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2014-02-12

Immer schlimmere Fälle aus der Psychiatrie werden bekannt! Kritiker fordern Schließung geschlossener Abteilungen! | Gießen | Gießener Zeitung

Immer schlimmere Fälle aus der Psychiatrie werden bekannt! Kritiker fordern Schließung geschlossener Abteilungen!

Gießen |
Seit der kleinen Demonstration, die am 28.1.2014 durch Gießen zur
Vitos-Psychiatrie in der Licher Straße in Gießen führte, steht das
Telefon in der Projektwerkstatt nicht mehr still.

Immer neue, schockierende Berichte über Fesselungen, tagelanges Einsperren in kleine
Räume, Kontaktverbote und ständige verbale bis physische Übergriffe der
Bewacher_innen im Arztdesign treffen im unabhängigen Politzentrum ein,
seit sich dortige Aktive entschlossen, per demonstrativem Spaziergang
die oft vergessenen Flächen am Rande von Gießen ins Licht der
Öffentlichkeit zu holen. (...)

„Wir haben hier ein Schreiben des Klinikchefs Müller-Isberner, in der er wörtlich schreibt,
das Ob und Wie einer Behandlung würde allein vom Klinikpersonal bestimmt. Patientenverfügungen
würden nicht beachtet. Das ist klar gegen das Gesetz.“


Immer schlimmere Fälle aus der Psychiatrie werden bekannt! Kritiker fordern Schließung geschlossener Abteilungen! | Gießen | Gießener Zeitung

2013-06-28

Nach Misshandlungsvorwürfen gegen Haasenburg: Jugendpsychiater verteidigt geschlossene Heime - Nachrichten aus Brandenburg und Berlin


  • 27.06.2013

Nach Misshandlungsvorwürfen gegen Haasenburg  

Jugendpsychiater verteidigt geschlossene Heime


 
Restriktiv? Ja, aber hilft das Jugendlichen nun, oder nicht? Foto: dpa
Geschlossene Jugendeinrichtungen dichtmachen? Auf keinen Fall, sagt der Psychiatrie-Experte Frank Häßler. Im Gegenteil, es bräuchte sogar mehr solcher Angebote.
Potsdam/Rostock - In der Debatte über geschlossene Jugendhilfe-Einrichtungen wie die Haasenburg in Brandenburg hat der Psychiatrie-Experte Frank Häßler die Heime verteidigt. Es müssten sogar mehr Plätze zur geschlossenen Unterbringung geschaffen werden, sagte der Direktor der Kinder- und Jugendpsychiatrie an der Universität Rostock und ehemalige Präsident der Deutschen Gesellschaft für Kinder- und Jugendpsychiatrie am Donnerstag dem Evangelischen Pressedienst (epd).

Nach Misshandlungsvorwürfen gegen Haasenburg: Jugendpsychiater verteidigt geschlossene Heime - Nachrichten aus Brandenburg und Berlin

 Todesfälle in Haasenburg-Heimen werden untersucht | rbb Rundfunk Berlin-Brandenburg

 Landtag beruft Sondersitzung zu Haasenburg-Vorwürfen ein | rbb Rundfunk Berlin-Brandenburg

 rbb Mediathek: rbb AKTUELL-Misshandlungsvorwürfe zu Haasenburg-Heimen werden untersucht-Mittwoch, 26.06.2013 | rbb Fernsehen


Haasenburg-Heim: Warum werden die Vorwürfe erst jetzt untersucht? 28.06.2013 07:25 | Inforadio - Nachrichten für Berlin und Brandenburg


2012-08-29

ZfP Emmendingen: Ein Patient berichtet

August 2012

ZfP Emmendingen: Ein Patient berichtet

Radio Deyeckland 102.3 mhz
Herr K ist 33 Jahre alt und hat seit seiner Jugend schon einige Psychiatrie-Aufenthalte durchgemacht. Er möchte seine Geschichte öffentlich machen, denn sie ist bei weitem kein Einzelfall…

weiterlesen:
Meinungsverbrechen.de

2012-08-25

Behinderte: gut versorgt und weggesperrt – sechs unterschiedliche Schicksale | Buergerstimme

Behinderte: gut versorgt und weggesperrt – sechs unterschiedliche Schicksale

behinderung, hund mit herz
Schöne heile Welt, die ohnehin gezeichnet von Armut, Kriegen und Zerstörung, die uns da zu Füßen liegt, wobei es noch die „Normalen“ und die als lästig empfundenen Behinderten gibt. Letztere werden irgendwie gut versorgt und einfach weggesperrt, mitten unter uns und doch immer noch benachteiligt.
Was gibt uns das Recht, Menschen dermaßen ausgegrenzt zu behandeln? Welch trügerisches Bild soll da vermittelt und gern vertuscht werden, was sich hinter Mauern in geschlossenen Anstalten traurig Dramatisches abspielt, von dem Nichtbehinderte nichts mitbekommen sollen, damit die normgerechte Gesellschaft ungestört ihrem Treiben nachgehen kann? Wer bestimmt die Grenzen, siebt aus und selektiert?
Die folgenden, hier beschriebenen sechs unterschiedlichen Schicksale haben sich tatsächlich so zugetragen, ihre Namen wurden ganz bewußt zu ihrem Schutz geändert, liegen allerdings der Redaktion von Buergerstimme vor.

Behinderte: gut versorgt und weggesperrt – sechs unterschiedliche Schicksale | Buergerstimme

2012-05-31

ENIL » European Network on Independent Living » Who keeps us in cages?


Who keeps us in cages?

European day of protest for equal rights for disabled people in Sofia, Bulgaria

Several dozen people participated in a protest organized by CIL Sofia in front of the Bulgarian National Assembly inSofia. At the event there were 4 cages – one big enough to fit 5 or 6 people and 3 smaller cages for one or two persons. The message that we were trying to deliver to the politicians through this action was that their national disability policies  are terrible,  focused as they are on the medical model that keeps us imprisoned – either in our own homes (smaller cages) or in a bigger institutions (the bigger cage), but with the same result – that disabled people  in Bulgaria are not living according to the Independent Living philosophy and we are not empowered to have control over our own lives, leaving us totally dependent on  awful public policy.
ENIL » European Network on Independent Living » Who keeps us in cages?

2012-05-21

Sparpläne bedrohen Behinderte wie Helene - News Region: Kanton Bern - berneroberlaender.ch

Sparpläne bedrohen Behinderte wie Helene

Von Christian Zeier. Aktualisiert am 19.05.2012
Im Leben der lange weggesperrten, behinderten Helene Brunner widerspiegelt sich der Wandel der Psychiatrie. Mit 12 Jahren wurde sie in die Berner Klinik Waldau eingeliefert und ruhiggestellt. Seit die heute 67-Jährige in einer Wohngruppe in Münchenbuchsee lebt, ist sie vom Wesen zum Menschen geworden. Aber Sparpläne könnten Helenes Wandlung gefährden.
Glück fand Helene Brunner erst im hohen Alter. Im Garten der Münchenbuchser Wohngruppe spielt sie auf ihren Klanginstrumenten. Vor 40 Jahren war das noch undenkbar.
Glück fand Helene Brunner erst im hohen Alter. Im Garten der Münchenbuchser Wohngruppe spielt sie auf ihren Klanginstrumenten. Vor 40 Jahren war das noch undenkbar.
Bild: Beat Mathys
Sparpläne bedrohen Behinderte wie Helene - News Region: Kanton Bern - berneroberlaender.ch

2012-04-24

Neuer Pflege-Bericht: Jeder 5. Heimbewohner wird eingesperrt! - Ratgeber - Bild.de

Neuer Pflege-Bericht Jeder 5. Heimbewohner wird eingesperrt

24.04.2012 — 15:29 Uhr
Horror Heim? Vor fünf Jahren schockte der Pflege-Qualitätsbericht der Krankenkassen: Unterernährung und Wundliegen in den Heimen. Diese Mängel werden langsam behoben, dafür zeigt der neue Bericht, dass immer mehr Heimbewohner eingesperrt oder gar gefesselt werden!
Neuer Pflege-Bericht: Jeder 5. Heimbewohner wird eingesperrt! - Ratgeber - Bild.de

2012-01-22

Autist in der Psychiatrie: Eltern erheben Vorwürfe gegen Gesundheitsdirektion - Bern - derbund.ch

Autist in der Psychiatrie: Eltern erheben Vorwürfe gegen Gesundheitsdirektion

Der 33-jährige Autist Bernd Zaugg lebt seit einem Jahr in der Psychiatrie in Münsingen, weil ein passender Heimplatz für ihn fehlt.
Bernd Zaugg wurde bis Ende 2010 intensiv betreut. Jetzt lebt er im Psychiatriezentrum Münsingen.
Bernd Zaugg wurde bis Ende 2010 intensiv betreut. Jetzt lebt er im Psychiatriezentrum Münsingen.
Bild: Valérie Chételat (Archiv)
Alice Zaugg ist aufgewühlt. «Es ist eine Katastrophe», sagt die Mutter auf die Frage, wie es ihrem Sohn Bernd gehe. Der 33-Jährige ist Autist. Weil sich im Kanton Bern kein Heimplatz für ihn finden lässt, lebt er seit einem Jahr im Psychiatriezentrum Münsingen. Alice Zaugg greift zu harten Worten, wenn sie davon erzählt: «Er ist in der Psychi eingesperrt und wird völlig vernachlässigt.»
Autist in der Psychiatrie: Eltern erheben Vorwürfe gegen Gesundheitsdirektion - Bern - derbund.ch

2011-12-16

Rollstuhlfahrer in vier Wänden "gefangen" - Freie Presse


Rollstuhlfahrer in vier Wänden "gefangen"

Weil die Krankenkasse keine Rampe bewilligt, sitzt ein schwer behinderter Mann in seiner Wohnung fest

 Nur zwei Stufen. Doch für Rollstuhlfahrer Andreas Block stellen sie ohne Hilfsmittel eine unüberwindbare Hürde dar.
Nur zwei Stufen. Doch für Rollstuhlfahrer Andreas Block stellen sie ohne Hilfsmittel eine unüberwindbare Hürde dar.

Foto: Publicpix

Aue. Andreas Block hat Angst: Seit Montag ist er in seiner kleinen Wohnung an der Schwarzenberger Straße in Aue praktisch eingesperrt. Der 43-Jährige - durch eine angeborene, sich verschlimmernde Krankheit schwerstbehindert - kann sich nur mit fremder Hilfe oder unter großer Anstrengung mit zwei Gehhilfen einige Meter fortbewegen.
Rollstuhlfahrer in vier Wänden "gefangen" - Freie Presse

2011-11-06

Eigenes Dorf für Menschen mit Demenz - Oberaargau - Langenthal - Langenthaler Tagblatt

Eigenes Dorf für Menschen mit Demenz

Pflegeheim Wiedlisbach
Pflegeheim Wiedlisbach
Quelle: az

Das Oberaargauische Pflegeheim (OPW) in Wiedlisbach muss investieren. Das ist schon länger bekannt. Denn das älteste der Gebäude stammt aus dem Jahr 1949, das neuste von 1984. Von den total 200 Pflegeplätzen sind nur 70 in Einzelzimmern, der Rest in Zweier- oder gar Dreierzimmern.
Alle Zimmer haben keine Nasszellen. Zudem gebe es in der Region im Vergleich zum restlichen Oberaargau und zum tatsächlichen Bedarf zu viele Pflegeplätze, erklärte Markus Vögtlin, Geschäftsführer des OPW. «Das alles sind grosse Herausforderungen.»
Gestern informierten die Verantwortlichen des OPW, wie sie diese Herausforderungen meistern wollen. Aus dem Pflegeheim soll ein Dorf für Demenzkranke werden. Als Vorbild dient dabei eine bereits realisierte Anlage in Hogewey in Holland. «Das ist ein absolut zukunftsweisendes Konzept», gerät Vögtlin ins Schwärmen, «in der Schweiz ist es ein Pionierprojekt.»
Im Dorf sollen dereinst 100 Menschen mit Demenz leben, plus 20 bis 40 Menschen mit einer Behinderung. Diese wohnen in Gruppen zusammen. Im gegen aussen abgegrenzten Dorf können sie einen normalen Alltag leben, wobei sie nach Möglichkeiten im Alltag mithelfen sollen. «Allerdings reisen an Alzheimer erkrankte Menschen um 40 bis 50 Jahre zurück in der Zeit», gibt Vögtlin zu bedenken. Entsprechend soll auch die dörfliche Umgebung gestaltet werden.
Ein eigenes kleines Dorf
Neben zweigeschossigen Landhäusern mit Vorgarten könnte im bisherigen Hochhaus, das auf drei Stockwerke reduziert würde, städtisches Wohnen nachempfunden werden. Zum Dorf gehörte ein Dorfladen, Theater, Kino, Coiffeur und Restaurant. Eben wie in einem richtigen Dorf - mit der Besonderheit, dass die Bewohner das Gelände nicht verlassen können.
Eigenes Dorf für Menschen mit Demenz - Oberaargau - Langenthal - Langenthaler Tagblatt

2011-10-28

Psychiatrieerfahrene als Partner | Südwest Presse Online

Eigentlich ist die „Peer-to-Peer“-Beratung nur ein kleines Angebot, das die verschiedenen Möglichkeiten der Therapie in der Klinik für Psychiatrie, Psychotherapie und Psychosomatik ergänzen kann. Trotzdem ist die Beratung ein Zeichen für ein sich wandelndes Verhältnis zwischen Pflegepersonal und Patienten.
„Peer-to-Peer“-Beratung, hinter diesem englischen Begriff versteckt sich schlicht die Gesprächsmöglichkeit für Psychiatriepatienten mit einem seit vielen Jahren Psychiatrieerfahrenen. Klaus Laupichler aus Herbrechtingen steht jeden Montag ab 16 Uhr auf Station 41 für vertrauliche Gespräche zur Verfügung. „Ich bin nicht gesund“, sagt der 57-Jährige, der insgesamt sechs Jahre seines Lebens stationär in psychiatrischer Behandlung war. „Ich kann aber trotzdem ein sinnvolles Leben führen – wie viele andere psychisch Kranke auch“, fügt Laupichler hinzu. Diese Erfahrung möchte er gerne an andere Patienten weitergeben, ihnen die Hoffnung auf eine Verbesserung ihrer Situation vermitteln, sie begleiten und ihnen zuhören.
Vor zwei Jahren hat der damals noch neue Chefarzt der Klinik für Psychiatrie Dr. Martin Zinkler Klaus Laupichler direkt angesprochen und für diese Form der Beratung gewonnen. Noch ungewöhnlicher, als dass es dieses Angebot überhaupt gibt, ist es, dass Laupichler auch bei einer Fortbildung für psychiatrieerfahrene Berater („Ex-In“ in Stuttgart) finanziell vom Klinikum unterstützt wurde und für seine Beratungstätigkeit honoriert wird.
„Für mich als Arzt ist die Beratung eine Bereicherung, weil die Behandlung um das Element des persönlichen Erfahrungsschatzes erweitert wird“, sagt Dr. Zinkler. Was man auch wissen muss: Zwischen Patientenvertretern und Medizinern gibt es in der Psychiatrie große Meinungsdifferenzen, in der es beispielsweise um die Anwendung von Zwang und Gewalt, aber auch um die Sinnhaftigkeit einer medikamentösen Behandlung geht. „In Deutschland sind die Fronten sehr verhärtet“, sagt Zinkler, in England, wo er zuvor gearbeitet hat, habe er die Erfahrung gemacht, dass Ärzte und Patienten unkompliziert und pragmatisch zusammenarbeiten würden.
Dass man in der Psychiatrie die Patienten als Partner sieht und sie nicht bevormundet, ist für Zinkler aus mehreren Gründen notwendig: „Die Psychiatrie hat auf viele Fragen der Patienten nur unzureichende Antworten“, erklärt er. Die Psychiatrie sei viele Irrwege gegangen, von denen der krasseste die Ermordung von Psychiatriepatienten im Nationalsozialismus gewesen sei. Aber auch die Anstaltspsychiatrie und das „Wegsperren“ von Patienten hält er für ebenso kritikwürdig wie die medikamentösen Behandlungsverfahren, „deren Nutzen über viele Jahre hinweg übertrieben und deren Gefahren missachtet wurden.“
Der Begriff der „Gesundheit“ müsse in der Psychiatrie vom Patienten definiert werden und nicht vom Arzt. Klaus Laupichler geht sogar noch einen Schritt weiter: „Ich bestehe auf das Recht des Andersseins und möchte so akzeptiert werden“, sagt er.

Psychiatrieerfahrene als Partner | Südwest Presse Online

2011-09-11

"Verantwortung übernehmen für die Schwierigsten! - Brauchen wir dazu die geschlossene Heimunterbringung?" - Betreuungsgerichtstag e.V. (BGT): Tagungen der DGSP

Verantwortung übernehmen für die Schwierigsten! - Brauchen wir dazu die geschlossene Heimunterbringung?

Der Ruf nach geschlossener Unterbringung für Menschen mit besonders herausforderndem Verhalten auf der Grundlage des §1906 BGB wird immer lauter und zahlreicher, nahezu flächendeckend. Was sind die Gründe für diese Entwicklung und wie wird diesem Wunsch nach Ausgrenzung und Einschluss entsprochen? Was geschieht im Vorfeld einer geschlossenen Unterbringung – werden alle Möglichkeiten zur Vermeidung dieses massiven Eingriffs in die Grundrechte genutzt? Welche und wessen Probleme löst die geschlossene Unterbringung? Welche Herausforderung an konzeptionelle Ansprüche und an die Qualität der Handlungs- und Verhaltensweisen, der Haltung der Helfer gehen mit einer Maßnahme der geschlossenen Unterbringung einher?
Diese Fragen und weitere Aspekte zu diesem psychiatrischen „Trendthema“ wollen die veranstaltenden Verbände:
  • Arbeitsgemeinschaft Psychiatrie im Rheinland e.V.
  • Betreuungsgerichtstag e.V.
  • Deutsche Gesellschaft für Soziale Psychiatrie e.V. und
  • Landschaftsverband Rheinland
aus ihren jeweiligen Perspektiven zur Diskussion stellen.

23.-24. März 2012

Tagungsmaterialien

Betreuungsgerichtstag e.V. (BGT): Tagungen der DGSP

Übereinkommen über die Rechte von Menschen mit Behinderungen/Artikel 19 - Unabhängige Lebensführung und Einbeziehung in die Gemeinschaft

Die Vertragsstaaten dieses Übereinkommens anerkennen das gleiche Recht aller Menschen mit Behinderungen, mit gleichen Wahlmöglichkeiten wie andere Menschen in der Gemeinschaft zu leben, und treffen wirksame und geeignete Maßnahmen, um Menschen mit Behinderungen den vollen Genuss dieses Rechts und ihre volle Einbeziehung in die Gemeinschaft und Teilhabe an der Gemeinschaft zu erleichtern, indem sie unter anderem gewährleisten, dass
a) Menschen mit Behinderungen gleichberechtigt die Möglichkeit haben, ihren Aufenthaltsort zu wählen und zu entscheiden, wo und mit wem sie leben, und nicht verpflichtet sind, in besonderen Wohnformen zu leben;
b) Menschen mit Behinderungen Zugang zu einer Reihe von gemeindenahen Unterstützungsdiensten zu Hause und in Einrichtungen sowie zu sonstigen gemeindenahen Unterstützungsdiensten haben, einschließlich der persönlichen Assistenz, die zur Unterstützung des Lebens in der Gemeinschaft und der Einbeziehung in die Gemeinschaft sowie zur Verhinderung von Isolation und Absonderung von der Gemeinschaft notwendig ist;
c) gemeindenahe Dienstleistungen und Einrichtungen für die Allgemeinheit Menschen mit Behinderungen auf der Grundlage der Gleichberechtigung zur Verfügung stehen und ihren Bedürfnissen Rechnung tragen.
inclusion.cc

Übereinkommen über die Rechte von Menschen mit Behinderungen/Artikel 14 - Freiheit und Sicherheit der Person

(1) Die Vertragsstaaten gewährleisten,
a) dass Menschen mit Behinderungen gleichberechtigt mit anderen das Recht auf persönliche Freiheit und Sicherheit genießen;
b) dass Menschen mit Behinderungen gleichberechtigt mit anderen die Freiheit nicht rechtswidrig oder willkürlich entzogen wird, dass jede Freiheitsentziehung im Einklang mit dem Gesetz erfolgt und dass das Vorliegen einer Behinderung in keinem Fall eine Freiheitsentziehung rechtfertigt.
(2) Die Vertragsstaaten gewährleisten, dass Menschen mit Behinderungen, denen aufgrund eines Verfahrens ihre Freiheit entzogen wird, gleichberechtigten Anspruch auf die in den internationalen Menschenrechtsnormen vorgesehenen Garantien haben und im Einklang mit den Zielen und Grundsätzen dieses Übereinkommens behandelt werden, einschließlich durch die Bereitstellung angemessener Vorkehrungen.
inclusion.cc

2011-08-28

Inzest-Verdacht: St. Unschuld am Hart « DiePresse.com

Inzest-Verdacht: St. Unschuld am Hart

27.08.2011 | 17:31 | von Eva Winroihter (Die Presse)
"Eigentlich unschuldig": In St. Peter am Hart kann man nicht so recht an einen jahrzehntelangen Missbrauchs- und Inzestfall im 2400-Einwohner-Ort glauben. Auch weil niemand im Ort Anzeichen bemerkt haben will.
Unmöglich. Sicher nicht. Nie. Sie hat es einfach nicht glauben können: Als die 69-jährige Gerlinde Bruckner (Name von der Redaktion geändert) vergangenen Donnerstag aus der Zeitung vom Inzestfall in St. Peter am Hart erfuhr, war sie sicher, dass es sich um eine Falschmeldung handelte.
Ein 80-jähriger Mann soll seine Töchter 41 Jahre lang bedroht, eingesperrt und vergewaltigt haben – nur wenige hundert Meter Luftlinie von ihrem Haus entfernt. Hier in dem hübschen kleinen Ort, wo das Aufregendste an diesen letzten, heißen Sommertagen das Freibad ist. „Bis gestern habe ich's mir nicht vorstellen können, dass in dem Menschen, so etwas steckt“, sagt die blonde Frau, „aber wenn die Polizei ermittelt und die Zeitungen so viel darüber berichten, dann muss es ja wohl stimmen, oder?“, sagt sie. Fragt sie. Und blickt unglücklich.
So wie Gerlinde Bruckner, die ihren richtigen Namen „auf gar keinen Fall“ in der Zeitung lesen will, geht es derzeit vielen Bewohnern im kleinen Ort, dem gerade mal 2400 Einwohner großen St. Peter am Hart im oberösterreichischen Bezirk Braunau. Sie sind genervt von den neugierigen Journalisten, die sie auf der Straße aufhalten, von den Kamerawägen deutscher TV-Sender, die in den Ort rollen und vom nächsten „Inzestverdacht in Österreich“, vom „nächsten Amstetten“ berichten; ein Nachbar des mutmaßlichen Täters überlegt auch schon, den Hof zu sperren, um lästige Fotografen fernzuhalten. Dabei wissen viele Einwohner gar nicht, was die Aufregung denn soll. Die meisten, die man hier fragt, halten Gottfried W. nämlich „eigentlich für unschuldig“ – und zwar, wie es ein Nachbar ein paar Straßen weiter formuliert, „ehrlich gesagt zu 90 Prozent.“ Die Töchter hätten, vermutet man, sich das alles – warum auch immer – ausgedacht. Weshalb man sich auch keine Vorwürfe machen muss, irgendetwas übersehen zu haben. Denn: Was denn?
Auch Gerlinde Bruckner verneint auf Nachfrage ein schlechtes Gewissen. Dabei hat sie den Verdächtigen, dessen Ehefrau (diese ist 2008 gestorben) und seine beiden Töchter ganz gut gekannt: „Sie haben sich immer gemeldet, wenn sie wegen irgendetwas Hilfe gebraucht haben“, sagt Bruckner. Richtig befreundet sei man freilich nicht gewesen. Den Verdächtigen, Gottfried W., hat sie „als lustigen Menschen“ in Erinnerung, seine verstorbene Frau hingegen als „seltsam und zurückgezogen“.
Die beiden Töchter seien halt ob ihrer geistigen Defizite die, wie sie es formuliert, „Dorfpatscherln“ gewesen. Die sich – entgegen vieler Behauptungen – allerdings sehr wohl frei im Dorf bewegt hätten. Einschränkender Nachsatz: „Auch wenn sie nicht oft zu sehen waren.“
Inzest-Verdacht: St. Unschuld am Hart « DiePresse.com
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