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2012-04-25

Hunderttausende Heimbewohner leiden unter Pflege-Missständen

Hunderttausende Heimbewohner leiden unter Pflege-Missständen


Skandalöse Zustände in Pflegeheimen schreckten vor fünf Jahren viele auf. Jetzt hat sich die Lage gebessert - aber Fesseln, mangelnde Hilfe, wenig Zuwendung gehören noch immer für sehr viele zum Alltag.


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Trotz generell guter Pflegequalität gibt es in Deutschlands Heimen auch schwere Mängel. Symbolfoto: dpa
Berlin. Trotz Verbesserungen leiden hunderttausende Bewohner von Pflegeheimen in Deutschland unter oft eklatanten Missständen. Von den rund 140.000 Menschen, die mit Gittern oder Gurten im Bett oder Rollstuhl festgehalten werden, fehlt nach Recherchen der Krankenkassen bei jedem zehnten die vorgeschriebene Anordnung eines Gerichts.

134.000 Menschen mit erhöhtem Risiko zum Wundliegen bekommen nicht genug Schutz dagegen. Die Krankenkassen forderten die Heime bei der Präsentation ihrer Prüfergebnisse am Dienstag in Berlin eindringlich auf, die Zustände abzustellen. Sächsische Zeitung [online] - Panorama: Hunderttausende Heimbewohner leiden unter Pflege-Missständen

2012-04-24

Qualitätsfortschritte in der Pflege - Medizinischer Dienst veröffentlicht 3. Pflege-Qualitätsbericht - MDS - Medizinischer Dienst des Spitzenverbandes Bund der Krankenkassen e.V.

GEMEINSAME PRESSEMITTEILUNG DES MDS UND DES GKV-SPITZENVERBANDS

Qualitätsfortschritte in der Pflege - Medizinischer Dienst veröffentlicht 3. Pflege-Qualitätsbericht

Essen/Berlin, 24. April 2012
Die Qualität der Pflege in Pflegeheimen und ambulanten Pflegediensten hat sich verbessert. Das zeigt der dritte Pflege-Qualitätsbericht, den der Medizinische Dienst des GKV-Spitzenverbandes (MDS) und der GKV-Spitzenverband am 24. April in Berlin vorstellten. Vor allem bei der Ernährung und Flüssigkeitsversorgung sowie im Umgang mit Menschen mit Demenz gab es Fortschritte im Vergleich zum Bericht aus dem Jahr 2007. Bei anderen Pflegeproblemen – etwa, wenn es darum geht, ein Druckgeschwür zu vermeiden – offenbaren sich jedoch noch Schwächen. Ein weiteres wichtiges Ergebnis: Einrichtungen, die die Prozessstandards guter Pflege erfüllen, erreichen auch bessere Ergebnisse in der Versorgungsqualität.
Qualitätsfortschritte in der Pflege - Medizinischer Dienst veröffentlicht 3. Pflege-Qualitätsbericht - MDS - Medizinischer Dienst des Spitzenverbandes Bund der Krankenkassen e.V.

Neuer Pflegebericht - Falsche Medikamente, Fesseln, Druckgeschwüre - Gesundheit - sueddeutsche.de

Neuer Pflegebericht Falsche Medikamente, Fesseln, Druckgeschwüre

24.04.2012, 14:19
Ist die Pflege in Deutschland besser geworden? Höchstens in Teilen, ergibt der neue Pflege-Qualitätsbericht. Heimbewohner sind heute besser ernährt als vor fünf Jahren, aber noch immer läuft ein großer Teil der Betroffenen unnötig Gefahr, Druckgeschwüre zu entwickeln. Und jeder fünfte Patient bekommt seine Medikamente nicht wie verordnet.
Neuer Pflegebericht - Falsche Medikamente, Fesseln, Druckgeschwüre - Gesundheit - sueddeutsche.de

Neuer Pflege-Bericht: Jeder 5. Heimbewohner wird eingesperrt! - Ratgeber - Bild.de

Neuer Pflege-Bericht Jeder 5. Heimbewohner wird eingesperrt

24.04.2012 — 15:29 Uhr
Horror Heim? Vor fünf Jahren schockte der Pflege-Qualitätsbericht der Krankenkassen: Unterernährung und Wundliegen in den Heimen. Diese Mängel werden langsam behoben, dafür zeigt der neue Bericht, dass immer mehr Heimbewohner eingesperrt oder gar gefesselt werden!
Neuer Pflege-Bericht: Jeder 5. Heimbewohner wird eingesperrt! - Ratgeber - Bild.de

Qualitätsbericht zur Pflege: Viele Demenzkranke unnötig eingegittert - Wirtschaftspolitik - FAZ

Qualitätsbericht zur Pflege 

Viele Demenzkranke unnötig eingegittert

24.04.2012 ·  Alte Menschen werden zwar besser gepflegt als noch vor ein paar Jahren - doch gut ist die Situation noch lange nicht. Sogar erhöht hat sich die Zahl der Patienten, die wegen Bettlägrigkeit Druckgeschwüre hatten.

Qualitätsbericht zur Pflege: Viele Demenzkranke unnötig eingegittert - Wirtschaftspolitik - FAZ

2011-08-18

Burkhard Madea: 2 000 Tötungsdelikte bleiben jedes Jahr unerkannt (18.08.2011) | Bonn | Lokales | General-Anzeiger Bonn

Burkhard Madea: "2 000 Tötungsdelikte bleiben jedes Jahr unerkannt"

Bonn. Über ungeklärte Todesfälle und Gewaltkriminalität gegen alte Menschen sprach mit Burkhard Madea, Direktor des Instituts für Rechtsmedizin des Universitätsklinikums Bonn, Delphine Sachsenröder.
Burkhard Madea leitet die Bonner Rechtsmedizin. Foto: Roland Kohls
Burkhard Madea leitet die Bonner Rechtsmedizin. Foto: Roland Kohls
General-Anzeiger: Wie hoch ist die Dunkelziffer bei unnatürlichen Todesursachen?
Burkhard Madea: Wir gehen in Deutschland davon aus, dass jedes Jahr rund 2 000 Tötungsdelikte nicht erkannt werden. Darunter sind nach meiner Erfahrung sehr viele ältere Leute. Das Leben kann immer da relativ spurenarm ausgelöscht werden, wo es schwach ist, also bei den ganz Jungen oder bei den Alten.
GA: Gibt es zu wenige Obduktionen?
Madea: Ja, eindeutig. In Deutschland gibt es bei 820 000 Todesfällen im Jahr gerade einmal rund 18 000 gerichtliche Obduktionen. Gerade bei alten Leuten werden die Diagnosen zu wenig hinterfragt. Hier brauchen wir zusätzlich zu den Obduktionen chemisch-toxikologische Untersuchungen, da neben Ersticken die Vergiftung durch Medikamente eine häufige Tötungsart ist.
GA: Was muss sich ändern?
(...)
GA: Welche Verletzungen sehen Sie bei älteren Menschen besonders häufig?
Madea: Im Umfeld der Sterbephase kommt es besonders häufig dazu, dass ältere Leute wundgelegene Stellen haben, sogenannten Dekubitus. In dieser Phase wäre größere ärztliche Aufmerksamkeit nötig.
GA: In vielen Heimen ist die sogenannten Fixierung, also das Fesseln von alten Menschen üblich.
Madea: Darauf sollte möglichst verzichtet werden. Wir haben hier in Bonn mehrere Todesfälle durch Fixierung gesehen. Besonders betroffen hat mich der Selbstmord eines alten Mannes gemacht, der sich in seinem eigenen Bett an einem Kabel erhängt hat. Als Grund hatte er in einem Abschiedsbrief eine Entwürdigung durch die Fixierung genannt. Personalmangel in Heimen darf kein Grund für eine Fixierung sein. Hier sind die Politik und auch die Kostenträger, also die Krankenkassen, gefordert.

GA: Es gab in den letzten Jahren verschiedene Mordfälle durch Pfleger in Heimen und Krankenhäusern. Wie kommt es dazu?
 Burkhard Madea: 2 000 Tötungsdelikte bleiben jedes Jahr unerkannt (18.08.2011) | Bonn | Lokales | General-Anzeiger Bonn

2011-08-05

Pressemitteilungen - Versorgung von Patienten mit Druckgeschwüren: BVMed-Umfrage zeigt Unterversorgung von Risikopatienten mit Antidekubitus-Hilfsmitteln

Versorgung von Patienten mit Druckgeschwüren: BVMed-Umfrage zeigt Unterversorgung von Risikopatienten mit Antidekubitus-Hilfsmitteln

22.03.2011 - 23/11
Berlin. In Deutschland gibt es aus Sicht der Pflegedienste eine Unterversorgung von Risikopatienten mit Hilfsmitteln zur Vermeidung von Druckgeschwüren, der so genannten Dekubitus-Prophylaxe. Das ist ein Ergebnis einer Online-Umfrage des Dekubitus-Forums des Bundesverbands Medizintechnologie, BVMed, an dem sich rund 750 ambulant und stationär tätige Pflegekräfte beteiligt haben. Nach den Umfrageergebnissen besteht bei rund einem Drittel der vom Pflegedienst betreuten Menschen ein erhöhtes Dekubitus-Risiko. Anti-Dekubitussysteme wie ein Spezialbett oder spezielle Auflagen kommen aber nur bei knapp 40 Prozent dieser Risikopatienten zum Einsatz, obwohl die Patienten nach dem Sozialgesetzbuch und dem Hilfsmittelverzeichnis Anspruch auf ein Hilfsmittel haben, wenn ein Dekubitus-Risiko vorhanden ist.

„Ärzte, Pflegende, Patienten und Angehörige sind gemeinsam aufgefordert, diese Situation zu verbessern. Medizinisch und volkswirtschaftlich ist es sinnvoll und notwendig, ein offenes Druckgeschwür im Vorfeld durch geeignete Hilfsmittel zu vermeiden, statt es hinterher aufwändig und kostenintensiv zu therapieren“, so BVMed-Geschäftsführer und Vorstandsmitglied Joachim M. Schmitt. Die Pflegedienste hätte hier die besondere Aufgabe, die Patienten zu unterstützen und bei einem vorhandenen Risiko den Anspruch der Patienten auf die Hilfsmittelversorgung beratend durchzusetzen. Aber auch die Patienten und Angehörigen müssten besser informiert sein und „Gesundheitsmanager“ in eigener Sache werden, um ihre Ansprüche gegenüber den Krankenkassen durchzusetzen.

Die Gründe für den unterbliebenen Einsatz von Anti-Dekubitus-Hilfsmitteln, obwohl beim Patienten eine Dekubitusgefährdung besteht, sind nach den Ergebnissen der BVMed-Umfrage vielfältig. Bei 44 Prozent der Antworten der Pflegekräfte waren die Antidekubitus-Systeme bereits angefordert, aber noch nicht eingetroffen. Denn oft dauert es zu lange, bis das Rezept von den Krankenkassen genehmigt wird. Bei 23 Prozent wird die prophylaktische Versorgung von den Krankenkassen abgelehnt, obwohl die Notwendigkeit besteht. 14 Prozent der Pflegekräfte gaben an, dass der verordnende Arzt keine Notwendigkeit eines prophylaktischen Einsatzes erkennt und die Verordnung daher ablehnt. Und 15 Prozent der Pflegenden gaben an, dass der Großteil der Krankenkassen die Anträge ablehnt.

Unter Dekubitus versteht man ein Druckgeschwür, das entsteht, wenn ständiger Druck auf bestimmte Hautareale deren Versorgung mit sauerstoffreichem Blut verhindert. Druckgeschwüre zählen zu den chronischen Wunden. Betroffen sind in Deutschland rund 1,5 Millionen Menschen.

„Dekubitus ist ein ernsthaftes Problem. Er kann lebensgefährdend sein. Daher müssen wir die Versorgungssituation durch eine konsequente Anwendung der bestehenden Erhebungsbögen und eine schnellere Genehmigungspraxis durch die Krankenkassen verbessern“, so Daniela Piossek, Hilfsmittelexpertin des BVMed.
Pressemitteilungen - Versorgung von Patienten mit Druckgeschwüren: BVMed-Umfrage zeigt Unterversorgung von Risikopatienten mit Antidekubitus-Hilfsmitteln

2011-06-03

UN kritisiert Missstände in deutschen Pflegeheimen

UN kritisiert Missstände in deutschen Pflegeheimen

von Ralf Müller

München·Genf. Eine Rüge hat sich Deutschland vom UN-Komitee für wirtschaftliche, soziale und kulturelle Rechte eingefangen. Vertreter der Münchener Initiative "Forum-Pflege-Aktuell" konnten die 18 Mitglieder des Unterausschusses in Genf davon überzeugen, dass es mit der Pflege in einem der reichsten Länder der Welt nach wie vor nicht zum Besten steht.

Bereits vor zehn Jahren hatte das Gremium, das aufgrund eines Übereinkommens von inzwischen 160 Ländern der Welt arbeitet, Missstände in deutschen Pflegeheimen kritisiert. Jetzt stellte der UN-Ausschuss fest, dass seither so gut wie nichts passiert sei.

"Mit tiefer Bsorgnis" nehme man zur Kenntnis, dass die Bundesrepublik "keine ausreichenden Maßnahmen unternommen hat, um die Situation älterer Menschen in Pflegeheimen zu verbessern. "Diese lebten dort wegen Personalkürzungen und unzureichender Beachtung von Pflegestandards "unter unmenschlichen Bedingungen" und erhielten "weiterhin unangemessene Pflege".


Das Votum des UN-Komitees sei für die Bundesrepublik die von anderen Staaten die Einhaltung der Menschenrechte fordere, "beschämend und blamabel", sagte der Münchener Rechtsanwalt Alexander Frey, der bei der Anhöreng in Genf das "Forum-Pflege-aktuell" vertreten hatte. Das Votum sei aber auch nicht verwunderlich, da das Auftreten der Vertreter der Bundesregierung "arrogant und von oben herab" gewesen, sei. Mit drastischen Fotos von schweren Dekubitus-Wunden ("Wundliegen") habe die Münchener Sozialpädagogin Christiane Lüst bei den UN-Vertretern Eindruck gemacht. Die Regierungsvertreter wiederum hätten nur mit formalen Rahmenbedingungen argumentiert, sagte die Vorsitzende der Münchener "Stiftung Pflegender Angehöriger" Brigitte Bührlen. Die riesige Entfernung der Politiker zu den Menschen erkläre, warum es bei der Pflege in Deutschland keine Fortschritte gebe.

Die Zustände in der Pflege haben sich nach Einschätzung den Mitglieder verschiedener Initiativen in den vergangenen Jahren verschlechtert. Heime und Zimmer seien zwar schöner, die Zahl der Menschen, die sich um die Pflegebedürftigen kümmerten, aber weniger geworden, so Bührlen. Alexander Frey zitierte Studien des Medizinischen Dienstes der Kranlenkassen und des Deutschen Instituts für Menschenrechte aus den Jahren 2006 und 2007, wonach rund 41 Prozent der Heiminsassen an Mängeln in der Ernährungs- und Flüssigkeitszufuhr leiden. In absoluten Zahlen handelt es sich hierbei um 293 000 Menschen. Bei 300 000 Heimbewohnern lagen Mängel in der Wundversorgung vor.

Der Ausschuss wird sich in fünf oder zehn Jähren erneut mit der Sachlage befassen. Bis dahin ist Deutschland als Vertragsstaat aufgefordert, "sofortige Schritte zu unternehmen, um die Situation älterer Menschen in Pflegeheimen zu verbessern". Vor allem müssten "die erforderlichen Mittel bereitgestellt werden, um Pflegepersonal zu schulen" und "mehr gründliche Inspektionen in Pflegeheimen durchzuführen".

Quelle: Weser-Kurier vom 01.06.2011 - Mit freundl. Genehmigung des Autors


* wk1100601_un_kritisiert_missstaende.jpg

UN kritisiert Missstände in deutschen Pflegeheimen

Das Forum zur Verbesserung der Situation Pflegebedürftiger e. V.
wurde 2001 gegründet, um vor dem UN-Menschenrechtsausschuss in Genf über die gravierenden Menschenrechts- verletzungen in deutschen Pflegeheimen zu berichten. Der Ausschuss hat daraufhin die menschenunwürdigen Bedingungen in deutschen Pflegeheimen sehr gerügt und die Bundes-regierung aufgefordert, dringende Maßnahmen zu ergreifen, um die Situation für die Pflegebedürftigen vor Ort zu  verbessern.
(Die Empfehlungen  der Vereinten Nationen, unseren Bericht über die Pflegemissstände, Presse etc. finden 

Sie unter:
Misstände vor den UN 

www.verhungern-im-heim.de/
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