gesetzlich zusteht. Zu diesem Schluss kommt ein am Mittwoch veröffentlichter Bericht des Zentralamts für Gesundheits- und Sozialwesen. Erst kürzlich sorgte ein haarsträubender Fall der Vernachlässigung für Aufsehen: Ein Mann war 25 Jahre lang vom Pflegepersonal in seinem Rollstuhl festgebunden worden – Tag und Nacht. Nun deutet sich an, dass es in Schwedens Kommunen weit mehr grobe Mängel bei der Versorgung Behinderter gibt, als bisher bekannt.

"Es mangelt an Kompetenz auf allen Ebenen"
Inakzeptabel – darin sind sich der Oberdirektor des Zentralamts für Gesundheits- und Sozialwesen und der Chef der Pflegeabteilung beim Verband der Schwedischen Gemeinden und Provinzialverwaltungen einig. Schockiert zeigte sich Håkan Ceder, dessen Behörde für den jüngsten Bericht verantwortlich zeichnet, über die Verstöße des Gesetzes, das Hilfe und Service für Behinderte regelt.

„Wir kritisieren Mängel im zwischenmenschlichen Umgang und regelrechte Übergriffe und greifen drei Beispiele heraus. Besonders hervor sticht der Fall eines Mannes, dessen Hände jahrelang hinter dem Rücken zusammengebunden waren, weil das Personal befürchtete, er würde sich sonst selbst Schaden zufügen. Das Gesetz regelt die Rechte von Behinderten und soll ihnen ein gutes Leben zusichern mit Einfluss- und Teilnahme daran. Ziel ist es, so leben zu können wie alle anderen. So ein Beispiel wie eben genannt steht in krassem Kontrast zum Gesetzestext.“
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