Pflegeskandal:
Saarland will Pflegebeauftragten
SAARBRÜCKEN (dpa). Die saarländische Landesregierung hat erste Konsequenzen aus dem mutmaßlichen Pflegeskandal in einem Seniorenheim gezogen.
Sozial- und Gesundheitsminister Andreas Storm (CDU) kündigte am Freitag in Saarbrücken an, man werde einen Pflegebeauftragten einsetzen.
Der Pflegebeauftragte soll nach der Sommerpause vom Landtag gewählt werden und direkter Ansprechpartner für Bewohner von Pflegeheimen und deren Angehörige sein.
Zwei Pfleger sollen in dem Seniorenzentrum in Elversberg bei Saarbrücken hilflose Senioren misshandelt haben, es soll auch zwei Todesfälle gegeben haben. Storm sprach vom "schwersten Pflegeskandal" in der Geschichte des Landes.
Pflegeskandal: Saarland will Pflegebeauftragten
Freitag, 22. Juni 2012
Nach dem tödlichen Pflegeskandal
Das Saarland räumt auf
Zwei Pfleger operieren Bewohner eines Heimes in Elversberg ohne Narkose. Sie verabreichen ihnen tödliche Morphiumdosen, drohen ihnen mit dem Erstickungstod. Der Skandal schreckt ganz Deutschland auf. Das Saarland will derartige Misstände jetzt durch einen "Pflegebeauftragten" verhindern.
Die vieler Senioren vor dem Heim ist ohnehin groß. Skandale wie die im Saarland verschärfen sie. (Foto: dapd)
Der Pflegeskandal im Saarland sorgt in ganz Deutschland für Entsetzen. Nun will das Bundesland ein Zeichen setzen. Um Misshandlungen künftig zu verhindern, erwägt das Land einen «Pflegebeauftragten» für Patienten und Angehörige. Die Arbeiterwohlfahrt (AWO) will Ansprechpartner für Beschäftigte einsetzen.
In dem Seniorenzentrum der AWO in Elversberg bei Saarbrücken sollen zwei Pfleger zwischen Dezember und Mai Patienten brutal misshandelt haben. Nach Angaben AWO verabreichte einer der beiden einem Patienten eine tödliche Überdosis Morphium. Eine Patientin operierte er ohne entsprechende Fachkenntnisse und ohne Narkose an einer offenen Wunde. Die Frau starb einen Tag danach. Laut einem Sprecher der AWO räumten die Männer die Vorwürfe teilweise ein.
Taten fielen nicht auf
Die mutmaßlichen Taten auf der Pflegestation fielen trotz Kontrollen nicht auf und kamen erst durch Zufall ans Licht: Als im Heim Medikamente fehlten, gerieten die Pfleger offiziell unter Verdacht, wie ein AWO-Sprecher sagte. Zuvor habe es zwar Kritik an der Qualität der Pflege in dem Seniorenzentrum in Elversberg gegeben, sagte Oliver Wermann vom Medizinischen Dienst der Krankenversicherung. Bei einer Überprüfung im Dezember seien aber keine Hinweise auf Misshandlungen gefunden worden. Insgesamt misshandelten die 25 und 35 Jahre alten Pfleger vermutlich ein Dutzend Patienten.
www.n-tv.de
- 24.06.2012 - Saarbrücken/Elversberg
- Konsequenzen aus Pflege-Skandal

- Die Leitung des in die Schlagzeilen geratenen
Pflegeheims der Arbeiterwohlfahrt in Elversberg soll morgen fristlos entlassen
werden. Sie ignorierte angeblich frühe Hinweise auf Misshandlungen und Folter.
In deren Folge sollen zwei Senioren gestorben sein. Als Reaktion auf den
Skandal berät das saarländische Kabinett morgen über die Einsetzung eines
Pflegebeauftragten. Der soll als Ansprechpartner für Pflegebedürftige,
Angehörige und Heimmitarbeiter dienen.
www.rtlradio.lu


Sozialminister Storm
will Bundesratsinitiati-
ve einbringen
Land will Probleme angehen
Nach
dem Pflegeskandal in einem AWO-Heim will das Saarland künftig mehr
kontrollieren und besser informieren. Sozialminister Storm sagte, es
gebe Hinweise auf grundsätzliche Probleme. Jetzt soll ein
Pflegebeauftragter eingesetzt und ein Info-Telefon installiert werden.
(22.06.2012)
Im Saarland soll es künftig einen Pflegebeauftragten geben. Das hat
Sozialminister Andreas Storm angekündigt. Storm zieht damit die
Konsequenz aus dem Skandal in einem AWO-Pflegeheim in Elversberg. Dort
sollen Pfleger Patienten misshandelt haben - mit Todesfolge in zwei
Fällen.
"Pflegebeauftragter soll kommen" [SR 1 Europawelle, Peter Springborn, 22.06.2012, Länge 02:05 Min]
www.sr-online.de
Hinweise schon vor Todesfällen?
Pflege-Skandal im Saarland: Gesundheitsminister kritisiert Altenheim-Träger - Pflegebeauftragter geplant
SAARBRÜCKEN
(cps).
Nach dem Pflege-Skandal in einem Seniorenheim der
Arbeiterwohlfahrt (Awo) Saarland in Elversberg hat der saarländische
Gesundheitsminister Andreas Storm (CDU) gestern eine lückenlose
Aufklärung verlangt.
Ihm geht es vor allem um die Frage, warum frühen
Hinweisen auf sadistisches Verhalten eines Intensivpflegers nicht
nachgegangen wurde. Storm: "Es ist unfassbar, warum die Hinweisgeber
nicht durchgedrungen sind." (..)
Kritisiert wurde zudem
die anfängliche Awo-Informationspolitik.
(...)
Als
erste Konsequenz aus den Geschehnissen in Elversberg will das Saarland
nun einen vom Landtag gewählten Pflegebeauftragten einsetzen. Er soll
eine ähnlich starke Position haben und mit Rechten ausgestattet werden
wie der Wehrbeauftragte des Deutschen Bundestags, kündigte Storm an. (..)
www.rheinpfalz.de
"Dabei hatten die beiden ihre
Taten keineswegs sonderlich geheim gehalten. Im Gegenteil, die Pfleger
brüsteten sich offenbar damit, wie sie mit schutzlosen Menschen
umgingen. So hatten sie Kranke beispielsweise aus Spaß absichtlich
entstellt und fotografiert. Unter anderem war eine alte Frau mit einem
Hitlerbärtchen und Gurkenscheiben im Gesicht verunziert und abgelichtet
worden. Vor Weihnachten 2011 verschickte einer der Pfleger Fotos von der
Frau mit seinem Handy an Kollegen.
Dabei wird das
Heim, das 157 Pflegeplätze hat, regelmäßig kontrolliert. Der
sozialmedizinische Dienst der Knappschaft hatte dem Zentrum zuletzt die
Note 1,4 gegeben, und auch dem Medizinischen Dienst der Krankenkassen
war bei seinem letzten Besuch im Dezember 2011 nichts Wesentliches
aufgefallen. Beim "Pflegelotsen" der Krankenkassen schneidet das Heim
durchschnittlich ab (...)
Die Welt
22.06.12
Folter im Altersheim
Mehrere Monate lang sollen zwei Pfleger im Saarland wehrlose Senioren misshandelt haben
Von Hannelore Crolly