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2014-02-14

60 Tage festgeschnallt: Thema im Landtag - Region & Bayern - nordbayern.de

60 Tage festgeschnallt: Thema im Landtag

Freie Wähler und Grüne fordern Psychiatrie-Reform und Kranken-Hilfe-Gesetz
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13.02.2014 12:16 Uhr

Der Fall des Taufkirchener Patienten R. ist nun Thema im bayerischen Landtag.
© colourbox.com


60 Tage festgeschnallt: Thema im Landtag - Region & Bayern - nordbayern.de

2013-06-01

Erfahrungsbericht: Misshandlung in der Psychiatrie - Bundesverband Psychiatrie-Erfahrener (BPE)


Rundbrief
Brief an Dieter Naber
Ausgabe 1/2013

Bundesverband Psychiatrie-Erfahrener e.V.
Herr Prof. Dr. Dieter Naber
Universitäts Krankenhaus                                                                                                                         Ehrenvorsitzende
Eppendorf                                                                                                                                          Dorothea S. Buck-Zerchin
Martinistraße 52                                                                                                                                     Brummerskamp 4
20246 Hamburg                                                                                                                                      22457 Hamburg
                                                                                                                                                                       22.10.2012
Sehr geehrter Herr Professor Naber,
heute wende ich mich vertrauensvoll an Sie, weil mich die Zustände auf der geschlossenen Aufnahmestation unter Herrn Prof. Wiedemann schon lange beunruhigen. Dass dort sehr hoch zwangsmedikamentiert wird, ist bekannt. Im letzten und vorletzten Jahr traf es meine Freundin, Frau B. (73 Jahre alt). 1971 hatte sie zusammen mit ihrem Mann den „Aktionskreis 71“ (AK 71) - die wohl älteste Selbsthilfegruppe psychiatriebetroffener Menschen in der BRD - gegründet. Diese Gründung geschah damals noch zusammen mit Prof. Dörner und mit seinen Studentinnen der Tagesklinik.
Frau B. schrieb mir dazu:
„Ich bin Ende 2010 bis April 2011 in der geschlossenen Aufnahmestation im UKE gewesen. Ich bekam so hohe Dosierungen Fluanxol - die Höchstdosis - dass ich immer wieder hinfiel. Die Pfleger spotteten über mich, klagten über ihre kaputten Rücken und halfen mir nicht hoch, nur manchmal. Einmal rief ich laut um Hilfe. Da kam zufällig jemand aus einer anderen Abteilung und half mir auf.
Einmal knallte ich im Fall mit dem Kopf gegen die Heizung. Ich wurde ohnmächtig, wachte kurz auf und sah eine Menge Blut auf dem Boden. Dann verlor ich wieder mein Bewusstsein. Ich wachte in der Chirurgie des UKE wieder auf. Ein Pfleger sagte mir, dass ich eine schwere Rücken-Operation des im Fall zugezogenen Wirbelbruchs erlitt und mein Rücken total vernarbt sei. Danach konnte ich nur noch am Gehwagen gehen und schaffte es nicht, meine beiden Beine aufs Bett zu bekommen. Ein Pfleger dieser geschlossenen Station warf mich derart heftig aufs Bett, das ich mir nochmal einen Wirbelbruch zuzog und wieder operiert wurde.
Während meiner Zeit im UKE hatte ich keinen Ausgang, nicht einmal ins Café im Vorraum der Psychiatrie. Frische Kleidung konnte ich mir nicht holen und musste in meinem schmutzigen Zeug auch vor dem Richter erscheinen. Sodass der Richter in seine Beurteilung schrieb: „Ich sei verwahrlost“.
Die Pfleger und Schwestern waren meistens sehr unfreundlich. Psychotherapie und andere Gespräche bekam ich nicht. Man gab mir nur Medikamente oder Spritzen, durch die ich mein Gedächtnis vorübergehend verlor.
Zur Nachbehandlung der beiden Wirbelbrüche war ich im Elim-Krankenhaus in Eimsbüttel. Dort hat man die Narben auf dem Rücken behandelt.
Im September 2011 kam ich nach Hause mit der Auflage, eine ambulante Rehabilitation im Albertinen-Krankenhaus zu machen. Ich wurde vier Wochen lang hin- und wieder zurückgebracht. Es tat mir gut.
Ich ging am Gehwagen und kaufte selbst für mich ein. Einmal ging ich um den Block am Stock. Als ich vor der Haustür stand, bekam ich von hinten einen Stoß und fiel mit dem Gesicht auf die Steine. Nachbarn alarmierten den Notarztdienst, der mich auf die Notaufnahme des UKE brachte. Ich kam wieder nach Hause und machte die Musik ein bisschen laut, weil ich mich freute, wieder zu Hause zu sein. Nachbarn alarmierten die Polizei, und ich kam wieder in die geschlossene Aufnahme des UKE mit Beschluss und blieb dort bis April 2012. Danach kam ich nach Bargfeld-Stegen, ohne dass man mir die Begründung nannte.
Erst kam ich in ein Zweibett-Zimmer. Dann wurde ich in verschiedene Zimmer verlegt, zuletzt in ein Dreibett-Zimmer mit zwei Männern hinter Wandschirmen. Mit der Begründung, dass ich um 18.00 Uhr am Spätnachmittag mich noch nicht zur Nachtruhe ins Bett legen wollte, wurde ich mit Gewalt ausgezogen, aufs Bett geworfen und angeschnallt. Das dauerte etwa einen Monat lang. Als feststand dass ich verlegt werden sollte, wurden die Pfleger und Schwestern freundlicher. Ausgang hatte ich nicht, wie z.B. andere Patientinnen. Ich konnte nur im kleinen Garten mit dem Gehwagen spazieren gehen. Andere Gespräche, als die mit dem Arzt einmal wöchentlich, gab es nicht. Einmal war die Richterin mit meinem Betreuer da und sagte, der
Beschluß sei noch nicht aufgehoben. Dann hieß es, ich würde ins Herrenhaus „Eichenhof für 6 Wochen verlegt. Danach bin ich inzwischen wieder in meiner Wohnung. Da im Haus ein Aufzug ist, kann ich mit dem Gehwagen hinauffahren."

Auf meine Frage am Telefon: „Ob sie nach den beiden Wirbelbrüchen noch Schmerzen hätte?“ sagte sie: „Oft schwere Schmerzen. Und sie könne auch nur schwer gehen.“ Im Jahr zuvor war sie als Malerin noch nach Paris gefahren.
Sie erzählte, dass eine Ärztin im UKE ihr gesagt hätte: „Sie sind unheilbar krank und müssen Ihr Leben lang in der Psychiatrie bleiben.“ Ich frage: „Woher wissen Sie das?“ Sie antwortet: „Das habe ich in einem Buch gelesen.“
Da sie nach den beiden Wirbelbrüchen nicht mehr in die Öffentlichen Verkehrsmittel einsteigen kann, sondern mit dem Taxi fahren muss und auch sonst mehr Hilfe braucht, ist eine Entschädigung notwendig.
Sehr geehrter Herr Professor Naber, eine solche Behandlung ist gewiss auch nach Ihrer Einschätzung nicht nur keine Hilfe, sondern auch mit der UN-Behindertenrechtskonvention von 2009 unvereinbar
weiterlesen:
Bundesverband Psychiatrie-Erfahrener (BPE). Homepage www.bpe-online.de

2012-08-30

Psychiatrie: Ans Bett fixierter Patient stirbt durch Feuer/Sexueller Missbrauch in Bezirksklinikum: Pfleger angeklagt

 04.07.2012 16:17

Ans Bett fixierter Patient stirbt durch Feuer

 

Zimmerbrand im Bezirksklinikum 
Ein Psychiatriepatient stirbt bei einem Feuer im Bezirksklinikum Mainkofen in Deggendorf in seinem verschlossenen Zimmer. Doch er kann es nicht gelegt haben. Der Mann war an seinem Bett fixiert. Der Fall gibt den Ermittlern Rätsel auf.
Ans Bett fixierter Patient stirbt durch Feuer



LANDESVERBAND BAYERN DER ANGEHÖRIGENPSYCHISCH KRANKER E.V.
Mitglied im Bundesverband der Angehörigen psychisch Kranker e.V.
München, den 15. Juli 2012

Pressemitteilung
Tod eines fixierten Psychiatriepatienten in der Klinik Mainkofen

Mit großer Bestürzung nehmen wir den Tod eines Psychiatriepatienten im Bezirksklinikum Mainkofen zur Kenntnis. Der Patient war fixiert, das heißt er konnte sich nicht bewegen, Hilfe holen oder flüchten, als Feuer in seinem Zimmer ausbrach. Offenbar muss die pflegerische Aufsicht unzureichend gewesen sein.
Einen übererregten Menschen mit Bauchgurt und an Händen und Füßen ans Bett zu fixieren, und ihn dann allein ohne menschlichen Beistand liegen zu lassen, grenzt an Folter. Der Landesverband Bayern der Angehörigen psychisch Kranker e.V. schließt sich der Forderung des Bayerischen Landesverbandes Psychiatrieerfahrener e.V. an, Fixierungen wenn möglich zu vermeiden. (..)
LANDESVERBAND BAYERN DER ANGEHÖRIGEN PSYCHISCH KRANKER E.V.


Sexueller Missbrauch in Bezirksklinikum: Pfleger angeklagt

 31.07.2012


news.feed-reader.net/mainkofen




2012-04-21

Der lange Kampf gegen Goliath | DerWesten

Psychiatrie-Prozess

Der lange Kampf gegen Goliath

19.04.2012 | 21:51 Uhr
Der lange Kampf gegen Goliath
Tanja Afflerbach bei einem Urlaub im vergangenen Jahr.
Siegen/Hilchenbach.Sie habe das Leben einer ­Verrückten führen müssen, ohne es zu sein, sagt Tanja Afflerbach. Fast acht Jahre hat die 42-jährige Siegerländerin, die sich als Psychiatrie-Opfer sieht, auf Rehabilitation vor dem Landgericht Siegen gehofft. Vergeblich. Gestern wurde ihre Klage wegen einer angeblichen ärztlichen Fehlbehandlung abgewiesen.
Der lange Kampf gegen Goliath | DerWesten





  4 | 2 | 2010
Eine einzige Diagnose wurde Tanja Afflerbach zum Verhängnis. Jahrelang wurde sie von Ärzten falsch behandelt und mit Psychopharmaka vollgestopft. Jetzt kämpft sie um Entschädigung. Von Annika Joeres
Prozess gegen Psychiater 
Für verrückt erklärt

2012-04-10

Psychiatrie-Opfer: Wien richtet Servicestelle ein - Wien - derStandard.at › Panorama

Unmenschliche Methoden

Psychiatrie-Opfer: Wien richtet Servicestelle ein

10. April 2012 15:16

Verstorbener Kinderarzt Andreas Rett soll behinderte Menschen unwürdig behandelt haben

Wien - Die Kritik an früheren Behandlungsmethoden in der Psychiatrie wird in Wien immer lauter. Darauf reagiert nun auch die Stadt: Beim Krankenanstaltenverbund (KAV) wird ein Servicetelefon für ehemalige Patienten eingerichtet. Das berichtete eine Sprecherin des KAV am Dienstag. Betroffene können sich dort melden und von ihrem Schicksal berichten. (..)Selbstbestimmt Leben sprach sich dafür aus, dass die Geschichte der Behindertenhilfe ähnlich aufgearbeitet werden müsse wie die Geschichte der Gewalt in Kinderheimen. Der Forderung, eine Opferhotline in Wien einzurichten, wurde seitens der Stadt nun nachgekommen.
Psychiatrie-Opfer: Wien richtet Servicestelle ein - Wien - derStandard.at › Panorama

2012-02-12

Kommission soll Geschehnisse in Kinderstation aufarbeiten - Misshandlungen von Heimkindern - derStandard.at › Panorama

Psychiatrie Innsbruck

Kommission soll Geschehnisse in Kinderstation aufarbeiten

11. Februar 2012 12:54

Aufklärung von zweifelhaften Therapiemethoden in den 1970er Jahren

Innsbruck - Nach dem Bekanntwerden von zweifelhaften Therapiemethoden an der Innsbrucker Kinderpsychiatrie in den 1970er Jahren soll nun eine unabhängige, externe Expertenkommission die Geschehnisse aufarbeiten. Die Expertengruppe soll "vor allem aus Kinderpsychiatern, Historikern und Mitgliedern der Opferschutzkommission des Landes" gebildet werden, zitierte die "Tiroler Tageszeitung" den Innsbrucker Psychiatrie-Chef Wolfgang Fleischhacker in ihrer Samstagsausgabe. Indes gab die Medizin-Uni die Telefonnummer der Hotline für die Opfer bekannt.

Kommission soll Geschehnisse in Kinderstation aufarbeiten - Misshandlungen von Heimkindern - derStandard.at › Panorama

2011-11-02

Siegen - Psychiatrie-Opfer muss weiter für Entschädigung kämpfen - Siegener-Zeitung

Neuer Prozess

Psychiatrie-Opfer muss weiter für Entschädigung kämpfen

Seit 2004 wurden mehrere Prozesse geführt, verschiedene Gutachter gehört. "Man versucht, mich als hirnamputierten Racheengel darzustellen", beklagt die Siegerländerin das Verhalten ihrer Prozessgegner.

mir - Was hat ein simpler Unfall mit Psychiatrie und Gericht zu tun? Für die 42-jährige Tanja aus dem nördlichen Siegerland sehr viel. Am Donnerstag verhandelt die 5. Zivilkammer des Landgerichts Siegen abermals ihren Fall, der schon 2007 und 2009 bundesweit für Schlagzeilen gesorgt hatte. Sie strebt nach Wiedergutmachung für Fehldiagnose und Behandlungsfehler, die chronische Schmerzen und eine ausgefallene Kunstlehrerlaufbahn zur Folge hatten.

699 Tage Psychiatrie

Die Vorgeschichte: 1991 hatten Tanja und ihr damaliger Freund in Allenbach einen zunächst unkompliziert anmutenden Autounfall. Mit Folgen: Körperliche Symptome wurden bei der Studentin als beginnende Psychose gedeutet. 699 Tage Psychiatrieaufenthalt, davon 412 im Kreisklinikum Weidenau, folgten.

Hohe Medikamentendosen

Die Ärzte vermuteten Schizophrenie, verordneten Neuroleptika in hohen und höchsten Dosen. Zum Beispiel täglich 300 bis 600 mg Leponex. 50 mg wären niedrig gewesen, attestierte 2009 Prof. Dr. Wolfgang Maier (Bonn) als Gutachter: "1996 hätte man merken müssen, dass man auf dem falschen Dampfer ist. Das war weder Wahn noch Schizophrenie, was sich bei der Patientin zeigte", schrieb die SZ am 5. November 2009 über Maiers Aussage im Prozess.

Gutachter widersprechen sich

Die Krankenhausseite bot damals mit Prof. Klimke einen eigenen Gutachter auf. Mit konträren Ansichten: 300 mg Leponex seien nicht hoch, in den USA würden auch 900 mg verabreicht - allerdings nur an therapieresistente Patienten mit chronischer Schizophrenie. Bei Tanja sei das nicht der Fall, entgegnete damals Prof. Maier.

Etikett "psychisch krank"

Bereits 2007 hatte das Landgericht Siegen im Fall Tanja getagt. Damals schon hatte Prof. Maier eine Psychose bei Tanja als Folge des Unfalls ausgeschlossen. Tanjas "eigener" Gutachter Dr. Piet Westdijk (Basel) sah das auch so. Eine Einigung schien in greifbarer Nähe: Das Gericht skizzierte einen Gesamtrahmen von 400 000 Euro als Wiedergutmachung. Der Anwalt der Klinik-Versicherung stellte vage eine Haftungsquote von 25 Prozent in Aussicht, Tanjas Anwältin Katharina Batz forderte "minimal 50 Prozent". Eine Einigung kam nicht zustande. Im Gegenteil: Der Endlos-Prozess zieht sich weiter in die Länge.
Siegen - Psychiatrie-Opfer muss weiter für Entschädigung kämpfen - Siegener-Zeitung
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