Posts mit dem Label Schönheit werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Posts mit dem Label Schönheit werden angezeigt. Alle Posts anzeigen

2011-09-02

Ein "Modewunder" in Weimar - Institutionen - Deutschland Today

Ein "Modewunder" in Weimar

Weimar (buergermeister) - Ein erstes „Fest der Modewunder" präsentierte sich in der Goethe- und Schillerstadt Weimar, die ja auch Kunst-, Kultur- sowie Universitätsstadt ist. Das Fest ist der Anfang einer wahrscheinlich neuen Zukunft in der Mode- und Designbranche. Doch das Wichtigste daran ist, dass es sich hierbei vorwiegend um Mode für Menschen mit Handicap handelt.
alle Bilder anzeigen Bild anzeigen
Ein "Modewunder" in Weimar © Foto: priv. - Tanz der Farben v. Kindern der integrat. Schule
Aus diesem Grunde haben sich Projektleiterin Dr. Kathleen Wachowski (aus Holzdorf) und ihre Projektpartnerin, Sylvia Dasse (aus Legefeld) eigens für ein solches Fest den Pariser Designer Chris Ambraisse Boston, der Mode für Behinderte kreiert, nach Weimar geholt. Mit der Eröffnung des Informationsbüros am 1. Juli 2011 im „Petit Pavillon“ im Palais Schardt und an der Seite einer rührigen Praktikantin stand fest, es wird durchgeführt, das erste „Fest der Modewunder“. Innerhalb von nur rund 3 Monaten jedoch ein Fest auf die Beine zu stellen, bedeutet mehr, als nur Interesse dafür und vor allem Mut und Courage. Viele Hürden waren zu überwinden, um den Gedanken der Festdurchführung überhaupt weiter tragen zu können. Vorgesehen waren 3 Tage für diese Veranstaltung, wenn alles so geklappt hätte, wie gedacht. Bewundernswert ist es deshalb, dass trotz der vielen Beteiligungsabsagen und ohne große finanzielle Unterstützung nicht aufgegeben wurde und nun das Fest in abgespeckter Form zumindest an einem Tag dennoch mit viel Ehrenamt stattfand. Da aus terminlichen Gründen eine Teilnahme des Weimarer Oberbürgermeisters Stefan Wolf oder der Stadtkulturdirektorin Julia Miehe zur Festeröffnung nicht möglich war, wurde kurzfristig Stadträtin Petra Seidel (ww), die auch Vizevorsitzende des kommunalen Behindertenbeirates ist, vom Oberbürgermeister beauftragt, vor allem den französischen Gast in seinem Namen recht herzlich in Weimar zu begrüßen und ihm einen schönen Aufenthalt in der Stadt zu wünschen.
Ein "Modewunder" in Weimar - Institutionen - Deutschland Today

Eine Schöne mit Handicap - Zürcher Unterländer

Rümlang
Eine Schöne mit Handicap
Veronica Conceicao sitzt im Rollstuhl und will eine Miss werden. Da sie so manchen Schicksalsschlag gemeistert habe, könnte sie als Botschafterin für Menschen mit Behinderung vielen Leuten Mut machen, sagt die 26-jährige Rümlangerin.
Kathrin Morf

Veronica Conceicao – hier mit ihrem Hund Sunny – würde sich als Miss Handicap für Gehbehinderte einsetzen. Bild: Johanna Bossart
Möglichst grazil über den Laufsteg zu schreiten ist im Normalfall das Hauptziel von Miss-Kandidatinnen – nicht aber von Veronica Conceicao: Die «Miss Handicap»-Anwärterin kann nicht schreiten, da sie im Rollstuhl sitzt. Und auch sonst wäre die Rümlangerin so gar keine typische, zuckersüsse Schönheitskönigin.

Zuerst einmal fehlen ihr nie die Worte – ausser sie wird gefragt, wieso sie besser sei als die übrigen neun Kandidatinnen. «Die anderen sind toll. Darum kann ich nur versprechen, dass ich mich voll und ganz für die Gleichberechtigung von Behinderten einsetzen würde», sagt sie schliesslich. «Und ich könnte vielen Menschen Mut machen. Denn obwohl ich viel durchgemacht habe, bin ich glücklich. Ein Stehaufmännchen eben.»

Exotische Züge aus dem Süden

Vor 26 Jahren wurde Conceicao mit offenem Rücken geboren. «Als Kind pendelte ich unaufhörlich zwischen daheim und Spital hin und her», erinnert sie sich und berichtet von Operationen am Rücken, an den Beinen, an Organen. Zudem verbrühte sie sich mit heissem Wasser oder zog sich am Kaminfeuer Verbrennungen zu – weil sie nicht spürt, wenn die Haut an ihrem tauben linken Bein verbrennt. «Wie oft ich im Spital war, weiss ich nicht», sagt sie. «Oft genug jedenfalls.»

Dankbar ist Conceicao ihren portugiesischen Eltern, weil diese ihrer einzigen Tochter nie zeigten, wenn sie traurig waren – und weil sie das rebellische Mädchen nicht mit Samthandschuhen anfassten. Veronica wollte stets alles tun, was ihre Freunde taten. Dank einer Schiene und Krücken konnte sie damals noch gehen, aber schwankend, unter Schmerzen, langsam. Zudem war die Schiene unbequem, und weil das Mädchen oft stürzte, musste stets jemand an ihrer Seite sein. Als sie 16 Jahre alt wurde, beschloss sie darum, sich für immer in den Rollstuhl zu setzen. «So kam ich allein überall hin», erklärt sie.

Am schönsten ist die Ausstrahlung

Kurz darauf fand Conceicao eine KV-Lehrstelle. Bis dahin hatten sich die Absagen regelrecht im Briefkasten gestapelt. «Viele Firmen haben Angst vor Gehbehinderten. Dabei spinnen nur meine Beine. Mein Hirn ist in Ordnung.» Single-Männer hätten sich jedenfalls nie an ihrer Behin-derung gestört, sagt sie – und erzählt von ihrem Freund, den sie am Arbeitsplatz kennenlernte.

Die beiden waren nur Freunde, bis die Ärzte der jungen Frau vor vier Jahren Nierensteine wegoperieren mussten. Dabei verletzten sie eine Arterie, Conceicao verblutete beinahe – und als sie wochenlang ans Bett gefesselt war, sass ihr bester Freund Tag und Nacht bei ihr. «Da haben wir uns lieben gelernt», erzählt sie lächelnd. Nun arbeitet das Paar nicht mehr zusammen, wohnt aber in einer gemeinsamen Wohnung in Rümlang.
(..)
Abstimmen: Tickets für die Wahl am 8. Oktober in Luzern gibts auf www.misshandicap.ch. Abstimmen für Conceicao kann man, indem man ein SMS mit «MHC 10» an 9234 sendet oder den Code auf eine Postkarte notiert und schickt an: Miss Handicap Organisation, Allmendstrasse 7, 3014 Bern.
Zürcher Unterländer
Related Posts Plugin for WordPress, Blogger...