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2014-02-27

Interessen der helfenden Berufe ins Visier genommen - Klaus Dörner im Gespräch (SB): Irren ist menschlich - Kritikbewegt, reformbeflügelt, konstruktiv... SCHATTENBLICK - INTERVIEW/006


INTERVIEW/006: Irren ist menschlich - Kritikbewegt, reformbeflügelt, konstruktiv... Klaus Dörner im Gespräch (SB)



Interessen der helfenden Berufe ins Visier genommen


Interview am 16. Januar 2014 in Hamburg-Eppendorf (Teil 2)


Nachdem im ersten Teil des Interviews mit Prof. Dr. Dr. Klaus Dörner
wesentliche Stationen seiner Lebensgeschichte zwischen den späten
1960er Jahren und seiner Tätigkeit in Gütersloh zur Sprache kamen, ist
nun im zweiten Teil insbesondere die Psychiatriekritik Gegenstand der
Erörterung.


Portrait im Gespräch - Foto: © 2013 by Schattenblick
Klaus Dörner nimmt kein Blatt vor den Mund

Foto: © 2013 by Schattenblick



Schattenblick: Sie haben berufsständische Interessen genannt, den
eigenen Broterwerb und die gesamte Zunft der in der Psychiatrie
versammelten professionellen Akteure zu sichern. Sehen Sie darüber
hinaus andere gesellschaftliche Interessen, die Psychiatrie in ihrer
herkömmlichen Form aufrechtzuerhalten, etwa als Zwangsoption der
Ausgrenzung oder Drohpotential?

Klaus Dörner: Ich habe mich inzwischen darauf verschärft, daß es
einzig und allein die berufsständischen Interessen sind, die ja in der
Wirtschaft nicht ehrenrührig und dort völlig in Ordnung sind.
Unterwirft man jedoch die Sphäre des Helfens, in der der Markt nichts
zu suchen hat, gleichermaßen den Gesetzen der Güterproduktion, ist das
nicht hinzunehmen. Man muß meines Erachtens davon ausgehen, daß in
keinem Bereich der Gesellschaft die berufsständischen Interessen so
massiv und rücksichtslos über den eigentlichen Betriebszweck gestellt
werden wie im Bereich der helfenden Berufe.

Wie mir der Präsident der Deutschen Gesellschaft für Psychiatrie,
Psychotherapie und Nervenheilkunde (DGPPN), Frank Schneider, erzählt
hat, fragte er sich damals nach seinem Amtsantritt, was in aller Welt
man in dieser Funktion zu tun habe. Er hörte sich in den
Berufsverbänden der Internisten, Chirurgen, Gynäkologen um und kriegte
dabei mit, daß es gerade angesagt sei, eine Entschuldigungsrede für
die Verbrechen zu halten, in die man während der Nazizeit verwickelt
war. Nun hatte er sich aber noch nie mit der Geschichte der
Psychiatrie beschäftigt und mit der Nazizeit schon dreimal nicht. Also
las er sich eben ein kleines bißchen an und hielt dann im Jahr 2010
seine berühmt gewordene Entschuldigungsrede in Berlin. (...)

Seine Rede gipfelte in dem Satz: Man müsse sich sogar überlegen, ob
die Euthanasie, also die Ermordung der psychisch Kranken, mehr ein
Naziprogramm oder eher ein Psychiatrieprogramm gewesen sei. Als ich
das las, habe ich einen totalen Schrecken gekriegt: Das ist ja der
Gedanke, den ich seit Jahrzehnten mit mir herumschleppe, ohne mich je
getraut zu haben, ihn auszusprechen! (...)

Würde man es genau untersuchen, ließe sich wohl nachweisen, daß es keine Branche gibt, die so systematisch mit krimineller Energie ihr Geschäft betreibt wie die helfenden Berufe im allgemeinen und die Psychiater im besonderen. (...)

SCHATTENBLICK - INTERVIEW/006: Irren ist menschlich - Kritikbewegt, reformbeflügelt, konstruktiv... Klaus Dörner im Gespräch (SB)

“Psychiatrie ohne Zwang – Was ist das?”

Wolf-Dieter Narrs Panorama auf eine gewaltfreie Psychiatrie

2014-02-07

Deutsches Ärzteblatt: Ausgrenzung Behinderter: Gedenken und Handeln (07.02.2014)

Ausgrenzung Behinderter: Gedenken und Handeln

Dtsch Arztebl 2014; 111(6): A-197 / B-171 / C-167

Jachertz, Norbert


Norbert Jachertz, gesundheits- und sozialpolitischer Journalist
Ein lange verschwiegenes Thema, die Zwangssterilisation und die sogenannte
Euthanasie in der Nazizeit, scheint nunmehr „ganz oben“ angekommen zu
sein: Dieser Tage besuchte Bundespräsident Joachim Gauck ex officio eine
Ausstellung, die sich mit diesen Verbrechen gegen die Menschlichkeit
auseinandersetzt. Einer der früheren Vizepräsidenten des Bundestages,
Wolfgang Thierse, hatte die Ausstellung in den Bundestag eingeladen, und
seine Nachfolgerin im Amt, Ulla Schmidt, eröffnete sie am Tag der Opfer
des Nationalsozialismus, dem 27. Januar.
Über Täter und Opfer wurde nach dem Ende der Naziherrschaft nicht gerne gesprochen.
Die Opfer der Zwangssterilisationen schwiegen, weil sie sich schämten.
Die Angehörigen der „Euthanasie“-Opfer glaubten, ihre Familiengeheimnisse hüten zu
müssen. Die Ärzteschaft schwieg lange, um nicht einzugestehen, dass so
viele aus ihren Reihen ihre Schutzbefohlenen und Patienten im Stich
gelassen hatten. Ein Schweigekartell, hin und wieder aufgebrochen durch
einen Gerichtsprozess mit zumeist seltsam milden Richtersprüchen.
Eine neue Ärztegeneration macht sich inzwischen an die Aufarbeitung.

Deutsches Ärzteblatt: Ausgrenzung Behinderter: Gedenken und Handeln (07.02.2014)

2014-02-06

Euthanasieprofessor Werner Heyde: NS-Arzt jahrelang von Schweigekartell gedeckt - N24.de

Euthanasieprofessor Werner Heyde

NS-Arzt jahrelang von Schweigekartell gedeckt


Es ist einer der größten Skandale der Nachkriegszeit. Der NS-Arzt Werner
Heyde soll 100.000 Menschen getötet haben. Nach dem Krieg wurde er von
höchsten Kreisen gedeckt – und praktizierte weiter.
Euthanasieprofessor Werner Heyde: NS-Arzt jahrelang von Schweigekartell gedeckt - N24.de

2014-02-04

Kein Platz für geistig behinderte Senioren | shz.de

Pflege-Einrichtungen in SH - Kein Platz für geistig behinderte Senioren

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts
Plötzlich Rentner - und dann? Diese Frage ist für Menschen mit Behinderung besonders schwierig. Immer mehr Menschen mit Behinderung werden pflegebedürftig. In Schleswig-Holstein hapert es an der Pflege.
Kiel | Immer mehr Menschen mit geistigen, psychischen und körperlichen Behinderungen erreichen im Norden das Seniorenalter. Nach Angaben der Koordinierungsstelle soziale Hilfen der Kreise in Schleswig-Holstein nahm die Zahl der über 60-jährigen Menschen mit Behinderung, die Leistungen zum Wohnen erhielten, in Schleswig-Holstein allein im Zeitraum von 2010 bis 2012 um 231 auf 1918 zu – ein Anstieg um rund 14 Prozent. Laut einer Umfrage unter 13 Einrichtungen des Paritätischen Wohlfahrtsverbands bedürfen dort derzeit von 716 Menschen mit geistigen Behinderungen 210 der Pflege. „Wir rechnen in den kommenden fünf bis zehn Jahren mit einem Anstieg des Anteils der Pflegebedürftigen um 20 Prozent“, sagt Sprecher Jan Dreckmann. Das sei ganz klar überwiegend bedingt durch eine neu entstehende Generation von Senioren.

Fakt ist: Während der Nazi-Diktatur wurden viele Menschen mit geistigen und psychischen Behinderungen systematisch im Rahmen des sogenannten Euthanasie-Programms ermordet. „Seit Kriegsende entsteht so in Deutschland eine Gruppe von Behinderten, die es zuvor nicht gab“, heißt es lapidar in einer Erklärung des Kieler Sozialministeriums.
Kein Platz für geistig behinderte Senioren | shz.de

2014-01-28

Behinderte und Kranke in der NS-Zeit: Raus aus dem Schatten der Erinnerung

Ärzte Zeitung online, 27.01.2014
 

Behinderte und Kranke in der NS-Zeit

Raus aus dem Schatten der Erinnerung

Das Leiden der kranken und behinderten Menschen hatte bislang kaum
Raum im öffentlichen Gedenken an die Gräueltaten des Nazi-Regimes. Eine
Ausstellung am Tag des Gedenkens an die Opfer des Nationalsozialismus
erinnert an das Schicksal dieser Menschen.


Von Susanne Werner

Raus aus dem Schatten der Erinnerung
Heil- und Pflegeanstalt Liebenau im Jahr 1940: Mit
solchen Bussen wurden Kranke und Behinderte in die Mordanstalten
transportiert.
© Archiv der Stiftung Liebenau

BERLIN. Menschen mit Behinderungen und Nervenkrankheiten
galten in der NS-Zeit als "Belastung für Volksgemeinschaft". Ihrem
grausamen Schicksal widmet sich jetzt die Wanderausstellung "erfasst,
verfolgt, vernichtet. Kranke und behinderte Menschen im
Nationalsozialismus". Sie wurde am Montag im Paul-Löbe-Haus im Deutschen
Bundestag in Berlin eröffnet.

Behinderte und Kranke in der NS-Zeit: Raus aus dem Schatten der Erinnerung

2013-11-11

Papst empfängt Behinderte und Kranke – “Reichtum der Kirche” – BRF online


Papst empfängt Behinderte und Kranke – “Reichtum der Kirche”

10. November 2013, 16:12 · Redaktion
Land & Leute
Papst Franziskus ist für seine Volksnähe bekannt, immer wieder widmet er den Schwächsten der Gesellschaft besonders viel Zeit. Nun hat er eine Gruppe von Behinderten und Kranken getroffen – und einigen ein ganz besonderes Erlebnis beschert.
Papst empfängt Behinderte und Kranke – “Reichtum der Kirche” – BRF online


Kirche und Euthanasie - Die Ermordung Behinderter im Drittten Reich

Euthanasie im Dritten Reich - Das lange Schweigen der Kirche - Dachau - Süddeutsche.de

▶ Das Wissen der katholischen Kirche um die Morde in den "Euthanasieanstalten" - YouTube

kirchensite.de - online mit dem Bistum Münster: Vor 70 Jahren: Von Galens Predigten stoppten Euthanasie

Die Haltung der Kirchen zur "Euthanasie"

Kirchen im NS-Regime

Euthanasie im NS-Staat: Grafeneck im Jahr 1940 - Die Kirchen und die "Euthanasie" -

Euthanasie in der NS-Zeit: Evang. Dekanatämter Schorndorf-Waiblingen

Diakonie Deutschland - Eugenik, Zwangssterilisation und "Euthanasie"

Opposition und Widerstand gegen die NS-Euthanasie | gedenkstättesteinhof.at

26. September 1943: Kirche protestiert gegen Euthanasie - N24.de

IMABE: Euthanasie (2) – Stellungnahmen der katholischen Kirche (Imabe-Info 3/98)

KONGREGATION FÜR DIE GLAUBENSLEHRE Erklärung zur Euthanasie

Belgien: Kirche gegen Sterbehilfe für Minderjährige

2013-11-09

Zusammenhänge | kobinet-nachrichten


Zusammenhänge

Veröffentlicht am von Gerhard Bartz
Ausrufezeichen
Ausrufezeichen
© kobinet/omp
Hollenbach (kobinet) In diesen Tagen gedenkt Deutschland in einer jahrzehntelang eingeübten Routine den Verbrechen "der Nazis". Auch die Medien sind eingebunden und berichteten beispielsweise über die Tötungsanstalt Grafeneck im Kreis Reutlingen. Im Rahmen der Aktion T4 wurden von "den Nazis" fast 11000 Menschen mit Behinderungen aus Süddeutschland ermordet.

"Die Nazis"
Gedanken von kobinet-Redakteur Gerhard Bartz
Zusammenhänge | kobinet-nachrichten

2013-11-06

Erinnerung : Drei neue Stolpersteine in Sangerhausen | Sangerhausen - Mitteldeutsche Zeitung

Erinnerung : Drei neue Stolpersteine in Sangerhausen

Uhr | Aktualisiert 06.11.2013 12:08 Uhr

Der Stolperstein für Adele Hampel war einer der ersten, der im vergangenen November in Sangerhausen verlegt wurde.  (BILD: Archiv/mz)
Von
Drei neue Stolpersteine werden am Freitag zum Gedenken an jüdische Mitbürger in der Sangerhäuser Innenstadt verlegt. Eine Forscherin an der Universität in Rostock ist den Schicksalen der Betroffenen aus Sangerhausen und Umgebung nachgegangen. (...)
Der dritte Stolperstein ist für Edith Große gedacht: Sie wurde mit 14 Jahren in einer Euthanasie-Anstalt getötet. (...)
Auf das Schicksal des Mädchens stieß Kathleen Haack, gebürtige Sangerhäuserin und Forscherin an der Universität in Rostock, bei ihren Recherchen auf dem Gebiet der „Euthanasie“, also der systematischen Ermordung von psychisch kranken und behinderten Menschen während der Nazizeit.
Gemeinsam mit ihrem Kollegen Ekkehardt Kumbier ist sie den Schicksalen der Betroffenen aus Sangerhausen und Umgebung nachgegangen. „Es gibt bisher keine spezifischen Untersuchungen zu Zwangssterilisationen und sogenannter ’Euthanasie’ im Sangerhäuser Raum. Die Forschung für den Landkreis steht noch am Anfang“, sagt Haack.

Erinnerung : Drei neue Stolpersteine in Sangerhausen | Sangerhausen - Mitteldeutsche Zeitung

2013-10-29

Rundumschlag gegen Faschismus | WAZ.de

Rundumschlag gegen Faschismus

29.10.2013 | 09:00 Uhr
Rundumschlag gegen Faschismus
Zur Ausstellungseröffnung (v.l.) kamen Zeitzeuge Helmut Hermann, OB Dagmar Mühlenfeld und Andreas Marquardt.Foto: Lars Heidrich
 
Mülheim. Gerade einmal 26 Jahre ist der Mülheimer Benjamin Traub geworden, als ihn die Nationalsozialisten in Hadamar durch Gas hinrichteten. Traub litt unter Jugendschizophrenie. Für die Nazis gehörte er deshalb zum „unwerten Leben“. Nachlesen kann man dieses und andere Schicksale im erschreckenden Kapitel zur Euthanasie unter der NS-Diktatur, das zu den neuen Aspekten der Ausstellung „Widerstand und Verfolgung in Mülheim – 1933-45 “ zählt. Gestern eröffnete sie im historischen Rathaus.


Rundumschlag gegen Faschismus | WAZ.de

2013-10-28

Gedenktafel zur NS-Vergangenheit des Landeshauses enthüllt - 02elf Düsseldorfer Abendblatt


Gedenktafel zur NS-Vergangenheit des Landeshauses enthüllt

 

Landeshaus
Landeshaus am Kaiser-Friedrich-Ring | © wiesbaden.de
 
Hessens Wirtschaftsminister Florian Rentsch hat heute vor dem Hessischen Wirtschaftsministerium eine Tafel zum Gedenken an die Funktion des Gebäudes unter dem NS-Regime enthüllt. „Als Sitz des Bezirksverbands des damaligen Regierungsbezirks Wiesbaden war das Landeshaus von 1939 bis 1945 eine Verwaltungszentrale des nationalsozialistischen Programms zur Vernichtung sogenannten „lebensunwerten Lebens“. In den psychiatrischen Anstalten des Verbandes wurden etwa 20 000 meist kranke und behinderte Menschen ermordet. Es gehört zur historischen Verantwortung, daran zu erinnern“, sagte der Minister.
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Gedenktafel zur NS-Vergangenheit des Landeshauses enthüllt - 02elf Düsseldorfer Abendblatt

 Wirtschaftsminister Rentsch enthüllt Gedenktafel zur NS-Vergangenheit des Landeshauses | Hessisches Ministerium für Wirtschaft, Verkehr und Landesentwicklung

 Das Ende des Schweigens : StadtRevue Verlag GmbH

2013-07-16

Pannwitz-Blick noch aktuell | kobinet-nachrichten


Pannwitz-Blick noch aktuell

Veröffentlicht am von Franz Schmahl
Der Pannwitzblick - Titel des Taschenbuchs
Der Pannwitzblick - Titel des Taschenbuchs
© Sierck und Danquart
Berlin (kobinet) Ist der Pannwitzblick noch aktuell? Diese Frage will das Gen-ethische Netzwerk am 4. August in Berlin nach einer Vorführung des gleichnamigen Films von Didi Danquart diskutieren. Das Netzwerk gehört zu dem Bündnis, das die erste Berliner Pride Parade am vergangenen Samstag vorbereitet und weitere Veranstaltungen geplant hat. Der Regisseur und Autor des 1991 entstandenen Dokumentarfilms "Der Pannwitzblick" kommt zur Diskussion in das Kreuzberger Kino fsk am Segitzdamm.
Der „Pannwitzblick", so wird die Veranstaltung angekündigt, lag nicht nur der Aussonderung und Selektion im Nationalsozialismus zugrunde lag, sondern prägte auch in der Zeit danach die Sicht auf Behinderung als an eine Normalität anzupassende Abweichung. Angefragt sind Udo Sierck und Theresia Degener, die damals im Film interviewt wurden. Udo Sierck und Didi Danquart haben in einem Taschenbuch beschrieben, wie Gewalt gegen Behinderte entsteht.
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Pannwitz-Blick noch aktuell | kobinet-nachrichten

2013-07-15

Unsereins muss wahrgenommen werden | kobinet-nachrichten


Unsereins muss wahrgenommen werden

Veröffentlicht am von Franz Schmahl
Matthias Vernaldi
Matthias Vernaldi
© MVFB
Von Matthias Vernaldi
Berlin (kobinet) Am 8. Juli wurde vor der Berliner Philharmonie in der Tiergartenstraße um 14:00 Uhr der Baubeginn für einen "Gedenk- und Informationsort für die Opfer der nationalsozialistischen Euthanasie-Morde" feierlich begangen. Auch wenn ich nicht gerade scharf darauf bin, mir Sonntagsreden anzuhören, war ich dabei.
Ich bin wegen einer Erbkrankheit ziemlich schwer behindert. Wäre ich 20 oder 30 Jahre eher geboren, hätten sie mich tot gemacht. 5 Jahrzehnte nach meiner Geburt, wäre ich dank pränataler Diagnostik gar nicht erst zur Welt gekommen. Und in der Schweiz oder Holland habe ich gute Chancen, dass man mir die "Gnaden"pille oder -spritze gibt oder dass hierzulande ein Intensivmediziner, falls ich ihn benötige, meint, er täte mir einen Gefallen, wenn er mir lebenserhaltende Maßnahmen verweigert. Irgendwie bin ich sensibel, was dieses Thema angeht. So wurde ich 2009 Mitglied des Runden Tisches, der es sich zur Aufgabe gemacht hat, die Errichtung eines diesbezüglichen Gedenkortes voranzubringen.

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Unsereins muss wahrgenommen werden | kobinet-nachrichten

2013-07-11

"Nicht wissen wollen, nicht wissen müssen" Götz Aly las am 13. Juni im Institut aus seinem aktuellen Buch zur "Euthanasie" - Deutsches Institut für Menschenrechte - Meldung


19.06.2013

v. l.: Götz Aly und
Valentin Aichele © DIMR/P. Balint

"Nicht wissen wollen, nicht wissen müssen"

Götz Aly las am 13. Juni im Institut aus seinem aktuellen Buch zur "Euthanasie"

Am 13. Juni las Götz Aly im Institut aus seinem neuen Buch "Die Belasteten: 'Euthanasie' 1939-1945. Eine Gesellschaftsgeschichte". Die Bibliothek hatte den Publizisten und Historiker eingeladen, um mit ihm über die Morde an psychisch Kranken und Menschen mit Behinderungen im Nationalsozialismus zu sprechen.

"Wir haben immer so Angst gehabt. Wir haben bissel was gehört, dass die SS die Leut’ ins Auto geschmissen hat. Wir waren schon lange gefasst, dass da mal irgendjemand kommt." So, wie eine Überlebende des katholischen Pflegeheims Taufkirchen bei München 1945 berichtete, hatte es sich in den Jahren davor in ganz Deutschland tausendfach abgespielt: Mit Bussen wurden psychisch Kranke und Menschen mit Behinderungen aus ihren Einrichtungen abgeholt, um sie angeblich zu "verlegen". Tatsächlich wurden sie in  Tötungsanstalten wie Grafeneck, Hadamar oder Hartheim in Gaskammern oder mit Giftspritzen und Medikamenten ermordet. Rund 200.000 Menschen fielen dem "Euthanasie"-Programm zum Opfer. Die überwiegende Mehrheit der Familien schwieg nach Kriegsende darüber. Man schämte sich, die Namen der getöteten Angehörigen zu nennen, und nur selten wurde nachgeforscht, was wirklich mit ihnen passiert war. Erst heute bröckelt das Tabu. Zu verdanken ist das auch Götz Aly und seinem Buch, das dieses Frühjahr erschienen ist. Die Bibliothek des Deutschen Instituts für Menschenrechte hatte Götz Aly am 13. Juni zu einer Lesung eingeladen, um mit ihm über dieses dunkle Kapitel deutscher Geschichte zu sprechen.

Zu Beginn des Abends unterstrich Valentin Aichele, Leiter der Monitoring-Stelle am Institut, dass es wichtig sei, sich immer wieder der Verbrechen im Nationalsozialismus zu erinnern. Die Aufarbeitung des „Euthanasie“-Programms sei zentral, um das gesamte mörderische System des Nationalsozialismus zu verstehen, so Aichele zu dem rund 70-köpfigen Publikum. „Deshalb ist es wichtig, historische Sachverhalte zu beleuchten und auch immer wieder den Umgang mit Geschichte zu hinterfragen."
 Audio-Mitschnitt der Lesung

Götz Aly: "Die Belasteten: 'Euthanasie' 1939-1945. Eine Gesellschaftsgeschichte".
S. Fischer Verlag, 2013. ISBN 978-3100004291

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Deutsches Institut für Menschenrechte - Meldung

2013-07-09

Baubeginn der Gedenk- und Informationsstätte für behinderte und kranke Opfer des Nationalsozialismus - Beauftragter der Bundesregierung für die Belange behinderter Menschen - Pressemitteilungen -

Baubeginn der Gedenk- und Informationsstätte für behinderte und kranke Opfer des Nationalsozialismus

Ausgabejahr 2013
Erscheinungsdatum 09.07.2013
Gestern begann offiziell der Bau der zentralen Gedenk- und Informationsstätte für die Opfer der „Aktion T 4“, dem Vernichtungsprogramm der Nationalsozialisten an behinderten und kranken Menschen. Die Gedenk- und Informationsstätte entsteht in der Tiergartenstraße 4 in Berlin.
„Mit dem Baubeginn erfüllt sich eine Forderung, die Betroffene, Angehörige und Unterstützer eines zentralen Gedenk- und Informationsortes in Deutschland seit Jahren stellen und die vom Deutschen Bundestag 2011 unterstützt worden ist. Wichtig ist, dass die Gedenk- und Informationsstätte nicht irgendwo versteckt wird, sondern am Ort der Täter in der Tiergartenstraße 4 jetzt einen würdigen Platz erhält. Die zukünftige zentrale Gedenk- und Informationsstätte kann damit wirksam dazu beitragen, behinderte und kranke Menschen als erste Opfer der menschenverachtenden Ideologie der Nationalsozialisten niemals zu vergessen“, so der Beauftragte der Bundesregierung für die Belange behinderter Menschen, Hubert Hüppe.
Der Gedenk- und Informationsort soll darüber hinaus auch einen Anstoß zum Nachdenken über aktuelle gesellschaftliche Entwicklungen geben. „Es darf nie wieder zwischen lebenswerten und lebensunwerten Menschen unterschieden werden. Gesellschaftlichen Tendenzen, behinderten und älteren Menschen das Lebensrecht abzusprechen, muss entschieden entgegengetreten werden“, so Hubert Hüppe.
Der Deutsche Bundestag fasste im November 2011 den Beschluss, einen zentralen Gedenk- und Informationsort für die Opfer des Vernichtungsprogramms der Nationalsozialisten „Aktion T 4“ zu schaffen.
In der Tiergartenstraße 4 in Berlin organisierten Mitarbeiter einer koordinierenden Dienststelle 1940 und 1941 die Massenmorde an behinderten und kranken Menschen im Rahmen der „Aktion T 4“. Insgesamt fielen etwa 300.000 behinderte und kranke Menschen der gezielten Ermordung durch die Nationalsozialisten zum Opfer, unter anderem im Rahmen der „Aktion T 4“. Bereits zuvor wurden behinderte und kranke Menschen als sogenannte „Ballastexistenzen“ nach der Machtergreifung der Nationalsozialisten systematisch erfasst und etwa 400.000 Menschen zwangssterilisiert.

Pressemitteilungen - Baubeginn der Gedenk- und Informationsstätte für behinderte und kranke Opfer des Nationalsozialismus - Beauftragter der Bundesregierung für die Belange behinderter Menschen

2013-07-02

Ausstellung erinnert an ermordete Kranke und Behinderte - Nachrichten Tiergarten | BERLINER WOCHE


Das Recht zum Leben verweigert

Ausstellung erinnert an ermordete Kranke und Behinderte

Die Bild- und Texttafeln unweit der Philharmonie berichten darüber, wer die Opfer des nationalsozialistischen Krankenmordes und wer die Täter waren. Foto: Caspar
Helmut Caspar 01.07.2013

Tiergarten. An die Opfer des nationalsozialistischen Terrors erinnern in der Nähe der Philharmonie eine von Richard Serra geschaffene Installation aus braun patinierten Stahlplatten, eine in den Boden versenkte Bronzetafel sowie anlässlich des Berliner Themenjahrs "Zerstörte Vielfalt" eine bis zum 17. November laufende Ausstellung unter freiem Himmel. Die Bilder und Texte klären auf, dass in unmittelbarer Nähe eine Villa mit der Adresse Tiergartenstraße 4 stand, in der die Ermordung von Kranken und Behinderten durch die Nationalsozialisten geplant und überwacht wurde. Ausstellung erinnert an ermordete Kranke und Behinderte - Nachrichten Tiergarten | BERLINER WOCHE

2013-06-24

Geschichte: Sellering erinnert an Nazi-Verbrechen an Kindern aus Lübtheen - Mecklenburg-Vorpommern - FOCUS Online - Nachrichten

Geschichte: Sellering erinnert an Nazi-Verbrechen an Kindern aus Lübtheen

Montag, 24.06.2013, 17:21
Ausbruch, Biedermann, Deutschland, Diakonisse, Engagement, Erna, Exklusion, Gedankengut, Gegenwart, Glasplatte, Initiative, Juden, Kleinstadt, Leid, Lobetal, Lübtheen, Menschenwürde, Ministerpräsident, NPD, Udo Pastörs, Rechtsextremismus, Schwesternschaft, Erwin Sellering, SPD
dpa / J. Büttner Eine Installation erinnert an die 53 ermordeten Kinder.
 
Eine Gedenk-Installation aus Glasplatten erinnert seit Montag in Lübtheen (Landkreis Ludwigslust-Parchim) an mehr als 50 geistig behinderte Kinder, die 1941 aus einem Heim in der Kleinstadt abtransportiert und später ermordet wurden. Ministerpräsident Erwin Sellering (SPD) sagte laut Pressemitteilung in Lübtheen: „Das Leid dieser Kinder verpflichtet uns, ihr Schicksal nicht im Dunkeln zu lassen.“

Geschichte: Sellering erinnert an Nazi-Verbrechen an Kindern aus Lübtheen - Mecklenburg-Vorpommern - FOCUS Online - Nachrichten

2013-06-09

Nur scheinbar weit weg - Bremen-Mitte - WESER-KURIER

 

Kulturambulanz: Theaterstück „Fridas Weg“ thematisiert Medizinverbrechen 

Nur scheinbar weit weg

Von
Nur scheinbar weit weg - Bremen-Mitte - WESER-KURIER
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