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2013-05-18
2011-10-05
Frankenpost | VdK fordert eine rasche Pflege-Reform
VdK fordert eine rasche Pflege-Reform
In Weißenstadt wirft Ulrike Mascher, die Bundesvorsitzende des Sozialverbandes, den Gesundheitsministern eine Hinhaltetaktik vor. In der häuslichen Pflege müsse sich rasch etwas tun.
Von Wolfgang LindnerWeißenstadt - Der Sozialverband VdK greift Bundesgesundheitsminister Daniel Bahr und seinen Vorgänger Philipp Rösler scharf an. In einer Sonderveranstaltung zum Thema "Häusliche Pflege", zu der die VdK-Kreisverbände Wunsiedel und Hof nach Weißenstadt eingeladen hatten, warf Ulrike Mascher, Präsidentin des VdK Deutschland und Vorsitzende in Bayern, den Gesundheitsministern eine Hinhaltetaktik vor.
Die Hauptrednerin erinnerte daran, dass Bundesgesundheitsminister Philipp Rösler das Jahr 2011 zum Jahr der Pflege ausgerufen habe. Die Eckpunkte einer Reform sollten im Sommer vorgestellt werden, geschehen sei nichts, bemängelte die Präsidentin des Sozialverbands. "Die Anhörungen endeten immer mit dem gleichen Satz Rößlers: ,Ich finde ihre Anregungen sehr berechtigt, aber nicht alles, was wir uns wünschen, ist auch finanzierbar'." Diese Spielchen setze auch der neue Bundesgesundheitsminister Daniel Bahr fort. (...)
Eine Einführung in das Thema "Pflege" hatte zuvor Kreisvorsitzender Konrad Scharnagl gegeben. Er sprach folgende Probleme an: Fachkräftemangel, schlechte Bezahlung, schlechte stationäre Pflegebedingungen, wenig Anerkennung für pflegende Angehörige. Diese Defizite sähen auch die politisch Verantwortlichen, aber außer der Androhung von Beitragserhöhungen gebe es kein Konzept. Bis 2030 werde sich die Zahl der Pflegebedürftigen auf vier Millionen verdoppeln, die Hälfte davon mit Demenz.
Die Pflegebedürftigkeit dürfe nicht nach dem Faktor Zeit bewertet werden, sondern nach dem Betreuungs- und Beaufsichtigungs-Bedarf, forderte er. Scharnagl wählte in diesem Zusammenhang knallharte Worte: "Eher verhungern, verdursten oder verwahrlosen die Betroffenen, bevor sie eine Pflegestufe erhalten." Schon jetzt gebe es eine Zwei-Klassen-Pflege. Wer es sich leisten könne, holt sich eine 24-Stunden-Pflege, die anderen würden ins Pflegeheim kommen. Ziel der Pflegereform müsse es sein, dass auch weiterhin viele Menschen die Pflege alter und kranker Familienangehöriger selbst übernehmen können, sonst steuere das Land auf einen Pflegekollaps zu, meinte Scharnagl.
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