2011-12-27

Eltern klagen über prekäre Hortsituation - mz-web.de

Wittenberg

Eltern klagen über prekäre Hortsituation

VON SILVIA DAMMER, 26.12.11, 20:15h, aktualisiert 26.12.11, 20:51h
Rebekka und Tom Riedel
Rebekka und Tom Riedel stehen vor dem geschlossenen Hort der Schule «Sonnenschein». (FOTO: THOMAS KLITZSCH)
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WITTENBERG/MZ. Der achtjährige Tom Riedel ist ein lebhafter Junge, manchmal kaum zu bändigen. Er besucht wie Noa Dürr und andere behinderte Kinder die Förderschule "Sonnenschein" in Wittenberg.
Im vergangenen Schuljahr konnten er und seine Freunde sich nach dem Unterricht noch von 14 bis 15.30 Uhr im dortigen Hort austoben und waren gut aufgehoben, während die Eltern ihrer Arbeit nachgingen. Seit dem neuen Schuljahr jedoch gibt es ein Problem: Nach einem Erlass des Kultusministeriums vom August dieses Jahres ist auch an Förderschulen der Blockunterricht eingeführt worden. Die Unterrichtszeiten haben sich bis 15 Uhr verlängert. Zur Absicherung dieser Zeiten ist das Hortpersonal mit in den Schulunterricht eingebunden. Auch die lerntherapeutischen Angebote für die Ferien sind enorm eingeschränkt worden. Für Förderschüler gibt es also quasi kein Hortangebot mehr, weder vor oder nach der Schule, noch ausreichend in den Ferien.
Erhebliche Herausforderung
Berufstätige Eltern behinderter Kinder stehen damit vor der Herausforderung, eine ganztägige Ferienbetreuung für ihre Kinder zu finden. Und das für immerhin neun Wochen im Schuljahr. Der Jahresurlaub reicht da nicht aus.
Weil diese Situation nicht nur Eltern im Landkreis Wittenberg, sondern überall in Sachsen-Anhalt betrifft, hat die Bitterfelder Elterninitiative "Kinderseelen" am 16. Dezember dem Magdeburger Landtag eine Petition mit insgesamt 6 893 Unterschriften übergeben. Damit fordert sie die Politiker auf, bis spätestens zum zweiten Schulhalbjahr 2011 / 2012 die nachschulische und Ferienbetreuung sowie deren Finanzierung rechtssicher und damit verbindlich bis zum Ende der Schulzeit für geistig behinderte Förderschüler zu regeln und "interdisziplinäre inklusive Bildungs- und Betreuungseinrichtungen in den Förderschulen (IBiF)" zu schaffen, die kontinuierlich Bildung, Betreuung und Freizeitgestaltung anbieten.
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