2012-02-27

Wahre Liebe: Seit 23 Jahren pflegt sie ihren Mann im Wachkoma - Nachrichten Donauwörth - Augsburger Allgemeine

Wahre Liebe

Seit 23 Jahren pflegt sie ihren Mann im Wachkoma

In guten wie in schlechten Tagen: Seit 23 Jahren pflegt Amalie Blank aus Bachhagel ihren Mann - einen Wachkoma-Patienten. Trotz aller Widrigkeiten. Von Katharina Gaugenrieder
Amalie Blank pflegt seit 1989 ihren Mann Xaver im Wachkoma
Katharina Gaugenrieder
Amalie Blank kann sich noch an den Tag erinnern, als sei es gestern gewesen. Zusammen mit ihrem Mann Xaver hat sie damals drüben am Lagerplatz ihres Fuhrunternehmens noch die Maschinen aufgeräumt. „Ich habe ihn gefragt, ob wir es gleichmachen können, weil ich noch zum Friseur wollte.“ Plötzlich, erzählt Amalie Blank, sagte ihr Xaver: „Jetzt hat mich auch noch eine Wespe gestochen.“ Als sie sich umdrehte, schwankte er schon, brach schließlich zusammen. Allergischer Schock, Atemstillstand. Mit dem Notarzt kam Xaver Blank, damals gerade 50 Jahre alt, ins Krankenhaus. „Die Ärzte haben mir gesagt, dass er die Nacht wahrscheinlich nicht überleben wird.“
Amalie Blank holt ihren Mann nach Hause

Das war im Juli 1989. Seitdem liegt Xaver Blank, langjähriger Gemeinderat, Mitglied des Musikvereins, Fuhrunternehmer, im Wachkoma. Zweieinhalb Jahre, sagt Amalie Blank, war ihr Ehemann zunächst im Lauinger Krankenhaus. Lange hat sie sich um einen Rehaplatz bemüht. „Aber damals hat man sich mit so etwas noch nicht so ausgekannt.“ Nach zäher Suche fand sie schließlich einen Platz. Danach ging es für Xaver Blank wieder ins Krankenhaus. Und bei Amalie Blank wuchs der Entschluss: Ich will meinen Mann nach Hause holen. Viel Ermutigung kam damals nicht. Die Ärzte rieten ihr dazu, für ihn einen Platz in einem Pflegeheim zu suchen. „Was wollen Sie denn mit ihm zu Hause, das können Sie ja gar nicht“, hätten viele gesagt. „Aber wir haben es probiert und es ist gegangen.“ (...) Aus den Händen von Christine Haderthauer erhielt Amalie Blank für langjährige Pflege das Bundesverdienstkreuz am Bande. So viel Aufhebens um ihre Person, das sei ihr schon ein bisschen unangenehm gewesen, sagt sie. „Schließlich bin ich ja nicht die Einzige. Es gibt ja viele Menschen, die ihre Angehörigen pflegen.“
Wahre Liebe: Seit 23 Jahren pflegt sie ihren Mann im Wachkoma - Nachrichten Donauwörth - Augsburger Allgemeine


Debatte

Vater von Wachkoma-Patient: "Bloß kein Heim"

17.11.2008 | 06:49 Uhr Essen. Wilfried Breer, Vater eines Wachkoma-Patienten und Kopf einer Selbsthilfegruppe, lehnt Sterbehilfe ab. Die künstliche Ernährung auszusetzen und sie somit dem Hungertod auszuliefern, "ist Mord". Die Patienten müssten - wie sein Sohn - zu Hause gepflegt werden.

Obwohl Peter (Name geändert) im Wachkoma liegt, kann er zum Beispiel eine Reittherapie machen. „Niemals kommt er in eines dieser schrecklichen Heime”, sagt sein Vater. (Foto: privat)
 Es ist sieben Jahre her, seitdem der Sohn vom Stuhl fiel mit einem Herzstillstand. Zwar konnte der Notarzt den Körper zurück ins Leben rufen – doch nichts war mehr wie vorher. Peter*, der 40-jährige Schreinermeister,  liegt seitdem im Wachkoma. 

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen

Related Posts Plugin for WordPress, Blogger...