2012-04-16

Fernseh- und Mediendienste für alle zugänglich machen -- kobinet

10.04.2012 - 13:06

Fernseh- und Mediendienste für alle zugänglich machen.

Stuttgart (kobinet) Der Sparkurs beim Südwestdeutschen Rundfunk (SWR) darf nach Ansicht des Landesbehindertenbeauftragten gehörlose und hörgeschädigte Menschen nicht zu Verlierern machen. Gerd Weimer wandte sich an den Intendanten des SWR und die Mitglieder des Rundfunkrats, die Fernseh- und Mediendienste auch für diesen Personenkreis zugänglich zu machen. „Wer Inklusion will, findet auch Wege, und das gilt insbesondere für den gleichbe­rechtigten Zugang zu den Fernseh- und Mediendiensteangeboten des SWR für die über 37.000 gehörlosen und hörgeschädigten Menschen in Baden-Württemberg“, betonte der Be­auftragte der Landesregierung für die Belange von Menschen mit Be­hinderungen heute in Stuttgart.

„Wenn der SWR für die kommenden Jahre von einem schmerzhaften Konsolidie­rungskurs spricht, habe ich die Befürchtung, dass Fernsehen weiterhin überwiegend nur für Hörende ge­macht wird. Dies ist für mich als Landes-Behindertenbeauftragter mit Blick auf die selbstbe­stimmte und gleichberechtigte Teilhabe von Menschen mit Behinderungen so nicht akzeptabel“, so Weimer.

Hintergrund sei die seit Jahren im Vergleich zu anderen ARD-Anstalten, wie zum Bei­spiel dem WDR, der bereits rund 60 Prozent seiner Angebote mit Untertiteln ver­sehe, sich auf niedrigem Niveau bewegende Untertitelung der Fernsehangebote des SWR. „Dabei möchte ich die bisherigen Bemühungen des SWR beim Ausbau der unterti­telten Sendungen durchaus anerkennen. Ich freue mich, dass der SWR den Prozess der Barrierefreiheit auf der Agenda hat und seiner besonderen gesellschaftli­chen Verant­wortung für die Teilhabe von Menschen mit Behinderungen gerecht wer­den möchte. Die Weichen sind damit in Richtung inklusiver und barrierefreier Ange­bote gestellt, nur geht es vergleichsweise langsam voran“, stellte der Behin­derten­beauftragte fest.

Nur durch umfassend barrierefreie Angebote werde der steigenden Anzahl hörge­schädigter Menschen der Zugang zum Fernsehen ermöglicht, wie dies Tag für Tag von Hörenden selbstverständlich in Anspruch genommen werde. Und dies, obwohl Menschen mit Behinderungen durch die Neuregelung der Rund­funkgebühren zum 1. Januar 2013 grundsätzlich rundfunkgebührenpflichtig würden. „Wenn es einen sachli­chen Grund für die teilweise Aufhebung der bisherigen ein­kommensunabhängigen Gebührenbefreiung für Menschen mit Behinderungen gibt, dann den, dass sie für ihre finanziellen Beiträge dieselben Nutzungsmöglichkeiten der Fernseh- und Mediendiensteangebote haben wie allen anderen auch.

Wenn sich der SWR dann entschließt, den Anteil der mit Untertiteln versehenen Sendungen auf „über 30 Pro­zent zu steigern“, sei dies für ihn keine angemessene Vorkehrung im Sinne der UN-Behindertenrechtskonvention, sagte Weimer: " ImÜbrigen geht die Konvention davon aus, dass die Versagung angemessener Vorkehrungen eine Form der Diskriminie­rung von Men­schen mit Behinderungen darstellt.“
Fernseh- und Mediendienste für alle zugänglich machen -- kobinet

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