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2013-12-02

Menschen mit Behinderungen wollen seit Jahrzehnten in Freiheit leben - BIZEPS-INFO

Text: SLIÖ · 2. Dezember 2013 13:24 Uhr

Menschen mit Behinderungen wollen seit Jahrzehnten in Freiheit leben

Anlässlich des Internationalen Tages behinderter Menschen begrüßt Selbstbestimmt Leben Österreich die De-Institutionalisierung des Behindertenheims in Schernberg

SLIÖ

In Österreich leben über 13.000 Menschen mit Behinderungen in Sondereinrichtungen. Der Tagesablauf in diesen ist geprägt von Fremdbestimmung, sozialer Aussonderung und dem besonders hohen Risiko Gewalt zu erleben. Die umfassende Kritik Österreichs durch die Staatenprüfung der UNO im September dieses Jahres, hob bei der schleppenden Umsetzung der UN-Konvention, diesen Missstand zu Menschenrechten und Menschenwürde in Einrichtungen besonders hervor.

Menschen mit Behinderungen wollen seit Jahrzehnten in Freiheit leben - BIZEPS-INFO

2013-07-15

Terror der 'Normalen' brechen | kobinet-nachrichten




Terror der 'Normalen' brechen

Veröffentlicht am von Franz Schmahl
Theresia Degener bei ihrer Aktion zum Abschluss der Pride Parade
Theresia Degener bei ihrer Aktion zum Abschluss der Pride Parade
© H.-Günter Heiden
Berlin (kobinet) "Wir sind bunt und frech!" In dieser kurzen Formel fasste Prof. Dr. Theresia Degener all das zusammen, was sich gestern bei der ersten Pride Parade in Deutschland zeigte. Als Beweis zertrümmerte sie nach ihrer beeindruckenden Rede auf der Abschlusskundgebung am Kottbusser Tor per Fuß ein Holzbrett mit der Aufschrift "Terror der 'Normalen'". Das betonte heute die Interessenvertretung Selbstbestimmt Leben in Deutschland (ISL), die auf ihrer Webseite die Rede von Theresia Degener dokumentiert.
"Es ist höchste Zeit", so Degener, "die Verschleierung und Legitimierung von Menschenrechtsverletzungen an Behinderten durch das medizinische Modell zu enttarnen. Sondereinrichtungen für Behinderte sind keine Schonräume sondern Apartheid. Mitleid mit Behinderten ist keine Tugend, sondern Dominanzverhalten. Zwangsbehandlung ist keine Therapie, sondern Traumatisierung!"
weiterlesen:
Terror der 'Normalen' brechen | kobinet-nachrichten

 Pride Parade Berlin--behindert und verrückt feiern--Kein Mensch ist unnormal aber Jeder ist anders - YouTube

2013-05-26

Steht die Sonderpädagogik der Inklusion im Weg? - BIZEPS-INFO

Text: Dr. Brigitte Schumann · 24. Mai 2013 05:31 Uhr

Steht die Sonderpädagogik der Inklusion im Weg?

Wie die Sonderpädagogik mit der menschenrechtlichen Verpflichtung zu Inklusion umgeht und sich ihren Einfluss auf die Bildungspolitik sichert.

Flagge Deutschland
Jahrzehntelang blieb das empirische Wissen über die negativen Effekte der Förderschule und die institutionelle Diskriminierung und Stigmatisierung der Förderschüler/innen ohne bildungspolitische Konsequenzen. Erst mit der UN-Behindertenrechtskonvention (UN-BRK) sieht sich die Sonderpädagogik herausgefordert. Solange wie die Bildungspolitik jedoch "Inklusion" ohne Paradigmenwechsel betreibt, kann die Sonderpädagogik "alten Wein in neue Schläuche" füllen, so der Göttinger Neurobiologe Prof. Gerald Hüther.

Steht die Sonderpädagogik der Inklusion im Weg? - BIZEPS-INFO

2012-12-02

Arbeitsmarkt: Internationaler Tag der Menschen mit Behinderungen am 03.12.2012

30.11.2012  15:53 Uhr

Arbeitsmarkt
Internationaler Tag der Menschen mit Behinderungen am 03.12.2012

Münster & Münsterland. Der LWL fordert zum Internationalen Tag der Menschen mit Behinderungen: "Mehr Menschen mit Behinderungen auf den allgemeinen Arbeitsmarkt".
"Behinderte Menschen müssen besser als bisher normal leben können. Sie sollen ihre Wohnung frei wählen können. Sie sollen Arbeitsplätze auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt erhalten. Der freie Zugang zu Kultureinrichtungen muss selbstverständlich werden. Auch Einrichtungen wie zum Beispiel Krankenhäuser müssen sich auf die Bedürfnisse von Menschen mit Behinderungen einstellen", sagte der Direktor des Landschaftsverbandes Westfalen-Lippe (LWL), Dr. Wolfgang Kirsch, am Freitag (30.11.) zum Internationalen Tag der Menschen mit Behinderung am kommenden Montag (3.12.). Der LWL ist einer der größten deutschen Hilfezahler für Menschen mit Behinderung.
Kirsch: "Noch immer werden in Westfalen Lippe zu viele Menschen in Sondereinrichtungen versorgt. Auch wenn es in den vergangenen Jahren gelungen ist, zumindest den Zuwachs der Plätze in den stationären Heimen zu bremsen, so steigt die Zahl der Beschäftigten in den Werkstätten für behinderte Menschen immer noch stark an. Allein 2012 sind fast 900 Menschen mehr in Werkstätten betreut worden als im Jahr davor.
"Viele dieser 40.000 Menschen könnten durchaus auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt Arbeit finden, wenn sie dort richtig unterstützt würden", so Kirsch weiter. Offenbar sei nicht ausreichend bewusst, dass viele Menschen mit Behinderungen leistungsfähig seien und eine Chance verdient hätten.
LWL-Sozialdezernent Matthias Münning kündigte weitere Aktionen an, um Wege zu einer inklusiven Gesellschaft aufzuzeigen. Die Selbständigkeit von Menschen mit Behinderungen müsse durch ein so Bundesteilhabegeld, unabhängig vom Einkommen, gestärkt werden. Heute dagegen seien Menschen mit wesentlichen Behinderungen ausschließlich auf die Sozialhilfe angewiesen. Das bisher Erreichte und die Herausforderungen der Zukunft stelle der LWL in einem eigenen Internetauftritt dar (http://www.richtung-inklusion.lwl.org), so Münning.
Arbeitsmarkt: Internationaler Tag der Menschen mit Behinderungen am 03.12.2012

2012-10-01

Geringqualifizierte in Behindertenwerkstätten? - SR-online: Nachrichten / Panorama

Saarländischer Rundfunk
Behindertenwerkstatt (Foto: dpa)
Behindertenwerkstatt
(Foto: dpa)

Geringqualifizierte in Behindertenwerkstätten?

Die Behindertenwerkstätten im Saarland wollen künftig auch nicht-behinderte, gering qualifizierte Arbeitslose beschäftigen. Das Sozialministerium zeigt sich kritisch. Geht das Vorhaben möglicherweise zu Lasten der Behinderten?
(26.09.2012) Der Bundesverband der Behindertenwerkstätten möchte seine Einrichtungen künftig auch gering qualifizierten Arbeitslosen öffnen. Das Argument:

SR-online: Nachrichten / Panorama

2012-09-23

Was wusste der Generalvikar? | Hessen - Frankfurter Neue Presse - Frankfurt

Was wusste der Generalvikar?

Hat Generalvikar Kaspar die Aufklärung der Missbrauchsfälle behindert? Der ehemalige Heimbewohner Homes deutet dies an. Kaspar widerspricht.

Limburg. Dr. KasparDr. Kaspar"Prügel vom lieben Gott" heißt das Buch von Alexander Markus Homes, das nun zum zweiten Mal erscheint. "Hatte der Geistliche wirklich keine Kenntnis?", fragt das ehemalige Heimkind im Prolog zur neuen Ausgabe. Der Geistliche, das ist der heutige Generalvikar der Bistums, Professor Dr. Dr. Franz Kaspar. Kaspar war zwischen Dezember 1970 und 2006 Direktor des St. Vincenzstifts in Aulhausen bei Rüdesheim. Er folgte auf Rudolf Müller. Müller hat nach heutigem Wissenstand Heimkinder und Angestellte schwer missbraucht. Fünf Missbrauchsopfer haben sich bisher beim Bistum gemeldet.
Homes bezweifelt, dass Müllers Taten tatsächlich erst im Oktober 2009 bekannt wurden, als Missbrauchsopfer vom Sozialausschuss des Hessischen Landtags angehört wurden. (...)

Was wusste der Generalvikar? | Hessen - Frankfurter Neue Presse - Frankfurt

2012-09-12

"Die sogenannten Sondereinrichtungen müssen abgeschafft werden" - Deutsches Institut für Menschenrechte - Meldung

News

03.09.2012

Josef Ströbl
© Mensch zuerst

"Die sogenannten Sondereinrichtungen müssen abgeschafft werden"

Am 27. September lädt das Institut zum ersten Berliner Menschenrechtstag ein. Das Motto lautet: "Selbstverständlich miteinander?! Deutschland auf dem Weg zur inklusiven Gesellschaft". Vorab präsentieren wir Ihnen Beiträge zum Thema Inklusion und Exklusion aus verschiedenen Perspektiven. Wir haben Personen befragt, die sich in Vereinen, Verbänden oder privat engagieren, was sie über die Teilhabemöglichkeiten in unserer Gesellschaft denken. Diesmal: Josef Ströbl, Mitarbeiter bei Mensch zuerst - Netzwerk People First Deutschland e. V.

Deutsches Institut für Menschenrechte - Meldung

2012-09-01

Sozialministerium fördert Betreuungsbereich - Tübingen - Schwäbisches Tagblatt Tübingen


01.09.2012 

Bruderhaus baut

Sozialministerium fördert Betreuungsbereich


Die Bruderhausdiakonie will im Gebiet Alte Weberei in Lustnau einen Förder- und Betreuungsbereich mit 18 Plätzen für Schwerbehinderte einrichten. Dafür erhält sie Fördermittel.
Lustnau. Das Landessozialministerium will den Bau des Förder- und Betreuungsbereichs für Menschen mit Behinderungen, die nicht oder noch nicht in betreuten Werkstätten arbeiten können, mit 277 181 Euro bezuschussen. Pressesprecher Martin Schwilk zufolge will die Bruderhausdiakonie im Gebiet Alte Weberei auch zwei große Wohnungen kaufen. In sie sollen integrative Wohngemeinschaften von jeweils fünf Menschen mit Behinderungen und vier nicht behinderten Mitbewohnern einziehen.
Die UN-Behindertenrechtskonvention sieht vor, Sondereinrichtungen wie Heime und betreute Werkstätten zu vermeiden. Dennoch fördert das Landessozialministerium Investitionen in solche Einrichtungen 2012 mit 19,5 Millionen Euro.
Sozialministerium fördert Betreuungsbereich - Tübingen - Schwäbisches Tagblatt Tübingen

Mit Tandems zum Erfolg - Paralympics - Sport - morgenweb


Integration: Der Brite Andy Kent bildet in seiner Autowerkstatt Menschen mit Behinderung aus

Mit Tandems zum Erfolg  

Donnerstag, 30.08.2012

Von unserer Korrespondentin Jasmin Fischer

Andy Kent bildet Behinderte unter anderem zu Kfz-Mechanikern aus.
© Fischer
 
Cambridge. Ob gehörlose Kassierer oder gelähmte TÜV-Prüferinnen - in Großbritannien sind Behinderte wesentlich öfter in den ersten Arbeitsmarkt integriert als in Deutschland. Zu den Pionieren bei den Unternehmern zählt Andy Kent (54): In seiner Autowerkstatt beschäftigt er Menschen mit Down-Syndrom, Querschnittslähmung oder Lernschwierigkeiten.
Als eine plötzliche Hirnblutung Andy Kents Leben aus der Bahn warf, war der Kfz-Mechaniker 24 Jahre alt. Seine rechte Körperhälfte kann er seitdem nur eingeschränkt steuern, Stimmungsschwankungen erschweren den Alltag. "Als Alternative zu meinem erlernten Beruf hätte ich in einer Sondereinrichtung für Schwerbeschädigte Säcke zusammennähen oder Glasperlen aufreihen dürfen", erinnert er sich. Für den heute 54-Jährigen kam das nicht in Frage.
  Mit Tandems zum Erfolg - Paralympics - Sport - morgenweb

2011-10-24

Landschaftsverband: LWL -Direktor Kirsch fordert Teilhabegeld für Behinderte - Politik - DerWesten

Landschaftsverband LWL -Direktor Kirsch fordert Teilhabegeld für Behinderte

Politik, 24.10.2011, Matthias Korfmann
Wolfgang Kirsch beschreibt die Finanznot des Landschaftsverbandes Westfalen-Lippe. Foto: Gerd Lorenzen
Wolfgang Kirsch beschreibt die Finanznot des Landschaftsverbandes Westfalen-Lippe. Foto: Gerd Lorenzen
Münster. Der Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL) ist in Finanznot. Es droht das größte Defizit in der Geschichte des LWL. Wir sprachen mit dem LWL-Direktor Dr. Wolfgang Kirsch über die leeren Kassen und über Auswege aus dieser Krise.

Landschaftsverband: LWL -Direktor Kirsch fordert Teilhabegeld für Behinderte - Politik - DerWesten

2011-10-22

Die deutsche Liga für das Kind - Kinder mit Behinderung haben einen Anspruch auf diskriminierungsfreien Zugang zum System der Regelschule

Kinder mit Behinderung haben einen Anspruch auf diskriminierungsfreien Zugang zum System der Regelschule

Zusammenfassung einiger Ergebnisse des Gutachtens von Prof. Dr. Eibe Riedel (Universität Mannheim/HEID Genf ) im Auftrag der Landesarbeitsgemeinschaft „Gemeinsam Leben“ Nordrhein-Westfalen zur Wirkung der internationalen Konvention über die Rechte von Menschen mit Behinderung und ihres Fakultativprotokolls auf das deutsche Schulsystem

Die deutsche Liga für das Kind - 210_kinderrechte_aktuell

Newsletter Nr. 415 vom 20. Oktober 2011


(1) Von Vielfalt und Inklusion profitieren alle
Deutsche Liga für das Kind fordert gemeinsames Aufwachsen von Kindern mit und ohne Behinderung

Mit der Ratifikation der UN-Behindertenrechtskonvention hat Deutschland sich verpflichtet, Schritt für Schritt ein inklusives Bildungssystem aufzubauen. Die Realität ist davon noch weit entfernt. Anlässlich ihrer wissenschaftlichen Jahrestagung „Jedes Kind ist anders, alle Kinder sind gleich. Inklusion ja – aber wie?“ am 21./22. Oktober in Hamburg fordert die Deutsche Liga für das Kind, Kindertageseinrichtungen und Schulen so umzubauen, dass Kinder mit und ohne Behinderung in allen Bereichen des Bildungssystems gemeinsam aufwachsen können.
„Kinder gehen zumeist ganz selbstverständlich mit Verschiedenheit um. Die Erfahrung unterschiedlicher Stärken und Schwächen stärkt ihre emotionalen und sozialen Fähigkeiten und trägt zu der so wichtigen Persönlichkeitsbildung bei. Von inklusiver Bildung profitieren alle Kinder, ganz gleich, ob sie mit einer Behinderung leben oder nicht“, sagt Prof. Dr. Franz Resch, Kinder- und Jugendpsychiater und Präsident der Deutschen Liga für das Kind. „Allerdings braucht es entsprechende Voraussetzungen. Eine behindertengerechte Ausstattung und ausreichend qualifiziertes Personal sind dafür ebenso notwendig wie die Möglichkeit zur individuellen Förderung. Jedes Kind ist anders, dieser Erkenntnis muss unser Bildungssystem Rechnung tragen.“
Während in Kindertageseinrichtungen bundesweit immerhin fast zwei Drittel der Kinder mit Beeinträchtigungen gemeinsam mit anderen spielen und lernen, ist es in der Grundschule nur noch ein Drittel. Beim Übergang in die weiterführende Schule reduziert sich dieser Anteil dann sogar auf rund 15 Prozent. Insgesamt besuchen im Bundesdurchschnitt mehr als 80 Prozent der Kinder und Jugendlichen mit Behinderungen keine allgemeinen Schulen, sondern Sondereinrichtungen wie zum Beispiel eine Förderschule. Damit gehört Deutschland im internationalen Vergleich zu denjenigen Ländern mit einem besonders selektiven Bildungssystem.
Notwendig sind der zügige Umbau aller Kindertagesstätten und Schulen zu inklusiven Einrichtungen. Hierzu gehören die schrittweise Auflösung von Sonderschulen und die Hereinnahme des dort vorhandenen fachlichen Know-hows in das allgemeine Schulsystem. Außerdem müssen bauliche Änderungen vorgenommen werden, um Kindern mit Behinderungen einen diskriminierungsfreien Zugang zu ermöglichen. Besonders wichtig sind eine Qualifizierung der Pädagoginnen und Pädagogen in den bestehenden Einrichtungen und die Aufklärung der Eltern über die neuen Chancen ihrer Kinder.
Auf gesetzlicher Ebene sollten Kinder in allen Bundesländern einen individuellen Rechtsanspruch auf gemeinsames Lernen und besondere Förderung im allgemeinen Schulsystem erhalten. In Hamburg ist dies bereits der Fall. Außerdem sollte im Rahmen einer so genannten „Großen Lösung“ die Zuständigkeit der Kinder- und Jugendhilfe auf alle Kinder und Jugendlichen unabhängig von eventuellen seelischen, geistigen oder körperlichen Behinderungen ausgedehnt werden. Dies alles wird nicht zum Nulltarif zu bekommen sein, ist aber nötig, damit wirklich von einer „Bildungsrepublik Deutschland“ für alle Kinder die Rede sein kann.
Die „Deutsche Liga für das Kind“ wurde 1977 gegründet. Sie zählt zu den führenden Verbänden in Deutschland, wenn es um den Einsatz für das Wohl und die Rechte von Kindern geht. Zu den heute mehr als 250 Mitgliedsorganisationen gehören wissenschaftliche Gesellschaften, kinderärztliche und psychologische Vereinigungen, Familien- und Jugendverbände und zahlreiche Service Clubs.
Quelle: Pressemitteilung der Deutschen Liga für das Kind vom 20.10.2011

2011-09-15

Freedom Driver trafen sich mit Disability Intergroup -- kobinet

15.09.2011 - 17:09

Freedom Driver trafen sich mit Disability Intergroup.

Straßburg (kobinet) Am letzten Tag des Freedom Drive kam es heute zu einer Begegnung mit der interfraktionellen Arbeitsgruppe Behindertenpolitik „Disability Intergroup“ des Europäischen Parlaments in Straßburg. Menschen mit Behinderung aus verschiedenen europäischen Ländern berichteten den Europaabgeordneten über die Zustände und Menschenrechtsverletzungen in ihren Heimatländern. Es wurde kritisiert, dass die Wirtschafts- und Eurokrise zu eklatanten Sparmaßnahmen auf dem Rücken von Menschen mit Behinderung führt.

Das Recht auf persönliche Assistenz und die Auflösung von Sondereinrichtungen wurde in den Redebeiträgen als Grundvoraussetzung für ein selbstbestimmtes Leben in der europäischen Gesellschaft gefordert. Behinderte Menschen seien Bürger mit gleichen Rechten und müssten über ihr Leben genauso eigene Entscheidungsgewalt haben wie alle anderen EU-Bürger. In der Realität würden aber die Wahlfreiheit über die eigene Lebensführung sowie Assistenzleistungen verweigert, obwohl der finanzielle Aufwand für Sondereinrichtungen nahezu genauso hoch sei.

Es wurde auch bemängelt, dass sich die Situation von Menschen mit Behinderung seit dem letzten Freedom Drive in einigen europäischen Mitgliedstaaten bereits verschlechtert habe und weitere Sparmaßnahmen im behindertenpolitischen Bereich kurz vor der Umsetzung stünden. Es könne nicht sein, dass Behinderte für die Fehler von Wirtschaft und Politik herhalten müssten.

In einer Abschlussrunde begrüßten Europaabgeordnete die Veranstaltung als wichtigen Input für ihre politische Arbeit und versprachen sich für die Umsetzung der hier vorgebrachten Forderungen einzusetzen. Einige Abgeordnete befürchteten auf Grund des Sparzwangs durch die derzeitige Haushaltskrise weitere Kürzungen in einigen Ländern. Gleichzeitig forderten sie die Abgesandten der europäischen Selbstbestimmt-Leben-Bewegung auf, sich nicht entmutigen zu lassen und den Freedom Drive weiter durchzuführen. Die Anwesenheit von so vielen Menschen mit Behinderung sei erfrischend und führe zu konstruktiven politischen Prozessen mit positiven Ergebnissen. Behindertenpolitik werde bereits in der Europäischen Kommission thematisiert. ave

Freedom Driver trafen sich mit Disability Intergroup -- kobinet

2011-08-09

Staatenbericht zur Behindertenrechtskonvention scharf kritisiert -- kobinet

05.08.2011 - 21:41

Staatenbericht zur Behindertenrechtskonvention scharf kritisiert.

Berlin (kobinet) Das Bundesministerium für Arbeit und Soziales hat heute über den ersten Staatenbericht der Bundesrepublik Deutschland zum Übereinkommen der Vereinten Nationen über die Rechte von Menschen mit Behinderung unterrichtet. Der behindertenpolitische Sprecher der Fraktion der Linken erklärte: "Die Bundesregierung bleibt sich treu in Selbstgefälligkeit und Ignoranz: die massive Kritik behinderter Menschen und ihrer Verbände an dem Nationalen Aktionsplan wurde kaum berücksichtigt und spiegelt sich auch im ersten Staatenbericht der Bundesregierung in keiner Weise wider."

Der Staatenbericht sei im Gegenteil ein noch größerer Verschleierungsversuch, so Ilja Seifert. Der Umstand, dass ein großer Teil von Menschen mit Behinderungen im reichsten europäischen Land in Armut leben müsse, "weil die Gesetzeslage Teilhabeleistungen an vorhandene Armut bindet, also erst arm macht – wird völlig ausgeblendet".

Die Forderung der Behindertenverbände nach voller Teilhabe werde konsequent nicht als soziale Teilhabe, sondern beschränkt als vor allem rechtliche Teilhabemöglichkeit interpretiert, kritisiert Seifert. "Der eklatante Widerspruch zwischen rechtlichen Möglichkeiten und ihrer oft fehlenden Umsetzung in der Praxis wird weder untersucht noch eingeräumt. Die Frage, inwieweit die UN-Konvention eine Überarbeitung und Fortentwicklung deutscher Gesetze notwendig macht, ist gar nicht zugelassen. Allenfalls auf der Ebene von Verordnungen soll modifiziert werden. So wundert es nicht, dass der Bericht mit keinem Wort auf den vorliegenden Teilhabe-Gesetzentwurf der behinderten Juristinnen und Juristen eingeht."

Der diesem Gesetzentwurf zu Grunde liegende Behinderungsbegriff unterscheide sich von dem durch die Bundesregierung sowohl im Aktionsplan als auch in diesem Staatenbericht verwendeten deutlich, macht Seifert deutlich: "Der Gesetzentwurf geht von der Verantwortung der Politik für eine inklusive Gesellschaft insgesamt aus – fordert also eine andere Politik, die die Wahrnehmung von Menschenrechten einkommens- und vermögensunabhängig sichert."

Die Bundesregierung erklärt dagegen, „eine erfolgreiche Inklusion behinderter Menschen in die Gesellschaft lässt sich finanziell kaum messbar darstellen“. Damit klammert sie zugleich den §13 des SGB XII, der die Gewährung von Leistungen unter Kostenvorbehalt stellt, aus dem Bericht aus.

"Die nicht erfolgreiche Inklusion lässt sich allerdings in Zahlen darstellen: anhand der Armutsquote, der Arbeitslosenquote, der Zahl von Menschen in Sondereinrichtungen, fehlender Ausbildungsplätze und armutsichernder Vergütungen von Menschen mit Behinderungen in Werkstätten. Darüber schweigt die Regierung im Bericht", moniert der Abgeordnete.

Staatenbericht zur Behindertenrechtskonvention scharf kritisiert -- kobinet

2011-08-02

"Wir sind leider noch nicht am Ziel" - Geretsried - Wolfratshausen - Lokales - merkur-online

"Wir sind leider noch nicht am Ziel"

02.08.11|Geretsried
Geretsried - Vor 25 Jahren hat sich der Verein zur Förderung der gemeinsamen Erziehung behinderter und nicht behinderter Kinder gegründet. Unsere Zeitung sprach mit der Vorsitzenden Elli Wilfling.
Seit 25 Jahren gibt es den Verein zur Förderung der gemeinsamen Erziehung behinderter und nicht behinderter Kinder. Jetzt feierten Elli Wilfling (li.) und ihre Mitstreiter im evangelischen Kindergarten Jubiläum. Fotos: sh/nie
Seit 25 Jahren gibt es den Verein zur Förderung der gemeinsamen Erziehung behinderter und nicht behinderter Kinder. Jetzt feierten Elli Wilfling (li.) und ihre Mitstreiter im evangelischen Kindergarten Jubiläum. Fotos: sh/nie
Frau Wilfling, ist man dem Hauptanliegen Ihres Vereins mit der Einführung der UN-Konvention zur Inklusion ein gutes Stück näher gekommen?
Wilfling: "Ja, mit Sicherheit. Vor 25 Jahren gab es praktisch nur den ,Sonderweg´ für behinderte Kinder, also Sonderkindergärten, -schulen und später Behindertenwerkstätten. Die Einrichtung einer Integrationsgruppe am evangelischen Kindergarten in Geretsried vor 20 Jahren war für uns der erste Erfolg. Ein weiterer Meilenstein war die Einschulung eines Buben mit Down-Syndrom an der Münsinger Grundschule. Der inzwischen junge Mann hat einen Job bei Eagle Burgmann in Eurasburg - er ist ein Beispiel für erfolgreiche Inklusion, für das die Eltern mit Hilfe des Vereins allerdings kämpfen mussten."
Wie stellt sich die Situation heute dar?
Wilfling: "Heute haben endlich alle Eltern das Recht, ihre Kinder mit Behinderung in Regelschulen zu geben. Das heißt aber leider nicht, dass wir am Ziel sind. Bei der praktischen Umsetzung und den Rahmenbedingungen gibt es noch viele Unklarheiten, und die Schullaufbahn ist ja nicht alles. Danach kommt der Beruf, und auch die Freizeit ist ein wichtiger Bereich."
Vereine wie die Lebenshilfe argumentieren, Menschen mit geistiger Behinderung bräuchten den Schonraum einer Behinderteneinrichtung. Das sehen Sie anders.
Wilfling: "Der ,Schonraum´ ist nicht das Leben. Teilhabe ist angesagt. Wenn ich Formulierungen wie Zwangsbeschulung in der Regelschule, Entlastung für Angehörige, Inklusion als angebliche Stopfgans der eigenen Interessen höre oder lese, könnte ich verzweifeln. Landauf, landab wird die UN-Konvention zur Inklusion als Errungenschaft gepriesen. Nur bei uns spricht man zuerst von Problemen. Dahinter steckt oft die Angst vor dem Zwang zu Veränderung in den Organisationen und bei Einrichtungsbetreibern. Ich bin überzeugt, dass der Umgang von Menschen mit und ohne Behinderung für beide Seiten eine Chance und Bereicherung ist."
Das gesamte Interview lesen Sie in der Mittwochsausgabe des Geretsrieder Merkur/Isar-Loisachboten. (tal)

"Wir sind leider noch nicht am Ziel" - Geretsried - Wolfratshausen - Lokales - merkur-online

2011-07-27

BW: 12 Mio. Euro für 23 Behinderteneinrichtungen

BW: 12 Mio. Euro für 23 Behinderteneinrichtungen
Mittwoch, 27. Juli 2011

Baden-Württembergs Sozialministerin Katrin Altpeter. (Foto: zvg)
Behinderteneinrichtungen in Baden-Württemberg werden mit rund zwölf Millionen Euro gefördert. Etwa die Hälfte der Summe stammt aus Landesmitteln (rd. 6,5 Mio. Euro). Die andere Hälfte (rd. 5,5 Mio. Euro) wird aus Mitteln der Ausgleichsabgabe gedeckt.
Diese Gelder reichen aus, um alle derzeit bewilligungsreifen Vorhaben in die investive Förderung von Behinderteneinrichtungen aufzunehmen. Der überwiegende Teil der Fördermittel (rund 80 %) wird für Neubau- und Ersatzneubauprojekte im Rahmen der weiteren Dezentralisierung eingesetzt. So werden 258 Wohnplätze neu geschaffen beziehungsweise alte Wohnheimplätze durch neue ersetzt. So können die bestehenden Großeinrichtungen schrittweise abgebaut und den Menschen mit Behinderung ein gemeindeintegriertes Wohnen ermöglicht werden.

News: Leben in der Mitte der Gesellschaft

2011-07-24

„Migration ist keine Behinderung“ - Lokale Nachrichten, Videos, Bilder und mehr aus und für Melle | noz.de

Doris Horst 29. März 2011 18:32 Uhr 

Warten auf Umsetzung der Inklusion

„Migration ist keine Behinderung“

Melle. Am 26. März 2009 hat die Bundesregierung die UN-Konvention unterschrieben, in der das Recht aller Kinder auf „inklusive Bildung“ verankert ist, wonach Kinder mit besonderem Förderbedarf das Recht auf gezielte Förderung und den Verbleib in der Regelschule haben. Zwei Jahre später werden immer noch unverhältnismäßig viele Migrantenkinder von der Grundschule zu Förderschulen für Lernbehinderte empfohlen. Grund für den Deutsch-Türkischen Arbeitskreis, eine öffentliche Gesprächsrunde zum Thema „Gemeinsamer Unterricht für alle Kinder – wann ist Schluss mit der Zuweisung auf Förderschulen?“ zu veranstalten.



„Migration ist keine Behinderung“, erklärte Poppe. Niedersachsen sei aber noch weit entfernt von der Umsetzung der „Inklusion“. Gesetzesanträge lägen von SPD und Grünen, aber bislang nicht von CDU/FDP vor. Symptomatisch für das deutsche Schulsystem sei, dass es zu sehr auf Separierung ausgerichtet ist als auf individuelle Förderung. „Pisa kontra Inklusion“: Länder, die bei der Umsetzung der Inklusion weiter sind wie etwa Bremen, haben bei der PISA-Studie schlechter abgeschnitten im Ländervergleich.
Angst gehe jetzt auch um, so Poppe, dass bestehende Förderschulen geschlossen werden, wenn die Schülerzuweisungen fehlen. Förderschulen künftig zu Kompetenzzentren zu machen sei ein Antrag der SPD-Landtagsfraktion. Integration sei erst dann gelungen, wenn der Anteil der Migrationskinder an den Schulen dem Bevölkerungsanteil entspreche, meinte Poppe, und je integrativer und inklusiver das Schulsystem desto besser. Sein Wunsch war, dass bei diesem Thema um der Sache Wille kein parteipolitischer Streit entstehe. „Da hat das Kultusministerium bislang seine Hausaufgaben noch nicht gemacht“, resümierte DTAK-Vorsitzender Horst Panchyrz als Gesprächsleiter, und der Landtagsabgeordnete wollte und konnte ihm da nicht widersprechen.

„Migration ist keine Behinderung“ - Lokale Nachrichten, Videos, Bilder und mehr aus und für Melle | noz.de

Stuttgart - Behinderung und Migration

Behinderung und Migration


In Stuttgart haben etwa 56% der Kinder und Jugendlichen unter 18 Jahren einen Migrationshintergrund. Bei der Einschulungsuntersuchung weisen Kinder aus Migrantenfamilien häufiger Entwicklungsdefizite auf, ihre Eltern nehmen jedoch notwendige frühe Hilfen bei Behinderung, Entwicklungsverzögerungen und chronischen Erkrankungen weniger in Anspruch. Auch in Sonderschulkindergärten und Sonderschulen nimmt der Anteil von Migrantenkindern zu.

Um Migrantenfamilien zu unterstützen und ihnen den Zugang zu frühen Hilfen und Beratungsangeboten zu erläutern und zu erleichtern, wurden im Jahr 2009 und 2010 in Kooperation mit der gemeinnützigen Elterstiftung Baden-Württemberg e.V. und dem staatlichen Schulamt Stuttgart 13 Eltern aus verschiedenen Herkunftsländern im Rahmen des Projekts "Mentorenschulung für Migranteneltern von Kindern mit Behinderungen" zu Elternmentoren ausgebildet. Diese Mentoren beraten und informieren Migrantenfamilien in der Muttersprache über Frühförder- und Beratungsangebote und begleiten sie zu Sonderschuleinrichtungen. Dieses Projekt wurde mit der freundlichen Unterstützung der Robert Bosch Stiftung gefördert.
Landeshauptstadt Stuttgart - Behinderung und Migration

2011-05-30

Berlin-Institut für Bevölkerung und Entwicklung: Alt und behindert

Wie sich der demografische Wandel auf das Leben von Menschen mit Behinderung auswirkt
Von Ylva Köhncke
(...)
Um Menschen mit Behinderungen ein selbst bestimmtes Leben und Teilhabe zu ermöglichen, müssen die Beteiligten die sozialpolitischen Teilhabeziele konsequent befolgen und scheinbare Sachzwänge infrage stellen. Dazu gehört der Ausbau von gemeinsamem Unterricht von Kindern mit und ohne Behinderung, von ambulant betreuten Wohnmöglichkeiten, von individuellen Hilfen, zum Beispiel über das Persönliche Budget. Es reicht aber nicht aus, die Auflösung von Sondereinrichtungen zu fordern – die Gesellschaft muss sich auch für die Teilhabe behinderter Menschen öffnen und räumliche sowie kommunikative Barrieren abbauen. Zivilgesellschaftliche Initiativen wie Mehrgenerationenhäuser Quartiersmanagement-Projekte liefern Beispiele gelungener Inklusion.

Berlin-Institut für Bevölkerung und Entwicklung: Alt und behindert

2011-05-29

Freyung: Neue Plätze für Behinderte | Passauer Neue Presse - Nachrichten - Zeitung - Freyung, Waldkirchen, Grafenau

Freyung | 29.05.2011 | 12:41 Uhr

Neue Plätze für Behinderte


Gut zu tun haben die Mitarbeiter in den Wolfsteiner Werkstätten wie hier in der Wäscherei. Der Sozialhilfeausschuss des Bezirks hat nun beschlossen, dass 24 zusätzlich Werkstattplätze in Freyung geschaffen werden. So kann auch ein Angebot für psychisch kranke Menschen geschaffen werden.

Gut zu tun haben die Mitarbeiter in den Wolfsteiner Werkstätten wie hier in der Wäscherei. Der Sozialhilfeausschuss des Bezirks hat nun beschlossen, dass 24 zusätzlich Werkstattplätze in Freyung geschaffen werden. So kann auch ein Angebot für psychisch kranke Menschen geschaffen werden.

Einen erheblichen Nachholbedarf an Werkstattplätzen für Menschen mit psychisch-seelischer Behinderung sieht der Sozialhilfeausschuss des niederbayerischen Bezirkstags. In seiner jüngsten Sitzung in Landshut genehmigte das Gremium deshalb einen Antrag des Caritasverbandes Passau auf Schaffung von jeweils 24 zusätzlichen Werkstattplätzen für diesen Personenkreis in den Donauhof-Werkstätten in Hacklberg und den Wolfsteiner Werkstätten in Freyung.
Angestoßen worden war die Diskussion um die Schaffung von Werkstattplätzen für Menschen mit psychisch-seelischer Behinderung im August vorigen Jahres durch die Lebenshilfe Deggendorf, die die Plattlinger Werkstätten um Arbeitsplätze für psychisch kranke Menschen aus ganz Niederbayern erweitern wollte.
Zu diesem Zeitpunkt lagen dem Bezirk allerdings auch schon Anfragen der Werkstätten aus Freyung und Passau vor, so dass der Sozialhilfeausschuss zur Auffassung gelangte, ein zentraler Standort in Plattling für ganz Niederbayern sei nicht zielführend, neue Plätze sollten vielmehr auf verschiedene Regionen verteilt werden.
Mehr lesen Sie am Montag, 30. Mai, in der PNP (Ausgabe Freyung-Grafenau).

Freyung: Neue Plätze für Behinderte | Passauer Neue Presse - Nachrichten - Zeitung - Freyung, Waldkirchen, Grafenau

Übereinkommen über die Rechte von Menschen mit Behinderungen/Artikel 27 - Arbeit und Beschäftigung

(1) Die Vertragsstaaten anerkennen das gleiche Recht von Menschen mit Behinderungen auf Arbeit; dies beinhaltet das Recht auf die Möglichkeit, den Lebensunterhalt durch Arbeit zu verdienen, die in einem offenen, integrativen und für Menschen mit Behinderungen zugänglichen Arbeitsmarkt und Arbeitsumfeld frei gewählt oder angenommen wird. Die Vertragsstaaten sichern und fördern die Verwirklichung des Rechts auf Arbeit, einschließlich für Menschen, die während der Beschäftigung eine Behinderung erwerben, durch geeignete Schritte, einschließlich des Erlasses von Rechtsvorschriften, um unter anderem
a) Diskriminierung aufgrund von Behinderung in allen Angelegenheiten im Zusammenhang mit einer Beschäftigung gleich welcher Art, einschließlich der Auswahl-, Einstellungs- und Beschäftigungsbedingungen, der Weiterbeschäftigung, des beruflichen Aufstiegs sowie sicherer und gesunder Arbeitsbedingungen, zu verbieten;
b) das gleiche Recht von Menschen mit Behinderungen auf gerechte und günstige Arbeitsbedingungen, einschließlich Chancengleichheit und gleichen Entgelts für gleichwertige Arbeit, auf sichere und gesunde Arbeitsbedingungen, einschließlich Schutz vor Belästigungen, und auf Abhilfe bei Missständen zu schützen;
c) zu gewährleisten, dass Menschen mit Behinderungen ihre Arbeitnehmer- und Gewerkschaftsrechte gleichberechtigt mit anderen ausüben können;
d) Menschen mit Behinderungen wirksamen Zugang zu allgemeinen fachlichen und beruflichen Beratungsprogrammen, Stellenvermittlung sowie Berufsausbildung und Weiterbildung zu ermöglichen;
e) für Menschen mit Behinderungen Beschäftigungsmöglichkeiten und beruflichen Aufstieg auf dem Arbeitsmarkt sowie die Unterstützung bei der Arbeitssuche, beim Erhalt und der Beibehaltung eines Arbeitsplatzes und beim beruflichen Wiedereinstieg zu fördern;
f) Möglichkeiten für Selbständigkeit, Unternehmertum, die Bildung von Genossenschaften und die Gründung eines eigenen Geschäfts zu fördern;
g) Menschen mit Behinderungen im öffentlichen Sektor zu beschäftigen;
h) die Beschäftigung von Menschen mit Behinderungen im privaten Sektor durch geeignete Strategien und Maßnahmen zu fördern, wozu auch Programme für positive Maßnahmen, Anreize und andere Maßnahmen gehören können;
i) sicherzustellen, dass am Arbeitsplatz angemessene Vorkehrungen für Menschen mit Behinderungen getroffen werden;
j) das Sammeln von Arbeitserfahrung auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt durch Menschen mit Behinderungen zu fördern;
k) Programme für die berufliche Rehabilitation, den Erhalt des Arbeitsplatzes und den beruflichen Wiedereinstieg von Menschen mit Behinderungen zu fördern.
(2) Die Vertragsstaaten stellen sicher, dass Menschen mit Behinderungen nicht in Sklaverei oder Leibeigenschaft gehalten werden und dass sie gleichberechtigt mit anderen vor Zwangs- oder Pflichtarbeit geschützt werden.
inclusion.cc

2011-05-16

Gemobbte auf die Sonderschule? - BIZEPS-INFO

Text: Dipl.-Pol. Christiane Link · 13. Mai 2011 06:13 Uhr

Gemobbte auf die Sonderschule?

Ich frage mich manchmal schon, was Journalisten (und in diesem Fall wahrscheinlich auch Pädagogen) denken, wenn sie solche Texte verfassen.
Zeitungen
Da porträtiert das Kindermagazin des SPIEGEL ein 13-jähriges Mädchen, das erzählt - als sei das das Normalste der Welt - weil sie wegen ihrer Behinderung gemobbt wurde, würde sie jetzt in einem Internat für Körperbehinderte leben.
Man meint, das sei ein Text aus dem Jahr 1970, aber nein, er ist erst gestern bei Spiegel Online veröffentlicht worden. Ein tolles Signal, was da an die versammelte Kinder-Leserschaft ausgegeben wird: Mobbt eure behinderten Klassenkameraden nur schön weiter, dann seid ihr sie bald los, denn sie werden ins Internat geschickt. Mir stellen sich die Nackenhaare auf, wenn ich so etwas lese.
Nicht nur habe ich ein grundsätzliches Problem mit der Aussonderungs-Bildungspolitik, die in Deutschland betrieben wird. Aber dass man ein Kind aus der Familie nimmt, 160 km entfernt unterbringt, weil sie wegen ihrer Behinderung gemobbt wird, anstatt das Mobben abzustellen, macht mich sprachlos. Leute, so geht das nicht! Was das für ein Signal aussendet an die Kinder, die mobben und an das Mädchen, das gemobbt wird: "Du bist anders. Du musst gehen."
Und es ist das Standardargument der Inklusionsverweigerer: Behinderte Menschen sollten nicht integriert beschult werden, weil sie ja von den nichtbehinderten Kindern gemobbt werden würden. Wie wäre es, wenn man mal das Mobbing abstellt, also die Mobber "abschiebt" statt die Gemobbten?
Und ich weiß, ich wiederhole mich, aber warum ist es möglich, in Großbritannien etwa 80 Prozent der behinderten Kinder integrativ zu beschulen, in Deutschland aber nur 20 Prozent? Ich habe nicht den Eindruck, dass hier in Großbritannien alle behinderten Kinder massive Probleme wegen Mobbing haben.
Im Gegenteil: Eine Gesellschaft, die schon mit behinderten Kindern in die Schule geht, geht auch später anders mit behinderten Erwachsenen um. Fast alle meine ehemaligen Kollegen bei BBC haben mir erzählt, dass sie mindestens einmal in ihrer Schulzeit einen behinderten Mitschüler hatten. Für die war es dementsprechend auch normal, behinderte Kollegen zu haben und behinderte Menschen einzustellen.
Ist es also von einem Kindermagazin zu viel verlangt, behinderte Kinder anders darzustellen als als arm und Opfer? Damit sind sie dann nämlich auch in Zukunft perfekte Mobbingopfer. Und es ist übrigens keineswegs normal, dass behinderte Kinder zu Mobbingopfern in der Schule werden. Es gab dazu in Großbritannien sogar 2004 eine Studie, ob Schüler mit Lernbehinderungen an normalen oder an Sonderschulen mehr gemobbt werden. Das Ergebnis war, sie werden an beiden Schulformen gleich viel gemobbt, aber die Kinder, die eine Sonderschule besuchten, wurden in der Freizeit mehr gemobbt.

Gemobbte auf die Sonderschule? - BIZEPS-INFO

Übereinkommen über die Rechte von Menschen mit Behinderungen/Artikel 7 - Kinder mit Behinderungen

 
(1) Die Vertragsstaaten treffen alle erforderlichen Maßnahmen, um zu gewährleisten, dass Kinder mit Behinderungen gleichberechtigt mit anderen Kindern alle Menschenrechte und Grundfreiheiten genießen können.
(2) Bei allen Maßnahmen, die Kinder mit Behinderungen betreffen, ist das Wohl des Kindes ein Gesichtspunkt, der vorrangig zu berücksichtigen ist.
(3) Die Vertragsstaaten gewährleisten, dass Kinder mit Behinderungen das Recht haben, ihre Meinung in allen sie berührenden Angelegenheiten gleichberechtigt mit anderen Kindern frei zu äußern, wobei ihre Meinung angemessen und entsprechend ihrem Alter und ihrer Reife berücksichtigt wird, und behinderungsgerechte sowie altersgemäße Hilfe zu erhalten, damit sie dieses Recht verwirklichen können.
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