Erzbistum Köln: Kirche will Senioren und Behinderte vor Missbrauch schützen
Von Joachim Frank
Im Erbistum Köln – hier der Kölner Dom – leben 2,1 Millionen Katholiken.
Foto: dpa
Das Erzbistum Köln will schutzbefohlene Erwachsene in ihren Einrichtungen mit Präventionsmaßnahmen vor sexuellem Missbrauch schützen. Das Personal in Krankenhäusern, Senioren- und Behinderteneinrichtungen soll dafür extra geschult werden.
Politiker aus der ganzen Welt verabschieden die PyeongChang-Erklärung für geistig Behinderte
Die Teilnehmer des Globalen Entwicklungsgipfels posieren am 30. Januar in Pyeongchang gemeinsam für die Kameras. Zu den Teilnehmern des Gipfels gehörten der koreanische Premierminister Kim Hwang-sik, die Vorsitzende der Nationalen Liga für Demokratie Aung Die PyeongChang-Erklärung wurde von Politikern aus der ganzen Welt verabschiedet, um die Menschenrechte geistig Behinderter zu unterstützen. Politiker und einflussreiche Persönlichkeiten trafen sich am 30. Januar in Pyeongchang für den Globalen Entwicklungsgipfel, auf dem sie beschlossen, die Wahrung der Grundrechte geistig behinderter Menschen anzustreben. Durch die Vereinbarung riefen die Gipfelteilnehmer die Welt dazu auf, für die Wohlfahrt und die Menschenrechte geistig Behinderter zusammenzuarbeiten
Zu den Gipfelteilnehmern zählten Na Kyung-won, die Vorsitzende der Special Olympics PyeongChang 2013, Kim Hwang-sik,der koreanische Premierminister, Aung San Suu Kyi, die Vorsitzende, der Nationalen Liga für Demokratie Myanmars, Timothy Shriver, der internationale Vorsitzende der Special Olympics, und der malawische Präsident Joyce Banda. Die Teilnehmer des Gipfels diskutierten über Wege, zur Unterstützung und Verbesserung der Wohlfahrt von Menschen mit geistigen Behinderungen, um ihnen ein besseres Leben zu bieten und ihre Teilhabe am gesellschaftlichen Leben zu fördern.
Die Politiker betonten in der Erklärung, dass geistig Behinderte es verdienen, als Einzelpersonen anerkannt zu werden und dazu berechtigt sind, ihre eigenen Entscheidungen zu treffen. Die Führungskräfe forderten auch von der Welt, gleiche Chancen für Menschen mit Behinderungen zu schaffen, damit sie besseren Zugang zu Informationen, Bildung, Sport, Kultur und Kunst, Gesundheit und medizinische Versorgung sowie eine auf ihre besonderen Bedürfnisse zugeschnittene Ausbildung haben. Die Gipfelteilnehmer stellten ebenfalls die Forderung auf, dass die internationale Gemeinschaft den Entwicklungsländern Unterstützung bietet, indem sie die Kooperation verstärkt und konkrete Ziele für die Unterstützung von Menschen mit geistigen Behinderungen setzt.
Die Karateabteilung des VfL Traben-Trarbach bietet ein Training für Menschen mit psychischer Behinderung an. Bereits seit vier Jahren üben körperlich und geistig Behinderte Karate mit Erfolg aus
Menschen mit geistiger, psychischer oder körperlicher Beinderung können beim VfL Traben-Trabach Karate trainieren. TV-Foto: Christoph Strouvelle
Traben-Trarbach. Sport für körperlich behinderte Menschen ist mit Großveranstaltungen wie den Paralympics heute auch in den Medien präsent. Für geistig Behinderte ist das Sportangebot noch nicht so umfangreich. Die Karateabteilung des VfL Traben-Trarbach nimmt sich jedoch gezielt dieser Menschen an.
Seit kurzem können auch Menschen mit psychischen Behinderungen wie Depression oder Tablettensucht in der Moselstadt diesem Sport nachgehen. Karate für mehr Selbstvertrauen - volksfreund.de
Experten fordern Novellierung von Sachwalterschaft
Eine steigende Anzahl von Personen mit psychischen Erkrankungen oder intellektuellen Beeinträchtigungen braucht Unterstützung bei konkreten Entscheidungen. Sachwalter sollen ihnen beim Umgang mit Behörden, finanziellen Angelegenheiten oder auch der Sicherstellung einer angemessenen Wohnsituation helfen – oft komme dies allerdings der Entmündigung gleich, warnten Experten am Mittwoch in Wien.
„…Wir sind der Ansicht, dass die Wirkung der Kunst in allen Fällen die gleiche ist und dass es ebenso wenig eine Kunst der Geisteskranken gibt wie eine Kunst der Magenkranken oder der Kniekranken…“ (aus einem Manifest Jean Dubuffets)
Der Begriff „Art Brut“ (französisch für rohe, edelherbe, unverbildete Kunst) geht auf den Künstler, Entdecker, Sammler und Kunsttheoretiker Jean Dubuffet zurück. Er gründete 1947 mit Künstlerkollegen wie z. B. dem Surrealisten André Breton die Compagnie de l`Art Brut und stellte die Sammlung Collection de l`Art Brut zusammen. 1949 wurden 200 Werke von 63 Art-Brut-Künstlern unter dem Titel „Vorzüge gegenüber der kulturellen Kunst“ präsentiert. Weltberühmt ist die Prinzhorn-Sammlung in Heidelberg, eine Zusammenstellung von Werken psychisch Kranker durch den Psychiater Hans Prinzhorn, die im Dritten Reich von den Nazis missbraucht wurden, um in der Naziausstellung "Entartete Kunst" psychisch Kranke und KünstlerInnen zu diffamieren.
Die Auseinandersetzung mit der Kunstform „Art Brut“ ist immer auch eine Auseinandersetzung mit unserer Geschichte und mit den vielen Definitionen, mit denen versucht wird, die autodidaktische Kunst von Laien, Kindern und Menschen mit geistigen und seelischen Behinderungen jenseits etablierter kultureller akademischer Kunst zu erfassen. So wie die Nazis diese Kunst als „Schmierereien von Irren“ hingestellt und behinderte KünstlerInnen in Konzentrationslagern ermordet haben, so ging nach dem Zweiten Weltkrieg die Bedeutung der „Art Brut“ in sein nächstes Extrem. Die Werke der Kranken wurden als „Ausflüge in die seelische Unterwelt“ bestaunt, seelisch Behinderte wurden wie exotische Wesen vorgeführt und die Werke als „bizarre Psychokunst“ abgefeiert.
Paul Salvator Goldengruen: Die Urgottheit
Im 21. Jahrhundert wird bei der unüberschaubaren Vielfalt von Kunstrichtungen und im Rahmen von Inklusionsbestrebungen völlig anders mit dem umgegangen, was behinderte KünstlerInnen an Werken erschaffen. Viele Künstler – ob „offiziell“ krank oder nicht – verarbeiten seelische Einschnitte in der eigenen Biographie im künstlerischen Prozess - was auch den tieferen Sinn von Ergotherapien ausmacht. Man wird heute keinem Kunstwerk mehr „ansehen“, dass es von einem psychisch kranken Menschen stammt, wenn es nicht explizit betont wird. Kunst im psychiatrischen Kontext – die der Psychiater Leo Navratil in seinen Art-Brut-Theorien als „Brücke zwischen Normalität und Psychose“ bezeichnet hat – wird immer mehr zum Mittel der Inklusion.
Marktheidenfeld – (red) Hartmut Freund aus Bietigheim-Bissingen hat bei den erstmals ausgetragenen deutschen Tischtennis-Meisterschaften für Sportler mit geistiger Behinderung den Einzeltitel geholt.