2012-05-24

Unzulässige Zusammenarbeit im Gesundheitswesen | Zuweisung gegen Entgelt | Studie GKV-Spitzenverband Bund

Unzulässige Zusammenarbeit im Gesundheitswesen durch
„Zuweisung gegen Entgelt“
Herausgeber: Bussmann Kai-D.: Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg
Economy & Crime Research Center | 22. Mai 2012



Bislang fehlte eine repräsentative Untersuchung, ob gezielte Patientenzuweisungen gegen wirtschaftliche Vorteile in der Versorgungspraxis tatsächlich üblich sind und wie häufig und in welcher Form sie vorkommen. Der GKV-Spitzenverband Bund hatte deshalb das Economy & Crime Research Center der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg mit der Durchführung einer empirischen Studie zu Verbreitung, Ausmaß und Ursachen unzulässiger Zusammenarbeit im Gesundheitswesen am Beispiel von „Zuweisungen gegen Entgelt“ beauftragt.

In der Studie wurden insgesamt 600 niedergelassene Ärzte innerhalb von zehn Fachärztegruppen mit jeweils 60 Ärzten befragt. Des Weiteren wurde nach der Wahrnehmung von 361 nichtärztlichen Leistungserbringern (z. B. Apotheken, Sanitätshäuser, Hörgeräteakustiker, Orthopädieschuhmacher oder Physiotherapeuten) sowie von 180 leitenden Mitarbeitern stationärer Einrichtungen (Krankenhäuser, Reha- und Kureinrichtungen sowie Pflegeheime) gefragt.





Wesentliche Ergebnisse der empirischen Studie

19 % der befragten niedergelassenen Ärzte gaben an, dass sie die Regelung in § 31 MBO-Ä (Verbot von Zuweisung gegen Entgelt) entweder nicht kennen oder sich nie für sie interessiert haben. 35 % fühlen sich zudem nicht ausreichend darüber informiert.

17 % der stationären Einrichtungen äußerten Unkenntnis bzw. Desinteresse über den § 128 SGB V (unzulässige Kooperationen).

21 % der nicht-ärztlichen Leistungserbringer äußerten Unkenntnis bzw. Desinteresse über den § 128 SGB V (unzulässige Kooperationen).

Die große Mehrheit der stationären und ambulanten Einrichtungen sowie nicht-ärztlichen Leistungserbringer ist der Auffassung, dass eine Zuweisung bzw. Beteiligung an der medizinischen Versorgung gegen wirtschaftliche Vorteile klar verboten ist, aber sie wird von ca. 40 % als bloße Handlungsorientierung angesehen.

Jeder zweite von den niedergelassenen Ärzten und nicht-ärztlichen Leistungserbringer stimmte zu, dass die Rechtslage als unübersichtlich einzustufen sei.

Nach Wahrnehmung der Befragten finden häufig gezielte Zuweisungen statt. Noch gravierender ist, dass in vielen Fällen durchaus auch wirtschaftliche Vorteile gewährt werden und es sich dabei keinesfalls um reine Ausnahmen handelt.

Unzulässige Zusammenarbeit im Gesundheitswesen | Zuweisung gegen Entgelt | Studie GKV-Spitzenverband Bund

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