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2012-02-16

LWV Hessen gegen den Rest der Welt? -- kobinet

16.02.2012 - 20:22

LWV Hessen gegen den Rest der Welt?.

von kobinet-Korrespondent Gerhard Bartz

Hochheim (kobinet) Ab dem kommenden Samstag wiederholt der Hessische Rundfunk mehrfach die Odyssee eines Heiminsassen auf dem Weg aus einer Behinderten-"Einrichtung". Am Sonntag und Montag wird der Beitrag "Was darf William kosten? Der Kampf eines Rollstuhlfahrers" auch vom SWR ausgestrahlt. Nähere Einzelheiten links in den Medientipps. Dem Richter in der ersten Instanz war der Artikel 19 der Behindertenrechtskonvention vermutlich nicht sehr geläufig, obwohl dieser in Deutschland geltendes Recht darstellt. Ähnlich verhält es sich wohl mit dem Landeswohlfahrtsverband (LWV) Hessen. Der LWV, der sehr viel Imagearbeit betreibt, scheut nicht davor zurück, seine Pressesprecherin mit waghalsigen Aussagen vor die Kamera des HR zu stellen. So stellt sie dar, dass hier ein Präzedenzfall geklärt werden soll. Dass diese Klärung auf dem Rücken eines behinderten Menschen ausgetragen wird, scheint diesen Verband nicht zu interessieren. Dieses sozialpolitische Bermudadreieck aus Kostenträger, Politik und Heimbetreiber sorgt sich um die Investitionen im Land. Auch in Hessen gibt es ein massives Überangebot von Heimplätzen. Also müssen diese in einer konzertierten Aktion mit Menschen versorgt, Bewohner mit staatlicher Gewalt am Auszug gehindert werden. Noch weiß man die Bundesregierung hinter sich, die bereits mehrfach ihre Ansicht vom Stellenwert ihrer Unterschrift unter die Behindertenrechtskonvention kundgetan hat. Dieser Ansicht schließt sich die Rechtsprechung in Deutschland nicht an. Natürlich gibt es Ausnahmen wie z.B. das Sozialgericht in Wiesbaden. Aber selbst dort sollte man die Hoffnung nicht aufgeben.

Tatsache ist, dass Heime nur deshalb billiger sind, weil die Bedarfsdeckung in aller Regel dort auf der Strecke bleibt, bleiben muss. Kaum etwas, was das Leben außerhalb der Anstaltsmauern auszeichnet, kann innerhalb derer gelebt werden. Jeder, der es wissen will, kann anhand der individuellen Heimkosten unter Zuhilfenahme des Stundensatzes errechnen, wie viele Minuten Unterstützung der jeweilige Insasse dort bekommen kann.

In Hessen wartet der Heimbewohner auf die zweite Instanz.
Derweil verstreicht sein Leben. Er liegt auf dem Altar einer Geisteshaltung, die aus den ersten Jahrzehnten der Bundesrepublik kommt. Nach den Verbrechen des sog. Dritten Reiches wurde eine aussondernde Fürsorge praktiziert. Dass sich dies zwischenzeitlich geändert hat, dürfte eigentlich auch in Hessen bekannt sein. Menschen mit Behinderung haben ihren Platz inmitten der Gesellschaft. (...)
LWV Hessen gegen den Rest der Welt? -- kobinet

2011-08-25

Elke-Bartz-Preis 2011 für Silvia Schmidt MdB -- kobinet

25.08.2011 - 00:09

Elke-Bartz-Preis 2011 für Silvia Schmidt MdB.

Berlin (kobinet) Der heute vor drei Jahren verstorbenen ForseA-Gründerin Elke Bartz hat dieser Verein einen Preis gewidmet. Dieser wird in diesem Jahr zum zweiten Mal vergeben. ForseA will auf diesem Weg Menschen auszeichnen, die Elkes Lebenstraum mit verwirklichen helfen. Diesen Lebenstraum, die Selbstbestimmung behinderter Menschen, sah sie 2008 bedroht. Noch kurz vor ihrem Tod äußerte sie die Befürchtung, dass die damals bereits angegangene Reform der Eingliederungshilfe zu weiteren Sparmaßnahmen missbraucht würde. Auch sah sie damals schon die Gefahr heraufziehen, dass die Umsetzung der Behindertenrechtskonvention der Vereinten Nationen in Deutschland verzögert und ihres Sinnes entleert wird.

Wie ForseA in einer Presseerklärung weiter mitteilt, fiel das Votum des ForseA-Vorstandes in diesem Jahr auf Silvia Schmidt. Diese setzt mit ihrer Bundesinitiative "Daheim statt Heim" nicht nur die frühere ForseA-Kampagne "Marsch aus den Institutionen – reißt die Mauern nieder" fort. Darüber hinaus trägt sie als Behindertenbeauftragte der SPD-Bundestagsfraktion und Mitglied des Netzwerkes "Selbst aktiv" den Inklusionsgedanken in das Parlament. Eine der Früchte dieser Aktivitäten ist das Positionspapier der Fraktion zur Umsetzung der Behindertenrechtskonvention. Dr. Corina Zolle von ForseA: "Elke arbeitete oft und gerne mit Silvia Schmidt zusammen. Diese besuchte unseren Verein auch anlässlich unseres 10-jährigen Jubiläums. Wir haben die richtige Wahl getroffen." Der Elke-Bartz-Preis 2011 wird am 9. September 2011 im Kleisthaus, Mauerstraße 53, Berlin im Rahmen einer Feierstunde, die um 14 Uhr beginnt, übergeben. Alexander Hübner, der Organisator dieser Feierstunde: "Wir bedanken uns beim Hausherrn Hubert Hüppe, dem Behindertenbeauftragten der Bunderegierung, dass wir auch in diesem Jahr die Preisübergabe im Kleisthaus, dem Ort, den Elke sehr oft aufsuchte, feiern können." gba

Zu den Ehrungsseiten bei ForseA
Die Laudatio als PDF-Datei
http://www.forsea.de

Elke-Bartz-Preis 2011 für Silvia Schmidt MdB -- kobinet

2011-08-12

EU streicht Förderung für die Renovierung von Heimen in Serbien - BIZEPS-INFO

Text: Markus Ladstätter · 12. August 2011 16:03 Uhr

EU streicht Förderung für die Renovierung von Heimen in Serbien

Anstatt wie geplant 5,1 Millionen Euro für die Renovierung von sechs Heimen auszugeben, hat sich die EU dazu entschlossen, dass Geld dafür aufzuwenden, Menschen mit Behinderungen aus Heimen zu holen.
Deckblatt: Einfach Europa?!
Die Aufklärungsarbeit einiger serbischer Selbstbestimmt Leben Vereinen stieß auf fruchtbaren Boden und so entschloss sich die EU, von dem Vorhaben, Geld für die Renovierung von sechs Heimen auszugeben, abzurücken.
Dragana Ciric Milovanovic, Geschäftsführerin der Mental Disability Rights Initiative (MDRI-S) erklärt: "Geld auszugeben um diese Gebäude zu renovieren ist nicht die Lösung. Nagelneue Gebäude sind ein Anziehungsort für neue Belegung. Eltern die möchten, dass ihre Kinder zu Hause leben werden so gezwungen ihr Kind aufzugeben und in eine Institution zu stecken weil es ihre einzige Möglichkeit ist. Sie bekommen sonst keinerlei Unterstützung. Selbst in einer sauberen Einrichtung werden Leute festgezurrt, übermedikamentiert, vernachlässigt und sexuell missbraucht."
Die Vereine MDRI-S, Das Balkan Netzwerk für Soziale Inklusive, die Europäische Expertengruppe für den Übergang einer Institutionalisierung hin zu einer Gemeinschafstbasierten Pflege sowie serbische Menschenrechtsorganisationen waren daran beteiligt, dass die EU ihre Meinung überdacht hat und dazu übergegangen ist, entsprechend der UN-Konvention über die Rechte von Menschen mit Behinderungen neue Projekte zu fördern.
Diese Projekte sollen Kindern und Erwachsenen in Heimen helfen von dort auszuziehen und in der Gemeinde zu leben.

EU streicht Förderung für die Renovierung von Heimen in Serbien - BIZEPS-INFO

2011-07-05

Jetzt bestimme ich - Persönliche Assistenz statt fremdbestimmter | Zeitfragen | Deutschlandradio Kultur

04.07.2011 · 19:30 Uhr
Ein Blinder ertastet Schriftzeichen der Blindenschrift. (Bild: Wikipedia) Ein Blinder ertastet Schriftzeichen der Blindenschrift. (Bild: Wikipedia)

Jetzt bestimme ich

Persönliche Assistenz statt fremdbestimmter Behindertenhilfe

Von Eva Hillebrand

Die drei Geschwister Budroni im Alter zwischen 45 und 50 sind blind und leiden unter fortschreitenden Bewegungsstörungen. Nach Jahren des Heimaufenthalts haben sie jetzt ihre eigene Assistenzwohngemeinschaft gegründet. Jeder hat seine persönlichen Assistenten, hat sie selbst ausgewählt, eingestellt und kann sie kündigen.
Mit "persönlicher Assistenz" soll ein Leben fern von Heimregeln, institutionellen Zeitrhythmen und pädagogisierenden Zugriffen möglich werden.

Assistenten sollten deshalb auch eher Laienhelfer sein und die Behinderten Experten in eigener Sache, die am besten wissen, wie und wann sie Unterstützung brauchen.

Persönliche Assistenz bedeutet eine Umverteilung der Macht von den Institutionen zu den Betroffenen. Auch wenn das Recht auf ihrer Seite ist, müssen Behinderte es noch viel zu häufig vor Gericht einklagen.

Manuskript zur Sendung als PDF oder im barrierefreien Textformat

ondemand-mp3.dradio.de
Jetzt bestimme ich - Persönliche Assistenz statt fremdbestimmter | Zeitfragen | Deutschlandradio Kultur

2011-03-02

ForseA - 2004 Marsch aus den Institutionen - Missstaende in Pflegeheimen

Marsch aus den Institutionen:
Reißt die Mauern nieder!

Missstände in Pflegeheimen
Neue Heimgesetze der Länder und die Reform des Pflege-Qualitätssicherungsgesetzes müssen eine menschenwürdige Pflege sichern

Die Vereinten Nationen haben die Bundesregierung am 31.8.2001 aufgefordert, eilige Maßnahmen zur Verbesserung der Situation Pflegebedürftiger in Heimen zu ergreifen. Im Juni 2006 stellte das Deutsche Institut für Menschenrechte fest, dass 384.000 Heimbewohner in Deutschland nicht sicher mit Essen und Trinken versorgt werden und 440.000 Bewohner von offenen Wunden bedroht sind oder bereits Druckgeschwüre haben. Nach Meinung des Instituts bestehen gravieren- de menschenrechtlich relevante Mängel. - Demnach ist die Pflegesituation für die in 10.400 Pflegeheimen lebenden 677.000 Bewohner, die Leistungen der Pflegekasse erhalten, weiterhin verheerend.
Im Rahmen der Föderalismusreform ist am 29.8.2006 die Zuständigkeit für das Heimgesetz vom Bund auf die Länder übergegangen. Für die Reform der Pflegeversicherung sollen bis zur nächsten regulären Sitzung des Koalitionsausschusses Eckpunkte festgelegt werden.
Um eine menschenwürdige Pflege zu sichern, sind folgende Regelungen dringendst notwendig....


ForseA - 2004 Marsch aus den Institutionen - Missstaende in Pflegeheimen
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