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2011-08-14

275.000 Euro für Expertenkommission zu Hall -Historiker durchleuchten NS-Zeit an der Psychiatrie in Hall - Innsbruck Land - Chronik - Tirol - Nachrichten | tt.com - aktuelle News - Nachrichten - Tageszeitung










Innsbruck Land

275.000 Euro für Expertenkommission zu Hall

Historiker durchleuchten NS-Zeit an der Psychiatrie in Hall. Personal, Anstalt und warum der Friedhof in Vergessenheit geriet werden untersucht.
Von Anita Heubacher
Innsbruck – Am Montag wird die Landesregierung die Finanzierung für die Expertenkommission in der Regierungssitzung absegnen. 275.000 Euro stehen dem Team rund um den Historiker Univ.-Doz. Bertrand Perz zur Verfügung. Grundlage für das Budget war eine Kostenkalkulation der Kommission. Mit dem Geld werde man mit drei Mitarbeitern rund zwei Jahre lang die Vorgänge an der Psychiatrie in Hall während der NS-Zeit und nach 1945 erforschen können, erklärte Perz gegenüber der Tiroler Tageszeitung. Im Jänner dieses Jahres setzte das Land die Kommission ein, nachdem im Zuge von Bauarbeiten beim Krankenhaus Hall ein Gräberfeld mit den Überresten von 220 Menschen gefunden worden war.
Das Arbeitsprogramm der Kommission umfasst laut Perz vier Schwerpunkte. 1. Das Personal: Wer waren die handelnden Akteure? Wer war in der Pflege, wer in der Verwaltung tätig? 2. Die Anstalt: Hall war die zentrale Anstalt im Gau Tirol-Vorarlberg. Welche Rolle die Psychiatrie in Hall im NS-Euthanasieprogramm eingenommen hat, will die Kommission hinterfragen. 3. Die Nachgeschichte: Was war der Wissensstand oder die Vorstellung der Angehörigen über die Vorgänge in der Psychiatrie? Wie konnte der Friedhof in Vergessenheit geraten?
4. Die Todesursache: Diese ganz große Frage will Perz mit dem Projektteam der Tilak klären, das unabhängig von der Expertenkommission arbeitet. „Das systematische Aushungern der Patienten, die verabreichte Hungerkost oder direkte Gewaltanwendung als Todesursache festzustellen, das ist Aufgabe der Archäologen, Anthropologen und der Mediziner“, unterstreicht Historiker Perz. In zwei bis drei Wochen dürften die Ausgrabungen in Hall beendet sein, rechnet Tilak-Sprecher Johannes Schwamberger. Die Arbeiten seien sehr viel umfangreicher ausgefallen als ursprünglich angenommen. Das Hauptziel des Tilak-Projektteams sei, alle Opfer zu identifizieren. „Es sind zwar ausführliche Krankenakten vorhanden, allerdings ist eine Zuordnung der Überreste schwierig. Dazu muss man auch die Systematik des Friedhofs erkunden“, sagt Schwamberger.
Experten sind sich uneinig darüber, ob es überhaupt möglich sein wird, anhand von Knochenresten festzustellen, ob und bei wem die Hungerkost die Todesursache war. Eine ähnliche Problematik stellt sich auch bei den Knochen, die man gefunden hat. Hier versucht das Tilak-Projektteam herauszufinden, wann die Knochenbrüche stattfanden – vor oder nach dem Tod des Opfers. „Die Frage ist, ob man das überhaupt feststellen kann“, sagt auch Perz. In seiner Expertenkommission sitzen mit Alexander Zanesco und dem Historiker Oliver Seifert auch zwei Mitglieder bzw. der Leiter des Tilak-Projektteams. „Wir arbeiten eng zusammen. Die Kommission soll allerdings sicherstellen, dass nicht die Tilak sich selbst ihre Vorgängereinrichtung untersucht“, sagt Perz. Wie viel Geld seitens der Tilak in die Untersuchung gesteckt wird, lässt sich noch nicht abschätzen.
Die Tilak will in Hall mehrere Gedenkstätten errichten. „Es wird ein Denkmal am Fundort und ein Museum auf dem Areal des Krankenhauses geben“, sagt Schwamberger. Man sei auch bereits mit der Stadt Hall in Verhandlung, ob man die sterblichen Überreste der Opfer am Haller Friedhof beisetzen werde. Voraussetzung dafür sei das Einverständnis der Angehörigen.

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2011-08-03

Hunger Ostafrika: Zu schwach, um die Essensration zu tragen. Aktion Deutschland Hilft

Hunger Ostafrika

Zu schwach, um die Essensration zu tragen

Hungernoat Ostafrika, Camp in Eritrea
Handicap International hilft den Bedürftigsten in Dadaab
Fast 400.000 Menschen – Opfer von Dürre und Krieg – leben derzeit in katastrophalen Verhältnissen im kenianischen Dadaab, dem größten Flüchtlingslager der Welt. Jede Woche kommen 10.000 neue Flüchtlinge im Lager an. Die besonders Geschwächten und Menschen mit Behinderung werden oft von ihren Angehörigen getragen. Unser Mitarbeiter Bernard Franck berichtet von einer Mutter, die ihren 15-jährigen gelähmten Sohn mehr als 300 km in einer Schubkarre geschoben hat.
Hunger Ostafrika: Zu schwach, um die Essensration zu tragen. Aktion Deutschland Hilft

Dürre am Horn von Afrika

Menschen mit Behinderungen vom Hungertod bedroht


In einer Schlange auf sandigem Boden wartende Frauen und Kinder,
Diese Frauen und Kinder stehen Schlange, um Nahrungsmittel zu erhalten, die die somalische Regierung und lokale Nichtregierungsorganisationen südlich von Mogadischu verteilen.
© Reuters/Omar, courtesy Trust.org - AlertNet
Stellen Sie sich vor, Sie wären eine Mutter auf der Suche nach Wasser und Nahrung für Ihre Kinder - und außerdem wären Sie blind! Wie sollten Sie herausfinden, wo Essen verteilt wird? Und wenn Sie eine Verteilstelle fänden, dann wäre es ziemlich wahrscheinlich, dass Sie am Ende der Warteschlange stünden.
Der Hunger in Ostafrika trifft alle armen Menschen hart. Aber diejenigen, die eine Behinderung haben, kämpfen mit noch mehr Schwierigkeiten in der Krisensituation. Sie haben oft noch stärker zu leiden.
Linda Mwania, Communication Officer im CBM-Nothilfe-Team, hat mit Menschen mit Behinderungen vor Ort gesprochen.
cbm.de 

Hunger und Dürrekatastrophe am Horn von Afrika/Ostafrika

Millionen Kinder am Horn von Afrika brauchen dringend Hilfe


© UNICEF/Karin Schermbrucker
In Ostafrika leiden 11 Millionen Menschen an der derzeit schwersten Nahrungsmittelkrise der Welt. Über 2 Millionen Kinder sind mangelernährt, davon 500.000 schwer. Besonders betroffen sind arme Familien in Kenia, Somalia, Äthiopien und Dschibuti. UNICEF ruft zu Spenden auf, um eine drohende Katastrophe abzuwenden. UNICEF ist bereits seit Jahren in diesen Ländern aktiv und arbeitet eng mit der Regierung und Partnern zusammen.

Bitte unterstützen Sie UNICEF mit einer Spende für die Nothilfe am Horn von Afrika – vielen Dank!
unicef.de
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