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2012-10-21

"Geschichtsstunde par excellence" für BGV-Mitglieder | AK-Kurier.de


"Geschichtsstunde par excellence" für BGV-Mitglieder

Im Rahmen ihrer 25. Informationsfahrt besuchten die Mitglieder des Betzdorfer Geschichte e.V. kürzlich die Euthanasie-Gedenkstätte in Hadamar, wo die Gruppe einer Führung durch die ehemalige Tötungsanlage der Nazis beiwohnte und ein Bild vom Ablauf der damaligen Taten gewann.

Betzdorf/Hadamar. Die 25. Informationsfahrt des Betzdorfer Geschichte e.V. führte jüngst zur Euthanasie-Gedenkstätte in Hadamar. Nach einstündiger Busfahrt erhielt die Gruppe eine fundierte Führung durch die ehemalige Tötungsanlage der Nazis, die deren Existenz seinerzeit lange geheim halten konnten. Unter dem Deckmantel einer Heilanstalt wurden hier ab 1940 geistig behinderte und psychisch kranke Menschen systematisch ermordet. Die Teilnehmer der Informationsfahrt erhielten detaillierte Einblicke in die Organisation und den Ablauf der Taten.
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2012-06-27

Ministerium für Gesundheit, Emanzipation, Pflege und Alter des Landes Nordrhein-Westfalen (MGEPA NRW) | Reformprozess in der Psychiatrie vorantreiben - Ministerin würdigte Arbeit der Klinik Bedburg-Hau anlässlich des 100-jährigen Bestehens | Pressemitteilung | Pressemeldung

Pressemitteilung vom 26.06.2012 | 16:18 Ministerium für Gesundheit, Emanzipation, Pflege und Alter des Landes Nordrhein-Westfalen (MGEPA NRW)
Gesundheit: Ministerin Steffens: Reformprozess in der Psychiatrie vorantreiben - Ministerin würdigte Arbeit der Klinik Bedburg-Hau anlässlich des 100-jährigen Bestehens


Das Ministerium für Gesundheit, Emanzipation, Pflege und Alter des Landes Nordrhein-Westfalen teilt mit:

Etwa jeder dritte Erwachsene wird einmal in seinem Leben psychisch krank und wegen dieser Erkrankung noch allzu oft stigmatisiert und ausgegrenzt.

"Die Klinik Bedburg-Hau des Landschaftsverbandes Rheinland trägt mit ihren vielfältigen Angeboten zu mehr Akzeptanz und zum Abbau von Vorurteilen gegenüber psychisch Kranken bei", würdigte Gesundheitsministerin Barbara Steffens die Arbeit und den Stellenwert der Klinik heute (26. Juni 2012) in ihrer Rede anlässlich des 100-jährigen Bestehens der Klinik Bedburg-Hau.

Bedburg-Hau blickt auf hundert Jahre einer wechselvollen und oft auch leidvollen Psychiatriegeschichte zurück. Doch 1975 setzte mit der so genannten Psychiatrie-Enquete ein Strukturwandel auch Bedburg-Hau ein. Die lange Jahre anstaltszentrierte und verwahrende Einrichtung reformierte sich zu einer gemeindeintegrierten und modernen psychiatrischen Fachklinik. Und setzte im Reformprozess mit ihren Angeboten zum Beispiel im Bereich Kreativ- und Kunsttherapie und durch den Austausch mit den benachbarten Niederlanden Akzente.

Jüngstes Beispiel ist das Kunstprojekt "gefangene Geheimnisse", das zum 100-jährigen Bestehen fertiggestellt wurde. Es zeigt die Auseinandersetzung psychisch Kranker mit ihren Gefühlen in Porträtzeichnungen, Farben und Worten. Die Schirmherrschaft für das Projekt hat Ministerin Steffens übernommen.

"Ich habe es gern getan, weil es die in den erkrankten Menschen `gefangenen Geheimnisse` offenbart. Es gibt den Menschen ein Gesicht und zeigt ihre ganz eigene Geschichte, deren Teil die Erkrankung mit all ihren Ursachen ist. Wer es nicht in Worte fassen konnte, fand nonverbale Möglichkeiten, es auszudrücken. Dies ist ein wichtiger Ansatz, der zu fördern ist", verdeutlichte Ministerin Steffens.

Die Ministerin forderte dazu auf, den Reformprozess in der Psychiatrie gemeinsam weiter voranzutreiben. Das Ziel sei ein Versorgungssystem, dass sich noch stärker an den Bedürfnissen der betroffenen Menschen ausrichtet.

"Wir müssen die Psychiatrie so weiterentwickeln, dass sie psychisch kranken Menschen ein weitgehend eigenständiges und sozial integriertes Leben ermöglicht", so Ministerin Steffens.


Ministerium für Gesundheit,
Emanzipation, Pflege und Alter
des Landes Nordrhein-Westfalen
Horionplatz 1, 40213 Düsseldorf
Tel. 0211 8618-50
Fax 0211 86185-4444
Mail info@mgepa.nrw.de

Düsseldorf - Veröffentlicht von pressrelations

Ministerium für Gesundheit, Emanzipation, Pflege und Alter des Landes Nordrhein-Westfalen (MGEPA NRW) | Reformprozess in der Psychiatrie vorantreiben - Ministerin würdigte Arbeit der Klinik Bedburg-Hau anlässlich des 100-jährigen Bestehens | Pressemitteilung | Pressemeldung

2011-11-13

Gedenken Oldenburg: Stolpersteine erinnern an Nazi-Opfer - NWZonline.de

Stolpersteine erinnern an Nazi-Opfer

Gedenken Schüler-Initiative für Opfer der Euthanasie – Gertrudenheim und Kloster Blankenburg



Bild
Besondere Pflastersteine: der Kölner Künstler Gunter Demnig legt hier die drei Steine am Gertrudenheim. BILD: Tobias Frick Bild vergr��ern
Erstmals wurden „Stolpersteine“ in Oldenburg verlegt. Damit wird einzelnen Opfern gedacht.

von Karsten Röhr

Oldenburg - Zum Gedenken an die Opfer des nationalsozialistischen Krankenmordes im Gertrudenheim und Kloster Blankenburg wurden am Dienstag vier Stolpersteine gesetzt. Mit dieser Schülerinitiative hält in Oldenburg eine Erinnerungskultur Einzug, die sich dem Gedenken Einzelner widmet.

Schüler der IGS Flötenteich hatten vor zwei Jahren mit diesem Vorhaben begonnen, das von Schülern der Helene-Lange-Schule fortgesetzt wurde und nun mit Unterstützung des Bezirksverbandes Oldenburg realisiert werden kann.


Forschungen über die NS-Euthanasie in Oldenburgischen Heimen und Anstalten hatten die Aufmerksamkeit der Schüler auf das Schicksal der Bewohner des Gertrudenheims und Kloster Blankenburgs gelenkt. Von der unmenschlichen Behandlung und der hohen Sterblichkeit während der 1930er- und 1940er-Jahre erschüttert, forschten sie dem Schicksal einzelner Bewohner nach, um ihnen ein Zeichen des Gedenkens zu setzen. Mit viel Enthusiasmus, aber nicht ohne Widerstände und Rückschläge, setzen sie ihre Pläne für die „Stolpersteine“ durch.
 Grundlage ihrer Arbeit waren die Forschungen des Historikers und Lehrers Ingo Harms über den Mord an Behinderten und Geisteskranken, die unter dem Titel „Biologismus“ veröffentlicht worden sind.
Gedenken Oldenburg: Stolpersteine erinnern an Nazi-Opfer - NWZonline.de

2011-08-28

100 Jahre Psychiatrie: Von der Irrenanstalt zum Krankenhaus - Stadt - Gießener Allgemeine Zeitung

100 Jahre Psychiatrie: Von der Irrenanstalt zum Krankenhaus

Gießen (kw). Die Pfleger hießen »Aufseher«, ihre Patienten galten als unmündig. Sie mussten spezielle Anstaltskleidung tragen, ihr Tagesablauf war einem strengen Reglement unterworfen, etliche lebten über Jahrzehnte hinter den Mauern.

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Die »Anstaltsküche« versorgte Hunderte und bot manchen Patienten auch Arbeitsplätze. (Fotos: Archiv)
Viel hat sich geändert, seit vor 100 Jahren an der Licher Straße die »Großherzogliche Landes-Heil- und Pflegeanstalt gegründet wurde. Nach etlichen Namensänderungen heißt der Jubilar heute Vitos Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie und ist Teil des größten Fachkrankenhauses in Hessen.

Schon seit den 1830er Jahren war die Einrichtung einer »Irrenanstalt« für Oberhessen diskutiert worden. 1896 wurde die Psychiatrische Klinik an der Frankfurter Straße eröffnet, doch sie reichte nicht aus. Um die Ansiedlung der Landeseinrichtung konkurrierten Gießen und Grünberg. Schließlich setzte sich 1901 im Landtag die Provinzial-Hauptstadt durch. Ein Hauptgrund war, dass die Stadt für den Bau etwa 20 Hektar des Stadtwaldes an der Licher Straße zur Verfügung gestellt hatte, schildert Stadtarchivar Dr. Ludwig Brake in einem Aufsatz für das 2003 erschienene Buch »Psychiatrie in Gießen«.

1906 begannen die Bauarbeiten im »Pavillon-Baustil« mit Jugendstil-Elementen. Für das Ergebnis wurde ein klangvoller Name gesucht. »Waldhof« war im Gespräch, die Stadtverordneten sprachen sich 1907 für »Heilanstalt Waldheim bei Gießen« aus. Doch weniger Jahre später waren solche »Phantasiebezeichnungen« wieder aus der Mode gekommen. Eine schlichte »Hupla«, so die Kurzform für Heil- und Pflegeanstalt, wurde im September 1911 in Betrieb genommen. 300 bis 400 Patienten fanden dort Platz. Männer- und Frauenseite waren getrennt. Es gab Bereiche für »Wachbedürftige«, für »Pflegebedürftige« und für »Unruhige«. Patientinnen und Patienten, die dazu körperlich in der Lage waren, halfen in der Landwirtschaft mit oder arbeiteten in anderen Betrieben – etwa Küche, Wäscherei oder Maschinenhaus. Während des Ersten Weltkrieges diente die Anstalt als Reservelazarett zur Wiederherstellung der Kriegstauglichkeit traumatisierter Soldaten.

»Euthanasie«-Geschichte aufgearbeitet

In der Zeit des Nationalsozialismus wurden im Rahmen der »Eugenik- und Euthanasie-Programme« Zwangssterilisationen veranlasst und 263 Patienten nach Hadamar gebracht und dort getötet. Auf Erlass des Reichsinnenministers wurden außerdem aus ganz Mitteldeutschland jüdische Patienten »gesammelt«, die später in einer Tötungsanstalt in Brandenburg umgebracht wurden. Diese Phase ihrer Geschichte hat die Klinik umfassend aufgearbeitet. Seit 1998 ist dazu auf dem Gelände die Dauerausstellung »Vom Wert des Menschen« zu sehen.

Anfang der 1950er Jahre übernahm der Landeswohlfahrtsverband die Anstalt. Sie wurde umbenannt in »Psychiatrisches Krankenhaus« – die Abkürzung »PKH« wird im Volksmund auch heute noch häufig verwendet. In den späteren 1950er Jahren wurden erstmals Medikamente zur Behandlung eingesetzt.



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100 Jahre Psychiatrie: Von der Irrenanstalt zum Krankenhaus - Stadt - Gießener Allgemeine Zeitung

2011-08-27

“Es macht wütend” - behinderte Heimopfer lehnen Entschuldigung der Evangelischen Kirche ab


“Es macht wütend” - behinderte Heimopfer lehnen Entschuldigung der Evangelischen Kirche ab

Freitag, den 26. August 2011 um 17:13 Uhr von Helmut Jacob
Ort des Grauens 1945 - 1967, das Johanna-Helenen-Heim, Foto: Freie Arbeitsgruppe JHH 2006
„Es macht wütend, wenn es wieder nur bei den üblichen Entschuldigungen bleibt und nichts im Hinblick auf Wiedergutmachung geschieht.” So Ehepaar Flügge, Mitglieder der “Freien Arbeitsgruppe JHH 2006″ zum Einladungsschreiben des Diakonischen Werkes und der Evangelischen Kirche Deutschland.
Christel Flügge war in den 60er Jahren Diakonische Helferin im Johanna-Helenen-Heim, in dem nach dem Krieg bis 1969 behinderte Klein- und Schulkinder psychische, physische und sexuelle Gewalt erdulden mussten. Eberhard Flügge war Diakonenschüler und absolvierte sein Praktikum auf der Station für Jungen. Zusammen mit Diakon Jochen Twer haben sie versucht, das Leid der Kinder erträglicher zu machen. Auch haben sie sich immer wieder über die Gewaltexzesse bei der der Anstaltsleitung beschwert. Auf der Homepage der Arbeitsgruppe sind die Leiden der Kinder in der “Hölle von Volmarstein” und die “Engel von Volmarstein” dokumentiert.

Der Zorn richtet sich an die Evangelische Kirche unter dem Ratsvorsitzenden Nikolaus Schneider und an Diakoniepräsident Johannes Stockmeier.
Beide wollen am 11. September in der Friedrichstadtkirche in Berlin eine “Bitte um Verzeihung nun öffentlich für die gesamte Evangelische Kirche und ihre Diakonie aussprechen.” Es sei ihnen “ein Anliegen, gegenüber den ehemaligen Heimkindern um Verzeihung zu bitten.”
Die Arbeitsgruppe, die behinderte Heimopfer der Volmarsteiner Anstalten vertritt, lehnt in ihrem Antwortschreiben diese Entschuldigung schon jetzt ab, “weil sie an unzureichende Wiedergutmachungsabsichten geknüpft ist.” Außerdem sei der Entschädigungsbetrag in der Höhe begrenzt und an Bedingungen, beispielsweise eines noch heute bestehenden Leidensdruckes und finanzieller Bedürftigkeit geknüpft. Die Gruppe fordert “eine Opferrente von monatlich 400 Euro bis zum Lebensende und die Absicherung eines würdigen Lebensabends, falls es zu einer erneuten Heimunterbringung kommen sollte.” Die Evangelische Kirche und ihre Diakonie hätten nicht zu erkennen gegeben, dass sie die Forderungen der behinderten Heimopfer unterstützen. Die neunköpfige Gruppe weiter im Brief an die Veranstalter: “Die an vielen behinderten Volmarsteiner Klein- und Schulkindern verübten Verbrechen sind inzwischen nicht mehr strittig. Entsprechende Dokumentationen liegen Ihnen vor.” Angesichts der erlebten Scheußlichkeiten seien ihre Forderungen mehr als gerechtfertigt “und werden von jedem Menschen mit moralischen Regungen anerkannt und unterstützt.”
Zum Schluss appellieren sie an Schneider und Stockmeier: “Wir fordern Sie auf, diese Forderungen ebenfalls zu unterstützen und aktiv an der Umsetzung mitzuwirken. Erst dann können wir Ihre Entschuldigung akzeptieren.”
weitere Infos: http://www.gewalt-im-jhh.de

Readers Edition » “Es macht wütend” - behinderte Heimopfer lehnen Entschuldigung der Evangelischen Kirche ab

2011-08-23

Bedient die FDP ihr Klientel zu Lasten Pflegebedürftiger? -- kobinet

23.08.2011 - 12:47

Bedient die FDP ihr Klientel zu Lasten Pflegebedürftiger?.

Von Uwe Frevert

Kassel (kobinet) Im Rahmen der Pflegeversicherungsleistung könnte viel Potential in den Privathaushalten der Pflegebedürftigen gefördert werden. Indem legale abhängige Beschäftigungsverhältnisse im Privathaushalt anerkannt werden, könnte wesentlich mehr personelle Hilfe gesichert werden. Wenn die Regie für Dienstpläne und Personalgewinnung von Privathaushalten selbst organisiert werden, könnten Gelder sinnvoller als in die überblähte Bürokratie für Pflegedokumentation, schicke Kraftfahrzeuge und Büromieten verwendet werden.

Bei Einführung der Pflegeversicherung ging es für uns behinderte Menschen um den Machtverlust über die Kontrolle des eigenen Lebens mit Behinderung. Die Pflegeversicherung bedeutet für uns keinen menschenwürdigen Umgang der professionellen Pflegedienste mit uns. Kein Pflegedienst garantiert heute, dass ich dann auf die Toilette gehen kann, wenn ich den Drang dazu verspüre. Die Pflegedienstleitung bestimmt den Dienstplan und so ist ein Toilettengang nur nach Plan möglich und nicht bei Bedarf.

Kein Pflegedienst vermittelt den behinderten Personen, oder ihren Angehörigen, Kenntnisse über Personalführung oder die besonderen Anstellungsverhältnissen für die Beschäftigung von Personal in Privathaushalten. Die Pflege ist ein Geschäft für "Wohltäter" geworden und der Gesundheitsminister Daniel Bahr von der FDP hat sicherlich kein Interesse daran unser Selbsthilfepotential zu fördern. Allein die Tatsache, dass es bis heute keine EDV-Software gibt, die die Beschäftigungsverhältnisse in den Privathaushalten finanztechnisch verwalten könnte, ist ein Beleg dafür, dass dieses Selbsthilfepotential nicht erwünscht ist. Und wenn weiter berücksichtigt wird, dass durchschnittlich jeder Privathaushalt ca. 100.000 Euro zur Pflegeversicherung hinzu zahlen muss, um die Hilfe zu erhalten, dann wird deutlich wer hier bedient werden soll. Ganz zu schweigen von der Schwarzarbeit, die wegen mangelhafter Unterstützung in den Privathaushalten notwendigerweise zum Einsatz kommen muss.

Experten gehen davon aus, dass der Beitrag für die Pflegeversicherung bis auf sieben Prozent angehoben werden muss, wenn weiterhin in dem bisherigen System der Pflegeversicherung die Hilfe erbracht wird. Das aber kann nicht die Lösung sein, denn bereits heute haben die Pflegedienste erhebliche Personalprobleme, weil alle Beteiligten wissen, dass dies keine menschenwürdige Leistung ist.

Was wir brauchen ist eine systematische Förderung der Beschäftigungsverhältnisse in den Privathaushalten behinderter Menschen. Volkswirtschaftlich betrachtet ist dieses Hilfeprinzip auf jeden Fall kostengünstig. Wir haben hierzu seit fast 30 Jahren Erfahrung und wir nennen es Persönliche Assistenz. Es erlaubt uns die Hilfe eigenständig und legal zu organisieren, unabhängig von Pflegediensten und den Anstalten der stationären Unterbringung. sch

Bedient die FDP ihr Klientel zu Lasten Pflegebedürftiger? -- kobinet

2011-06-24

Inklusion statt Anstalt | Lokales und Nachrichten Gronau - Ahlener Zeitung

Inklusion statt Anstalt


Ausgebrochen und geflüchtet aus engen genormten Formaten und rechtwinkligen Aktenordnern ist Niklas Niedermeier (r.). Martin Wedek, der eben die drei angehenden Diakoninnen und Diakone in den Aktenordnern noch mit dem Rohstock und Trillerpfeife kommandiert hatte, ist entsetzt. Foto:

Ausgebrochen und geflüchtet aus engen genormten Formaten und rechtwinkligen Aktenordnern ist Niklas Niedermeier (r.). Martin Wedek, der eben die drei angehenden Diakoninnen und Diakone in den Aktenordnern noch mit dem Rohstock und Trillerpfeife kommandiert hatte, ist entsetzt. Foto:
(Anke Marholdt)


Gronau/Bad Oeynhausen - Die Symbolik war kaum zu überbieten: Die Predigt im Wittekindshofer Jahresfestgottesdienst, an dem auch zahlreiche Menschen aus Gronau teilgenommen haben, begann mit drei rechtwinklig genormten überdimensionalen Aktenordnern. Drei angehende Diakoninnen und Diakone zwischen den Aktendeckeln veranschaulichten, was mit Menschen passiert, die nicht in die Norm passen. Mit Rohrstock und Trillerpfeife wurden sie auf den Gänge durch die mehr als 950 Gottesdienstbesucherinnen und -besucher kommandiert. Am Ziel neben dem Altar angekommen, sah man die Folgen: demütige Anpassung, Resignation und Aggression.

Inklusion statt Anstalt | Lokales und Nachrichten Gronau - Ahlener Zeitung

2011-04-09

Neue Presse Coburg | Rummelsberger im Fokus der Kritik

Rummelsberger im Fokus der Kritik

Der geplante Umzug der Bewohner von Schloss Ditterswind nach Ebelsbach stößt bei der Bevölkerung auf Unverständnis. Die Bürger halten die Behinderten im Dorf für gut aufgehoben.

"Inklusion", so das "Zauberwort", welches von den Rummelsberger Anstalten für den Weggang der Behinderten aus Schloss Ditterswind propagiert wird. Es bedeutet vereinfacht ausgedrückt: Einbeziehung, Einschluss, Dazugehörigkeit. "Sind die Menschen im Schloss bei uns nicht in das örtliche Leben einbezogen? Gehören sie nicht seit mehreren Jahrzehnten zu uns? Sind sie nicht akzeptiert und integriert? Fragen, die von den Versammlungsteilnehmern in den Raum gestellt wurden.
Die Versammlungsteilnehmer und der Bürgermeister sind überzeugt, dass das alles für Ditterswind und die Gemeinde Maroldsweisach zutrifft. "Die Leute gehören seit 40 Jahren zu uns, sind auf- und angenommen, sind im Dorf akzeptiert, gehen dort zur Kirche und die Bewohner kümmern sich um sie, wenn sie im Ort unterwegs sind", so eine Versammlungsteilnehmerin.
Gespräche mit Kreisverantwortlichen und Vertretern der Kirche hätten stattgefunden, informierte Wilhelm Schneider. "Eines ist klar, die Entscheidung ob Ditterswind von den Rummelsberger Anstalten aufgegeben wird, liegt ausschließlich beim Träger", so der Rathauschef. Was mit dem Schloss später passiert, wusste Schneider nicht zu sagen. "Bei der Entscheidung des Trägers steht die Wirtschaftlichkeit und die Inklusion im Vordergrund." Kampflos sollte man sich nicht ergeben, meinte Schneider, gemeinsam müsse überlegt werden, was man tun könne. Da die Beschäftigungszahlen in der Gemeinde rückläufig seien, wäre es "ein Schlag ins Gesicht", wenn im Schloss Ditterswind auf einmal rund 50 Arbeitsplätze wegbrechen. "Das wäre für uns nur schwer zu verkraften." Schneider: "Die Planung der Rummelsberger ist so, dass 2014/2015 das Schloss Ditterswind leer ist. Es stimmt aber einfach nicht, zu behaupten, dass die Leute hier nicht richtig integriert sind. Eine bessere Integration der Heimbewohner als hier in Ditterswind gibt es nicht."

Neue Presse Coburg | Rummelsberger im Fokus der Kritik

Neue Presse Coburg | Rummelsberg: Leiter unter Verdacht

Rummelsberg: Leiter unter Verdacht

Nürnberg/RummelsbergDer Chef der Rummelsberger Anstalten, Pfarrer Bierlein, soll erwachsene Männer sexuell bedrängt haben. Der Nürnberger Regionalbischof Nitsche berichtete am Freitag, dass der Landeskirchenrat vor einer Woche von Diakonen und Diakonenschülern über die Vorfälle im Rahmen eines Buchprojekts informiert worden sei. Bierlein habe sich unverzüglich entschieden, von seinen Ämtern zurückzutreten.

Neue Presse Coburg | Rummelsberg: Leiter unter Verdacht

2011-03-04

Aufstand der Betreuten - Selbstrespekt als Richtschnur | Independent Living Institute

Ziel unserer Behindertenpolitik mußsein, dem Einzelnen mehr persönliche Macht und uns als Gruppe mehr politische Macht zu verschaffen. Triebfeder und Richtschnur in dieser Arbeit ist unser Selbstrespekt. Unsere Umwelt bombardiert uns ständig mit Hinweisen, daß unser Leben bemitleidenswert, lebensunwert und unwünscht ist, daßwir Bürger zweiter Klasse sind. Viele von uns sind mit dieser Haltung aufgewachsen und glauben selbst daran. Wir müssen uns gegen diese Gehirnwäsche impfen, denn wenn wir nicht selbst davon überzeugt sind, daßunser Leben genauso viel wert ist wie das anderer Menschen, fordern wir auch nicht die gleichen Wahlmöglichkeiten, die unsere nichtbehinderten Angehörigen, Freunde und Bekannten in allen Bereichen des Lebens haben.

Erst wenn wir davon überzeugt sind, daßwir die gleiche Lebensqualität verdienen, die andere für selbstverständlich hinnehmen, werden wir uns nicht mehr in Anstalten und Heime abschieben lassen, sondern fordern, überall wohnen zu können. Dann werden wir uns nicht länger vom Sonderfahrdienst der Wohlfahrt verfrachten lassen, sondern behindertengerechte Anpassung aller öffentlichen Verkehrsmittel und Taxis fordern. Dann werden wir uns nicht in krankhafte Abhängigkeit von unseren Angehörigen zwingen lassen, sondern persönliche Assistenzdienste fordern, die uns freimachen. Dann werden wir nicht mehr dankbar über integrierte Teestuben und Freizeiten Freudentränen vergießen, sondern gleiche Bürgerrechte fordern. Dann werden wir uns nicht mehr unserer Behinderung schämen, uns verstecken und ein Zuschauerdasein fristen, sondern am Leben als freie und stolze Menschen teilnehmen....


Aufstand der Betreuten - Selbstrespekt als Richtschnur | Independent Living Institute
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