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2014-01-28

Contergan: NRW lässt einen Skandal aufarbeiten


Ärzte Zeitung online, 28.01.2014

Contergan

NRW lässt einen Skandal aufarbeiten

Welche Rolle hat NRW im Contergan-Skandal gespielt? Die
Landesregierung will diese Frage jetzt beantworten lassen. Grünenthal
bietet Unterstützung an. Das Firmenarchiv bleibt aber geschlossen.



NRW lässt einen Skandal aufarbeiten
Will Transparenz herstellen: Ministerin Barbara Steffens am Dienstag.
© Jan-Philipp Strobel / dpa

DÜSSELDORF. Historiker der Universität Münster werden die
Rolle des Landes Nordrhein-Westfalen in der Contergan-Tragödie prüfen.
Bis Ende 2015 sollen sie Erkenntnisse darüber vorlegen, ob sich die
damalige Landesregierung und die zuständigen Behörden im Umgang mit dem
Arzneimittel-Skandal und seinen Folgen korrekt verhalten haben.

Contergan: NRW lässt einen Skandal aufarbeiten

2013-11-29

Studie : Millionen Krebspatienten ohne Schmerzmittel - Nachrichten Gesundheit - DIE WELT

28.11.13

Studie

Millionen Krebspatienten ohne Schmerzmittel

Laut einer Studie hat die Hälfte der Bevölkerung weltweit keinen angemessenen Zugang zu schmerzlindernden Medikamenten. Grund dafür sind die Anti-Drogengesetze - vor allem in Entwicklungsländern.

Studie : Millionen Krebspatienten ohne Schmerzmittel - Nachrichten Gesundheit - DIE WELT

Zu viele Psychopillen für Kinder, zu viele Beruhigungsmittel für demente Senioren und viele Wirkstoffe gleichzeitig für ältere Menschen - BARMER GEK Krankenkasse - Arzneimittelreport 2013


Barmer GEK Arzneimittelreport 2013 

Ein Drittel der über 65-Jährigen nimmt mehr als fünf Arzneimittelwirkstoffen täglich

Zu viele Psychopillen für Kinder, zu viele Beruhigungsmittel für demente Senioren und viele Wirkstoffe gleichzeitig für ältere Menschen – zu diesen Feststellungen kommt der Arzneimittelreport 2013 der Barmer GEK.
Titelseite BARMER GEK Arzneimittelreport 2013

Barmer GEK Arzneimittelreport 2013

"Gerade die Ergebnisse zur Polypharmazie zeigen, dass wir dringend mehr Vernetzung und Transparenz im Gesundheitswesen brauchen", resümiert Dr. Rolf-Ulrich Schlenker, stellvertretender Vorstandsvorsitzender der Barmer GEK. "Hätten wir die elektronische Gesundheitskarte, das elektronische Rezept und die elektronische Patientenakte, hätten behandelnde Ärzte und auch Apotheker einen viel besseren Überblick über die Arzneimitteltherapie." Die riskante Multimedikation ließe sich durch elektronische Vernetzung viel besser steuern. Es müsse endlich Schluss sein mit der Blockadepolitik namhafter Ärztefunktionäre gegen eine moderne Telematikinfrastruktur.
Basierend auf Daten von 2,1 Millionen Versicherten über 65 Jahre haben die Autoren des Arzneimittelreports um den Bremer Versorgungsforscher Prof. Dr. Gerd Glaeske analysiert, wie häufig Patienten mehrere Arzneimittelwirkstoffe parallel verordnet bekommen. Dabei zeigte sich, dass ein Drittel der Versicherten von Polypharmazie betroffen ist, also täglich mehr als fünf Arzneimittelwirkstoffe einnimmt. Bei den Hochbetagten zwischen 80 und 94 Jahren ist fast jeder Zweite betroffen. Im Durchschnitt nehmen Männer über 65 Jahre täglich 7,3 Wirkstoffe ein, bei Frauen dieser Altersgruppe sind es 7,2. Glaeske: "Darunter leidet vor allem auch die Therapietreue."
Besorgniserregend hoch stufen die Bremer Forscher die Verordnungszahlen von Antipsychotika für Kinder und Jugendliche ein. Von 2005 bis 2012 sind die Verschreibungen um 41 Prozent gestiegen. Verursacht werden die Zuwächse vor allem durch neuere Präparate (+ 129 Prozent), während die Verschreibungen älterer Medikamente leicht rückläufig sind. Ein differenziertes Bild zeigt der Blick auf einzelne Altersgruppen. Bei Kleinkindern bis vier Jahren verschreiben Ärzte kaum noch Antipsychotika. Bei allen anderen steigen die Verordnungszahlen, am stärksten bei den 10- bis 14-Jährigen. "Eine medizinische Erklärung dafür lässt sich nicht direkt herleiten", betont Glaeske. Weder zeigten Studien einen Anstieg psychiatrischer Störungen bei Kindern und Jugendlichen, noch hätten sich die relevanten Therapieempfehlungen geändert. Zudem dürfe man nicht ausblenden, dass Antipsychotika zum Teil gravierende unerwünschte Wirkungen haben.
Kritisch bewertet das Autorenteam vom Zentrum für Sozialpolitik der Universität Bremen den Einsatz von so genannten Benzodiazepinen bei Menschen mit einer Demenzerkrankung. Diese Schlaf- und Beruhigungsmittel wurden 2010 rund 3.500 Versicherten der Barmer GEK verschrieben. "Das Risiko, Benzodiazepine verordnet zu bekommen, ist bei Menschen mit Demenz um das 1,5-fache erhöht", so Glaeske. Mit dem Wirkstoff verbunden sei ein Verlust kognitiver Fähigkeiten wie Aufmerksamkeit, Erinnerung oder Lernen. Glaeske: "Ohne Zweifel sind viele ältere Menschen von Benzodiazepin-haltigen Arzneimitteln abhängig. Sie bekommen sie vermutlich oft nur, um quälende Entzugssymptome zu vermeiden." Denkbar sei jedoch, dass sich nach langen Jahren der Abhängigkeit eher eine Demenz entwickle als bei Menschen, die deutlich seltener solche Mittel eingenommen haben.

Für Sie zum Herunterladen:

BARMER GEK Krankenkasse - Arzneimittelreport 2013

2013-11-28

Deutsche Kinder werden mit Psychopharmaka vollgepumpt | Unzensuriert.at


Deutsche Kinder werden mit Psychopharmaka vollgepumpt

27. November 2013 - 13:00


http://presse.barmer-gek.de/barmer/web/Portale/Presseportal/Subportal/Presseinformationen/Archiv/2013/130611-Arzneimittelreport/Bild-Pillenberg,property=Data.jpg

"Verhaltensauffällige Kinder" erhalten in Deutschland Psychopharmaka.
Immer mehr Kinder in Deutschland werden regelrecht mit Psychopharmaka „vollgepumpt“. Dies ist das Ergebnis des aktuellen „Arzneimittelreport 2013. Der Report belegt, dass in den vergangenen Jahren 2005 bis 2012 die Verschreibung von Antipsychotika um ganze 41 Prozent angestiegen ist. Die Zahlen alarmieren, noch dazu geschieht die Verschreibung vermehrt durch Hausärzte und nicht durch dazu speziell ausgebildete Fachärzte.
Deutsche Kinder werden mit Psychopharmaka vollgepumpt | Unzensuriert.at

2013-11-06

Pharmariese Johnson & Johnson zahlt 2,2 Mrd. Dollar Strafe | tagesschau.de

Schizophrenie-Mittel für Demente

Pharmariese zahlt Milliardenstrafe

Der US-Pharmahersteller Johnson&Johnson hat durch Schmiergeldzahlungen an Ärzte und Apotheker erreicht, dass seine Medikamente zweckentfremdet verschrieben wurden. Nach der Klage gab es nun eine außergerichtliche Einigung.
Von Silke Hasselmann, MDR-Hörfunkstudio Washington
(...)

Johnson & Johnson räumte ein, hinter den Kulissen für die Verschreibung zweier Medikamente auch an Kinder, Ältere und Behinderte gesorgt zu haben - und zwar für eine Anwendung, die die Arzneimittelzulassungsbehörde FDA ausdrücklich nicht gestattet. Zum einen warben Johnson & Johnson und die Konzerntochter Janssen Pharmceuticals dafür, Risperdal bei unberechenbarem, sprunghaftem Verhalten von demenzkranken Senioren anzuwenden. Zum anderen drängten sie auf die Vergabe an verhaltensauffällige Kinder und geistig Behinderte. In allen Fällen sollte die Pille als Beruhigungsmittel genommen werden.

Pharmariese Johnson & Johnson zahlt 2,2 Mrd. Dollar Strafe | tagesschau.de

2013-07-10

Rote Karte für riskante Arzneien

 PHARMAZIE
Serie AMTS

Rote Karte für riskante Arzneien

Von Iris Hinneburg, Berlin / In Alten- und Pflegeheimen ist eine sichere Arzneimitteltherapie keine Selbstverständlichkeit. 
Das sogenannte AMPEL-Projekt untersucht, ob eine intensive Zusammenarbeit von Ärzten, 
Apothekern und Pflegepersonal das Risiko für Nebenwirkungen bei älteren Patienten in der
Langzeitpflege verringern kann.


Pharmazeutische Zeitung online: Serie AMTS: Rote Karte für riskante Arzneien

»Eine Generation wird krankgeschrieben« - Positionspapier der DGSP zu ADHS und dem Medikament Ritalin

 http://www.dgsp-ev.de/fileadmin/dgsp/templates/css/imgs/dgsp_logo.gif

Positionspapier der DGSP zur Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörung (ADHS) und dem Medikament Ritalin


Sehr geehrte Leserinnen und Leser,

»Eine Generation wird krankgeschrieben«, diese Formulierung spiegelt in unseren Augen angesichts der alarmierenden Statistik leider die aktuelle Situation in Deutschland wider: Die Zahl der Fälle, in denen deutsche Ärzte und Kinder- und Jugendpsychiater eine »Aufmerksamkeitsdefizit-/ Hyperaktivitätsstörung« (ADHS) diagnostizierten, ist in den vergangenen Jahren drastisch gestiegen und wird bundesweit derzeit auf mehr als eine halbe Million geschätzt. In ähnlichem Maß aber, in dem ADHS in den Patientenkarteien zunahm, vervielfachte sich auch die Verordnung des Wirkstoffs Methylphenidat, etwa Ritalin.

Die Deutsche Gesellschaft für Soziale Psychiatrie (DGSP) veranstaltete am 24. Februar 2012 gemeinsam mit der Hamburger »Patriotischen Gesellschaft von 1765« und mit Unterstützung der Berliner Gesellschaft für Soziale Psychiatrie in Hamburg ein Experten-Hearing unter dem Titel: »ADHS – Eine Kinder- und Jugendgeneration wird krankgeschrieben. Gegen die Medikalisierung eines gesellschaftlichen Problems durch Psychopharmaka und Methylphenidat!«

Wir danken Dr. med. Terje Neraal, Prof. Dr. med. Peter S. Schönhöfer, Dr. med. Miriam Haagen und Dr. Charlotte Köttgen sowie den Teilnehmerinnen und Teilnehmern aus Jugendhilfe, Schule, Kindertagesstätten und Gesundheitsämtern für ihre Beiträge.

Die Sprecherin des DGSP-Fachausschusses Dr. med. Charlotte Köttgen und der Diplom-Psychologe und -Pädagoge Stephan Richter haben aus den Ergebnissen der Veranstaltung ein Positionspapier erarbeitet, in dem sie Kritik am aggressiven Marketing der Pharmaindustrie und an den von ihr finanzierten Studien äußern. Dieser Kritik stellen sie alternative Modelle und Forderungen nach pädagogischen und therapeutischen Hilfen sowie nach notwendigen strukturellen Veränderungen gegenüber.

Wir freuen uns, wenn Sie uns Ihre Anregungen – auch Ihre Kritik – zu diesem Positionspapier mitteilen!

Köln, im Februar 2013

Deutsche Gesellschaft für Soziale Psychiatrie e.V. (DGSP)
Der Vorstand

Herausgeber und Korrespondenzadresse:

Deutsche Gesellschaft für Soziale Psychiatrie e.V.
Zeltinger Straße 9, 50969 Köln
Tel.: +49 221 51 10 02
Fax: +49 221 52 99 03
E-Mail: dgsp(at)netcologne.de
Positionspapier der DGSP zu ADHS und dem Medikament Ritalin

2013-06-13

Arzneimittelreport: Ältere und Kinder schlucken zu viele Pillen - Gesundheit | STERN.DE

 

Ältere und Kinder schlucken zu viele Pillen

Ältere Menschen schlucken zu viele Medikamente gleichzeitig, kritisiert der Barmer Arznei-Report. Kinder bekommen zu oft Antipsychotika verschrieben. Insgesamt sanken die Ausgaben für Arzneimittel.

Arzneimittelreport: Ältere und Kinder schlucken zu viele Pillen - Gesundheit | STERN.DE

2013-06-12

Deutsche Kinder schlucken zu viele Pillen - Nachrichten Print - WELT KOMPAKT - Wirtschaft (Pirnt DWK) - DIE WELT

 Die Welt kompakt 12.06.13

Deutsche Kinder schlucken zu viele Pillen

Arzneimittelreport: Starker Anstieg bei Psychopharmaka für junge Menschen. Auch Alte nehmen zu viele Medikamente Von
Deutsche Kinder schlucken zu viele Pillen - Nachrichten Print - WELT KOMPAKT - Wirtschaft (Pirnt DWK) - DIE WELT

Barmer GEK Report: Ältere schlucken oft zu viele Medikamente - SPIEGEL ONLINE


Krankenkassen-Report: Viele Ältere schlucken riskante Pillen-Cocktails

Millionen ältere Menschen bekommen zu viele Medikamente gleichzeitig verordnet. Der neue Arzneimittelreport der Krankenkasse Barmer GEK beklagt auch die Flut an Beruhigungsmitteln bei Dementen - und an Psychopharmaka bei Kindern.
Barmer GEK Report: Ältere schlucken oft zu viele Medikamente - SPIEGEL ONLINE

2013-05-25

Weitergabe von Arzneimitteln an andere Heimbewohner verboten | Heimversorgung


Weitergabe von Arzneimitteln an andere Heimbewohner verboten


In letzter Zeit berichten heimversorgende Apotheker immer wieder davon, dass in einigen Heimen nach einem Therapiewechsel oder dem Tod eines Patienten die bereits gestellten oder verblisterten Medikamentenreste zur Versorgung weiterer Patienten verwendet und aufgebraucht werden. Ob es sich hierbei um ein flächendeckendes Problem oder nur um einige Ausnahmefälle handelt, ist schwierig einzuschätzen.(...)
Der heimversorgende Apotheker sollte den Heimmitarbeitern unbedingt klarmachen, dass diejenigen Pflegemitarbeiter, die patientenbezogen verordnete Arzneimittel an andere Bewohner abgeben, nicht nur die Gesundheit der Bewohner gefährden, sondern sich auch des Diebstahls schuldig machen.  
 
Weitergabe von Arzneimitteln an andere Heimbewohner verboten | Heimversorgung

2013-05-18

BfArM Presse Transparenz bei unerwünschten Arzneimittelwirkungen: Datenbank mit Verdachtsmeldungen jetzt öffentlich zugänglich


04/13 Transparenz bei unerwünschten Arzneimittelwirkungen:
Datenbank mit Verdachtsmeldungen jetzt öffentlich zugänglich

Erstellt: 23.04.2013
Aktualisiert: 23.04.2013
Pressemitteilung 04/13
Das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) bietet seit heute einen Online-Zugang zu seiner Datenbank mit Verdachtsmeldungen unerwünschter Arzneimittelwirkungen an. Mit dem neuen Internetangebot steht Ärzten und Patienten jetzt eine weitere Möglichkeit offen, sich vertieft über Arzneimittelrisiken zu informieren.
Prof. Dr. Walter Schwerdtfeger, Präsident des BfArM, erklärte dazu: „Jeder kann jetzt in den bei uns gemeldeten Verdachtsmeldungen kostenfrei recherchieren. Damit schaffen wir noch mehr Transparenz für Ärzte, Patienten und andere interessierte Bürger.“
Die Recherchemöglichkeit in den Verdachtsmeldungen soll bereits vorhandene behördliche Informationen über Arzneimittelrisiken flankieren, sie aber nicht ersetzen. Entscheidende Informationsquellen zu Anwendung und Risiken von Arzneimitteln bleiben weiterhin die Gebrauchsinformation („Packungsbeilage“) für Patienten und die Fachinformation für Ärzte. Im Gegensatz zu den jetzt zugänglichen Rohdaten der Verdachtsmeldungen stellen Fach- und Gebrauchsinformationen bereits das Ergebnis einer behördlichen Bewertung dar und bieten Ärzten und Patienten konkret anwendbare Informationen und Empfehlungen.
Über die Datenbank: BfArM Presse Transparenz bei unerwünschten Arzneimittelwirkungen: Datenbank mit Verdachtsmeldungen jetzt öffentlich zugänglich

2013-05-13

Patientenmissbrauch : Charité erforscht Medikamententests - Aktuelle Nachrichten - Printarchiv - Titelseite - Berliner Morgenpost - Berlin

13.05.13, 02:40

Patientenmissbrauch

Charité erforscht Medikamententests

Pharma-Unternehmen missbrauchten Patienten in der DDR für Studien
In der Kritik stehende Medikamententests von Pharmaunternehmen aus der Bundesrepublik, der Schweiz und den USA in DDR-Kliniken sollen jetzt an der Berliner Charité untersucht werden. Idee des auf fast drei Jahre angelegten Forschungsprojekts sei es, alle Beteiligten – also auch die Medikamentenhersteller – einzubinden, sagte der Leiter des Charité-Instituts für Geschichte der Medizin, Volker Hess.
Einem Bericht des Nachrichtenmagazins "Der Spiegel" zufolge sollen bis zum Mauerfall in mehr als 50 Krankenhäusern rund 600 Medikamentenstudien unter anderem zu Herzmedikamenten und Antidepressiva in Auftrag gegeben worden sein. Mehr als 50.000 Menschen sollen dafür als Testpatienten gedient haben – zum größten Teil unwissentlich.
Patientenmissbrauch : Charité erforscht Medikamententests - Aktuelle Nachrichten - Printarchiv - Titelseite - Berliner Morgenpost - Berlin

Wissenschaftler: Kliniken in Erfurt, Jena, Gera, Arnstadt, Bad Berka und Suhl waren dabei. Einnahmen von bis zu 30.000 D-Mark pro Testreihe
DDR-Kliniken testeten Medikamente für Westen | OTZ

2013-04-25

Contergan: Opfer bekommen höhere Renten - SPIEGEL ONLINE


Arzneimittelskandal: Contergan-Opfer bekommen höhere Renten

Contergan: Größter Arzneimittelskandal der deutschen Nachkriegsgeschichte
AP
Contergan: Größter Arzneimittelskandal der deutschen Nachkriegsgeschichte

Die Renten für Contergan-Geschädigte werden deutlich erhöht. Der Bundestag hat beschlossen, pro Jahr 120 Millionen Euro zur Verfügung zu stellen. Das Opfernetzwerk bezeichnete die Anhebung als kleine Revolution.
Contergan: Opfer bekommen höhere Renten - SPIEGEL ONLINE

2012-10-26

Contergan - Parlament - Bundestagsfraktion Bündnis 90/Die Grünen

Bundestagsrede von Markus Kurth | 25.10.2012

Contergan

Markus Kurth (BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN):
Die Firma Grünenthal produzierte und vertrieb Ende der 50er-Jahre insgesamt 22 thalidomidhaltige Medikamente, darunter das als ungiftig beworbene Contergan. Innerhalb weniger Jahre machten diese Medikamente insgesamt 50 Prozent des Gesamtumsatzes des Unternehmens aus. Obwohl es bereits in dieser Zeit eine politische und fachliche Diskussion über schädigende Auswirkungen von Medikamenten bei Einnahme während der Schwangerschaft gab, hatte der Staat zu Beginn der Debatte um mögliche schädliche Auswirkungen von Contergan in diesem Zusammenhang keine Interven-tionsbefugnis. Erst durch öffentlichen Druck konnte Grünenthal dazu gezwungen werden, das Medikament vom Markt zu nehmen.
Der Conterganskandal hat unsere Gesellschaft verändert. Er hatte, wenn auch zeitlich verzögert, erst in den 70er-Jahren Konsequenzen für das Arzneimittelrecht. Die Vorgaben zur Arzneimittelsicherheit wurden verbessert.
Während Grünenthal erhebliche Gewinne machte, wurde und wird den Geschädigten in mehrfacher Hinsicht Unrecht getan: Zeit ihres Lebens wurden sie von medizinischer Forschung objektiviert, sie wurden als „Missgeburten“ bezeichnet und wahrgenommen. Für den Verlust an Lebensqualität, den sie erleben, sind sie bis heute nicht angemessen entschädigt worden. Sie müssen bis heute mit Krankenkassen um die Finanzierung ihrer Heil- und Hilfsmittel kämpfen. Mit zuneh-menden Alter nehmen auch ihre Schmerzen zu, während gleichzeitig soziale Unterstützungsnetzwerke, etwa durch den Tod der Eltern, wegbrechen.
Als wir hier das letzte Mal über die Situation Contergangeschädigter gesprochen haben, war uns klar, dass die Zahlungen, die sie zur Deckung ihrer Bedarfe erhalten, nicht ausreichend sind. Im Wissen um die unangemessene Versorgungssituation der Betroffenen wurden damals unter anderem die sogenannten Contergan-renten verdoppelt. Die Forderung der Grünen-Fraktion, im Rahmen einer Studie die Bedarfe genau zu ermitteln, damit auf dieser Grundlage über weitere Verbesserungen entschieden werden kann, wurde von der damaligen Bundesregierung aufgegriffen und eine Studie an der Universität Heidelberg in Auftrag gegeben.
Die Ergebnisse, die uns aus dieser Studie vorliegen, sind zwar erst vorläufig, dafür aber um so deutlicher: Ungedeckte Bedarfe belasten Contergangeschädigte in einem Ausmaß, das fast nicht vorstellbar ist, wenn man nicht täglich damit lebt. Fast 85 Prozent der Befragten leiden an Schmerzen, ihre Bedarfe an Medikamenten, Hilfsmitteln, rehabilitativen Maßnahmen und physikalischer Therapie sind in großen Teilen nicht gedeckt. Nur wenige sind finanziell in der Lage, sie in Eigenleistung zu finanzieren. Der Bedarf an Assistenz im Alltag wird zunehmen, er ist bereits jetzt nicht ausreichend gedeckt. Ein bemerkenswerter Teil der Geschädigten kann aufgrund der Schädigung und mangelnder Versorgung nicht mehr arbeiten, entsprechend bestehen Verdienstausfälle.
Für uns kann das nur eins bedeuten: Wir müssen handeln, und zwar jetzt! Die Betroffenen werden immer älter, ihre Schmerzen nehmen zu. Ihre Bedarfe werden steigen. Deswegen müssen wir jetzt den Schadensausgleich verbessern und regelmäßig überprüfen.
Es wurde bereits diskutiert, inwiefern die Versorgung der Contergangeschädigten über das System der Sozialversicherungen geleistet werden kann. Ich habe schon von den Kämpfen gesprochen, die sich die Geschädigten mit den Krankenkassen immer wieder liefern müssen. Die Kassen weigern sich hartnäckig, Kosten für nötige Heil- und Hilfsmittel zu übernehmen. Zahnimplantate werden nicht gezahlt, selbst wenn Geschädigte sich aufgrund verkürzter Arme Prothesen nicht selbstständig einsetzen können. Das ist nicht das einzige Beispiel, es gibt zahlreiche. Auch die explizite Aufforderung des Ministeriums an die Krankenversicherungen, im Falle Contergangeschädigter unbürokratisch zu agieren, konnte daran nichts ändern. Auch wenn nachvollziehbar ist, dass die Kassen Leistungen zum Ausgleich der Folgen einer Schädigung nicht aus Versicherungsbeiträgen finanzieren möchten, hätte ich mir angesichts der Situation Contergangeschädigter eine konstruktivere Zusammenarbeit und weniger Rücksichtslosigkeit gewünscht. Für uns ist die Konsequenz aus diesen Erfahrungen allerdings eindeutig: Wir müssen die Finanzierung anders absichern als über die gesetzliche Krankenversicherung. Die Frage, wie man grundsätzlich damit umgeht, dass Krankenkassen scheinbar unbeeindruckt von politischen Entscheidungen ihre eigenen Ziele verfolgen, ist eine, die wir dringend angehen müssen, aber nicht im Rahmen der Entschädigung von Conterganopfern regeln können.
Ich habe es schon gesagt: Wir müssen schnell handeln. Aus meiner Sicht ist es bereits jetzt möglich, auf der Grundlage der Ergebnisse der Heidelberger Studie die Conterganrenten zu erhöhen. Selbst wenn bisher keine detaillierten Zahlen vorliegen: Sollte bei der Berechnung eine Unschärfe zugunsten der Betroffenen entstehen, so ist das vor dem Hintergrund der vergangenen Jahre ohne Frage hinnehmbar.
Die Bundesrepublik Deutschland steht in der Haftungsnachfolge der Firma Grünenthal. Die Finanzierung von notwendiger Assistenz und von Hilfen im Alltag, von Pflege, von rehabilitativen und therapeutischen Maßnahmen, von Umbaumaßnahmen zur Steigerung der Barrierefreiheit im Wohnbereich und die Finanzierung eines Kraftfahrzeugs über die „Rente“ ist systematisch gerechtfertigt. Das sollte uns nicht davon abhalten, weiterhin auf Grünenthal einzuwirken, sich an der Finanzierung zu beteiligen. Dass die Firma moralisch in der Pflicht steht, ist wohl schwerlich zu widerlegen.
Natürlich ist eine Nachbefragung durch die Universität Heidelberg zur Ermittlung der tatsächlichen Verluste, die den Betroffenen durch die Conterganschädigung entstanden sind, weiterhin geboten. Ich halte es weiterhin für nötig, auch nach der jetzt durchzuführenden Erhöhung der Renten weiter darüber zu sprechen, in welcher Höhe den Geschädigten eine finanzielle Kompensation für den Verlust an Lebensqualität geleistet werden kann. Wie hoch eine solche zusätzliche Zahlung ausfallen sollte, darüber gehen die Meinungen auseinander. Ich bin der Überzeugung, dass wir darüber mit Blick auf die Entschädigungszahlungen, die Opfer von Medikamentenskandalen heute bekommen, weiter diskutieren müssen.
Abschließend möchte ich mich bei allen Betroffenen bedanken, die uns noch immer konstruktiv darin unterstützen, die Situation zu verbessern. Ich kann Ihren Ärger darüber, wie lange nichts oder zu wenig getan wurde, verstehen: Er ist gerechtfertigt – genau wie das Ende der Geduld. Es ist nun Aufgabe dieses Parlaments, zügig einen Beschluss zu fassen, der Ihnen ein Leben in Würde ermöglicht.

Contergan - Parlament - Bundestagsfraktion Bündnis 90/Die Grünen

2012-09-11

Braune Vorgeschichte - Der Contergan-Erfinder - SPIEGEL ONLINE

Braune Vorgeschichte  

Der Contergan-Erfinder



dpa














Spiel auf Zeit: Die Angeklagten Dr. Mückter (v.r.) und Dr. Sievers mit ihren Rechtsanwälten Schmitz, Waldowski und Damassiotis vor dem Hauptsitz der Grünenthal Chemie in Stolberg. Am 283. Verhandlungstag, am 18. Dezember 1970, wurde der Prozess ohne Urteil durch Gerichtsbeschluss beendet - wegen geringfügiger Schuld der Angeklagten und mangelnden öffentlichen Interesses.


Als Forschungsleiter der Firma Grünenthal Chemie entwickelte Dr. Heinrich Mückter das verhängnisvolle Medikament Contergan. Hinweise auf Missbildungen ignorierte er - ein Verhalten, dass er so ähnlich schon Jahre zuvor an den Tag gelegt hatte. Doch im größten Arzneimittelskandal der Nachkriegsgeschichte interessierte sich offenbar niemand für seine Vergangenheit. Von Armin D. Steuer
Braune Vorgeschichte - Der Contergan-Erfinder - SPIEGEL ONLINE


Heinrich Mückter


Heinrich Mückter (* 14. Juni 1914 in Körrenzig; † 1987) war ein deutscher Mediziner, Pharmakologe und Chemiker. Von der polnischen Justiz wurden ihm medizinische Experimente an KZ-Häftlingen und Zwangsarbeitern während der Zeit des Nationalsozialismus vorgeworfen. Einer Verhaftung entzog er sich durch Flucht in die westlichen Besatzungszonen.Öffentlich bekannt wurde er in seiner Funktion als wissenschaftlicher Direktor bei dem Stolberger Pharmaunternehmen Grünenthal, wo unter seiner Leitung das Schlaf- und Beruhigungsmittel Contergan entwickelt wurde.
Heinrich Mückter – Wikipedia



The Nazis and Thalidomide: The Worst Drug Scandal of All Time - Newsweek and The Daily Beast

2012-09-05

Paralympics 2012: Gold-Speerwerferin Birgit Kober wegen Ärzte-Pfusch im Rollstuhl? - Sport - Bild.de


Unsere Gold-Speerwerferin kämpft vor Gericht gegen die Klinik 

Wegen Ärzte-Pfusch im Rollstuhl?

  • Paralympics 2012: Gold-Speerwerferin Birgit Kober wegen Ärzte-Pfusch im Rollstuhl?

    London 2012 Die Paralympics

    Mit 27,03 Metern stellte Birgit Kober einen neuen Weltrekord auf. Nach dem Gold-Wurf will sie jetzt Gerechtigkeit
    Foto: Getty Images
05.09.2012 — 00:01 Uhr
Von SEBASTIAN KAYSER
Der Jubel kannte keine Grenzen, die Tränen schossen in ihr Gesicht. Speerwerferin Birgit Kober (42) holte bei den Paralympics Gold mit Weltrekord (27,03 Meter).
„Dieser Moment ist so viel größer als man selbst“, sagt die Münchnerin.
Doch bald hat sie einen noch härteren Kampf zu bestehen. Vor Gericht gegen das Klinikum Rechts der Isar, das sie durch Ärzte-Pfusch in den Rollstuhl gebracht haben soll.

Rückblick: Juni 2007. Kober muss nach einem Epilepsie-Anfall auf die Intensivstation. „Dort hat wohl ein Arzt einen Schreibfehler begangen“, sagt sie. Deshalb soll sie die 25-fache Dosis eines toxischen Medikaments bekommen haben!

Paralympics 2012: Gold-Speerwerferin Birgit Kober wegen Ärzte-Pfusch im Rollstuhl? - Sport - Bild.de

2012-09-02

«Zu wenig, zu spät» Kritik an Entschuldigung von Contergan-Hersteller - NZZ.ch, 01.09.2012









Kritik an Entschuldigung von Contergan-Hersteller



«Zu wenig, zu spät»



Panorama
Opfer der Contergan-Katastrophe und Angehörige demonstrieren am 26. November 2011 vor dem Reichstag in Berlin.
 
 
Opfer der Contergan-Katastrophe und Angehörige demonstrieren am 26. November 2011 vor dem Reichstag in Berlin. (Bild: Imago)






(sda/dpa) 50 Jahre hat der Contergan-Hersteller Grünenthal für eine Entschuldigung bei den Opfern gebraucht – zu lange, finden viele Interessenverbände. Der juristische Streit um Entschädigung geht weiter.


Ernsthafte Entschuldigung gefordert


«Zu wenig, zu spät», kommentierten am Samstag Anwälte, die Opfer des Arzneimittelskandals in Australien vertreten. Das britische Contergan-Opfer Nick Dobrik sagte dem Sender BBC: «Wir sind der Meinung, eine ernsthafte Entschuldigung muss die Fehler einräumen, die gemacht wurden. Das hat die Firma nicht getan und damit die Opfer beleidigt.»
Auch Martin Johnson, Direktor der Stiftung Thalidomide, warf Grünenthal vor, das Unternehmen versuche weiter, den Mythos aufrechtzuerhalten, niemand habe wissen können, welche Schäden das Medikament anrichten könne. Das aber sei nicht richtig. «Zu wenig, zu spät» - NZZ.ch, 01.09.2012

Die Folgen der Entschuldigung von Grünenthal wegen Contergan - SPIEGEL ONLINE

 

Entschuldigung im Contergan-Skandal 50 Jahre Schweigen

Entschuldigung nach 50 Jahren: Pharmafirma bekennt sich zu Contergan-Skandal
dapd
"Entschuldigung" - dieses Wort findet Arzneimittelhersteller Grünenthal erst nach mehr als 50 Jahren. Wegen seines Schlafmittels Contergan kamen Tausende Kinder mit Behinderungen zur Welt. Der Geschäftsführer bat um Verzeihung für das lange Schweigen, Betroffene fordern Taten.

Die Folgen der Entschuldigung von Grünenthal wegen Contergan - SPIEGEL ONLINE

2012-04-24

Neuer Pflegebericht - Falsche Medikamente, Fesseln, Druckgeschwüre - Gesundheit - sueddeutsche.de

Neuer Pflegebericht Falsche Medikamente, Fesseln, Druckgeschwüre

24.04.2012, 14:19
Ist die Pflege in Deutschland besser geworden? Höchstens in Teilen, ergibt der neue Pflege-Qualitätsbericht. Heimbewohner sind heute besser ernährt als vor fünf Jahren, aber noch immer läuft ein großer Teil der Betroffenen unnötig Gefahr, Druckgeschwüre zu entwickeln. Und jeder fünfte Patient bekommt seine Medikamente nicht wie verordnet.
Neuer Pflegebericht - Falsche Medikamente, Fesseln, Druckgeschwüre - Gesundheit - sueddeutsche.de
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