2011-08-30

Frankenpost | Auf einem guten Weg

Auf einem guten Weg

Nach einem schweren Unfall ist Volker Künzel aus Rehau querschnittsgelähmt. Die Hilfe und Zuneigung, die er durch Familie, Freunde und Kollegen erfährt, baut ihn auf. Jetzt geht er sogar wieder arbeiten - vorerst zwei Stunden täglich.

Von Lisbeth Kaupenjohann 
 
Rehau - Am 1. Juli 2010 fährt Volker Künzel auf dem Radweg nach Asch. An viel mehr kann er sich nicht erinnern. Für ihn ist dies ein Schicksalstag. Wie er hinterher erfährt, war da eine ungesicherte, drei Meter tiefe Baugrube über die ganze Breite des Radwegs. Künzel stürzte hinein und verlor das Bewusstsein. "Ohne Helm wäre ich sicher tot gewesen", sagt er heute. Glück für ihn war auch, dass ein Passant ihn entdeckte und die Rettungskräfte alarmierte. Die brachten ihn in die Klinik nach Selb, von dort wurde er nach Bayreuth, ins Krankenhaus Hohe Warte, verlegt.
Volker Künzel ist ab dem vierten Brustwirbel komplett gelähmt, ab dem dritten Halswirbel teilweise. Zehn Monate lang hat er, gemeinsam mit den Ärzten und Therapeuten, gekämpft, um wieder beweglich zu werden und in den Alltag zurückkehren zu können. "Erst war ich vollständig gelähmt, konnte auch nicht sprechen", erinnert er sich. "Dann kam die Sprache wieder. Aber bis ich endlich sitzen konnte, darüber vergingen Monate. Endlich hatte ich alle Schläuche los. Jetzt bin ich froh, dass ich wieder die Arme bewegen kann."
Über die Rampe ins Haus
Die braucht er auch. Der 50-Jährige ist wieder zu Hause. Er hat gelernt, mit dem Rollstuhl und den Begleiterscheinungen seiner Behinderung umzugehen. Glücklicherweise wohnt er mit seiner Frau Christiane und Sohn Marcel am Stadtrand von Rehau in einer Parterrewohnung. "Der Vermieter hatte Verständnis für unsere Lage. Wir ließen die Wohnung behindertengerecht umbauen." Über die Terrasse und eine Rampe kann Künzel jetzt im Rollstuhl eigenständig das Haus verlassen. Wieder ein großer Fortschritt.
Der Mann wirkt alles andere als verbittert und am Boden zerstört. Hoffnung steht ihm ins Gesicht geschrieben. Nicht unbedingt auf ein Wunder - das wäre es, wenn er je wieder laufen könnte -, sondern darauf, Schritt für Schritt meistern zu können auf dem Weg in ein neues Leben.

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