2012-04-17

Der Abschied von der Sonderwelt | SÜDKURIER Online

Inklusion 

Der Abschied von der Sonderwelt

17.04.2012
Von KARINA CHRISTEN
Behinderte sollen nicht länger am Rande der Gesellschaft leben.
Von vielen Menschen noch gar nicht wahrgenommen, wälzt sich eine stille Revolution durchs Land. Sie wird das Leben vieler Menschen verändern, nicht nur das behinderter Menschen. Das Zauberwort heißt Inklusion. Es umschreibt ein völlig verändertes Verständnis im Umgang mit Menschen, die eine Beeinträchtigung haben. Ziel ist die umfassende Integration Behinderter in die Gesellschaft. Jahrzehntelang setzte die deutsche Sozialpolitik auf eigene Einrichtungen für Behinderte, vor allem für geistig und psychisch Behinderte. Sie lernten in Sonderschulen, lebten in speziellen Wohnheimen und arbeiteten in Behindertenwerkstätten. Dabei ging es durchaus nicht darum, Menschen mit Behinderungen auszugrenzen. Leitidee war die Überzeugung, man werde ihrem Förderbedarf so besonders gut gerecht.
Das Ergebnis allerdings ist: Von Integration kann keine Rede sein. Jeder dritte Deutsche gibt an, überhaupt keinen Kontakt zu Behinderten zu haben. Wie eine von der Aktion Mensch in Auftrag gegebene Umfrage zeigt, sagen sogar mehr als die Hälfte der Befragten, sie nähmen Behinderte in ihrem Alltag gar nicht wahr. In den vergangenen Jahrzehnten ist eine Sonderwelt entstanden, die viel zu wenig Schnittpunkte mit dem ganz normalen gesellschaftlichen Leben aufweist. Umfragen zeigen aber auch: Fast 90 Prozent der Deutschen wünschen sich eine behindertenfreundliche Gesellschaft...
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