Berlin
(kobinet) "Wärst Du lieber tot?" lautet der Titel eines Dokumentarfilms
über schwerstkranke und behinderte Menschen, der erzählt, warum das
Leben lebenswert ist. Der Film wird am 6. März um 19.00 Uhr im
Kleisthaus in der Mauerstraße 53 in Berlin gezeigt. Im Anschluss an den
Film findet ein Gespräch mit Verena Bentele, der Beauftragten der
Bundesregierung für die Belange behinderter Menschen, statt.
Mehr als 4500 Athleten nehmen 2012 an den Special Olympics teil
40Jahre nach den Sommerspielen weht in München wieder olympischer Geist. Von 20. bis 26.Mai 2012 finden hier die Nationalen Spiele von Special Olympics Deutschland unter dem Motto 'Gemeinsam stark' statt. 4500 Athleten, 2000 Trainer, Tausende Helfer und Familienmitglieder: Allein die bloßen Zahlen der Spiele für Menschen mit geistiger Behinderung sind beeindruckend. Doch sie stehen nicht im Vordergrund. 'Inklusion' sei das Ziel, sagt Gernot Mittler, Präsident von Special Olympics Deutschland (SOD). 'Unsere geistig behinderten Sportler sind mittendrin, mit ihrer Leistung und ihrer Lebensfreude.' Die Spiele sollen Begegnungen zwischen Menschen mit und ohne Behinderung ermöglichen und dazu beitragen, die Sportler dauerhaft in Vereine zu integrieren.
"Theater Augenblick" mit neuem Stück: Schauspieler mit Behinderung beziehen in "Himmel, Hölle und die Lust am Leben" Stellung zum Thema Abtreibung
"Warum dürfen die Behinderten nicht leben?"
Von unserer Mitarbeiterin Pat Christ
Würzburg. Unendlicher Seelenfriede und tiefe Freundschaften, so stellt sich Lotte Brückl den Himmel vor. Doch jetzt möchte die Frau mit geistiger Behinderung erst einmal leben. "Das Leben ist für mich und alle meine Freunde das Wichtigste auf der Welt", betont sie.
Was sie und ihre Freunde sonst noch bewegt, ist in Kürze im Begleitheft zur aktuellen Produktion des "Theater Augenblick" zu lesen. Das Würzburger Ensemble behinderter Künstler spielt ab Dienstag, 15. November, das Stück "Himmel, Hölle und die Lust am Leben". Dabei macht das Theater in den temporeichen Zeiten auf Themen aufmerksam, die Menschen mit und ohne Behinderung bewegen.
Glücklich trotz Handicap
Nicht alles fällt den mitwirkenden Schauspielern leicht. Sport kann Lotte Brückl nur bedingt treiben: "Ich habe kein gutes Gleichgewicht." Auch andere Dinge fallen ihr schwer: "Zum Beispiel, mich auszudrücken." Oft macht die 48-Jährige die Erfahrung, dass ihre Gegenüber das, was sie zu erklären versucht, "nicht kapiert".
Ob sie ihr Leben deswegen schlecht findet? "Nein! Ich fühl mich wohl. Ich habe sehr viele nette Freunde, die wirklich sehr lieb zu mir sind und die mich nehmen, wie ich bin. Und das finde ich schön."
Brisante Thematik
In der aktuellen Produktion des "Theater Augenblick" geht es um diese Lebensfreude. In wohl einem der brisantesten Theaterstücke der letzten Zeit setzten sich die Schauspieler mit der Frage auseinander, warum Eltern ihre ungeborenen Kinder nach der Diagnose "behindert" abtreiben. Ein Film, in dem eine Mutter die Abtreibung ihres Kindes versucht, führte das Ensemble zu Beginn der langen Probenphase in die Thematik ein.
Für die geistig behinderten Schauspieler ist das Verhalten der Mutter aus dem Film unentschuldbar. "Was denken sich Nichtbehinderte dabei, wenn sie sagen, behinderte Kinder sollen nicht zur Welt kommen?", empört sich Lotte Brückl. "Die kamen ja auch zur Welt. Warum dürfen die Behinderten nicht leben?"