2011-11-15

Wiener Heimskandal: Ehemalige NS-Pädagogen machten nach 1945 in der Jugendwohlfahrt Karriere

Erziehungslagerdenken

  • Wiener Heimskandal: Ehemalige NS-Pädagogen machten nach 1945 in der Jugendwohlfahrt Karriere
In Wiener Heimen wurden Kinder mit Nazi-Methoden gequält. Ehemalige NS-Pädagogen machten auch nach 1945 in der Jugendwohlfahrt Karriere.
Von Christa Zöchling
Die Berichte ehemaliger Heimkinder gleichen sich so sehr, dass man von einem allgemein akzeptierten Ungeist in der Jugendwohlfahrt, selbst im Roten Wien, ausgehen muss: Lagermentalität, körperliche Gewalt, Kollektivstrafen, Kapo-System, Demütigungsrituale und sadistischer Sexualmissbrauch. Immer wieder hört der Zeithistoriker Reinhard Sieder, der im Auftrag der Stadt Wien das Geschehen in Wiener Erziehungsheimen wissenschaftlich dokumentiert, von Erziehern, die in militärischer Adjustierung und Kommandosprache die Kinder quälten, von Erzieherinnen, die sich barbarische Gemeinheiten einfielen ließen, von psychologischen Gutachtern, die sich der NS-Erbtheorie und der Sprache des so genannten Dritten Reichs bedienten. Nicht in allen Wiener Heimen gab es Anklänge an das NS-Regime, doch in den großen Anstalten für schwer Erziehbare oder "Verwahrloste“, wie es im Amtsjargon hieß, in denen ein Gutteil der Erzieher nur in einem Schnellkurs ausgebildet worden war, herrschte offenbar dieser Geist. Ehemalige Heiminsassen am Wilhelminenberg erinnern sich, dass man ihnen drohte, wenn sie nicht gehorchten, kämen sie auf den "Spiegelgrund“.
Das Erziehungsheim und die Euthanasiestation für behinderte und "asoziale“ Kinder "Am Spiegelgrund“, in der 772 Kinder ermordet wurden, war 1945 geschlossen worden. Doch der ehemalige Leiter der Jugendfürsorgeanstalt "Am Spiegelgrund“, Hans Krenek, setzte seine Karriere fort:
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