ASB-Fahrdienst in Geldnöten
Trainer-Trio unterstützt Spendenaufruf – Stadt bereit, nach Lösung zu suchen
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Von Katja Dartsch
Die kurzfristige Abschaffung des Zivildienstes hat den Behindertenfahrdienst des Arbeiter-Samariter-Bundes (ASB) in finanzielle Bedrängnis gebracht. Wegen der vorübergehenden Beschäftigung sozialversicherungspflichtiger Fahrer hat der ASB sein Budget weit überzogen.
Ende des Jahres wird das Defizit des Behindertenfahrdienstes, den der ASB in Kooperation mit der Stadt anbietet, um mehrere zehntausend Euro höher ausfallen als üblich, kündigt Christoph Dettmer an, Leiter des Sozialen Dienstes. Um das Loch in der Kasse zu stopfen, bittet der ASB um Spenden. Das Trainer-Trio Torsten Lieberknecht von der Eintracht, Sebastian Machowski von den Phantoms und Lions-Coach Phil Hickey hat die Schirmherrschaft für die Spendenaktion übernommen.
Die Menschen, die den Fahrdienst nutzen, haben das Kürzel aG in ihrem Schwerbehindertenpass. Es steht für "außergewöhnliche Gehbehinderung". Die meisten sind konstant auf den Rollstuhl angewiesen. Die Teilnahme am gesellschaftlichen Leben gestaltet sich für sie entsprechend schwierig: Sie können sich nicht einfach ein Taxi rufen und ins Stadion fahren lassen, erklärt Dettmer: "Menschen, die über Treppen getragen werden müssen, weil sie beispielsweise in einem oberen Stockwerk ohne Fahrstuhl wohnen, wären ohne unser Angebot in ihrer Wohnung regelrecht gefangen."
Das aG-Kürzel berechtigt zu maximal zehn Fahrten im Monat. Auf Wunsch werden die Betroffenen beispielsweise zum Fußball gefahren, zum Familientreffen, ins Kino oder auch ins Theater. Eine Fahrt kostet im Schnitt knapp 30Euro, sagt ASB-Geschäftsführer Joachim Uebermuth. Etwa zwei Drittel übernimmt die Stadt, pro Jahr summiert sich ihr Beitrag auf zirka 100000 Euro. 2,50Euro pro Fahrt zahlt der Gehbehinderte selbst. Der Fahrdienst steht also, was die Finanzierung angeht, generell auf wackeligen Füßen. Den Fehlbetrag gleicht der ASB insbesondere mit Mitgliedsbeiträgen aus. Dass die Zivis weggefallen sind und der Bundesfreiwilligendienst erst nur schleppend angelaufen ist, hat die Situation zusätzlich verschärft. Das Überleben des Fahrdienstes sei gefährdet, erklärt Uebermuth die prekäre Lage.
Heinz Kaiser, Vorsitzender des Behindertenbeirats, appelliert an die Verantwortlichen. Die gleichberechtigte Teilhabe am gesellschaftlichen Leben sei ein verbrieftes Menschenrecht, verweist er auf die Behindertenrechtskonvention der UN.
Die Stadt hat bereits Gesprächsbereitschaft signalisiert.
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