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2011-03-16

Ruhigstellung | Pflege-SHV

Ruhigstellung

Medikamentöse Ruhigstellung betreuungsbedürftiger Menschen

Häufige Begleiterscheinung von Demenz sind Angst und Unruhezustände. Diese können bisweilen extreme Formen annehmen, so dass sich Angehörige, Pflegekräfte und Ärzte nicht anders zu helfen wissen, als zu einem bewährten Medikament zu greifen. Verblüfft, von der meist sofortigen Wirkung, bleibt es in der Regel bei dieser Behandlungsform. Die schädigenden Auswirkungen bei einer Dauermedikation mit dieser Form der Verhaltensanpassung des Patienten an sein Umfeld, werden dabei billigend in Kauf genommen.
Ebenso bedenkenlos, wie wehrlose alte Menschen medikamentös gefügig gemacht werden, wird die Diagnose Demenz häufig gestellt. Dabei kann Verwirrtheit auch erklärbare andere Ursachen haben, wie z.B. Angst vor bestimmten Situationen oder Erinnerungen an schlimme Erlebnisse die plötzlich wieder aufbrechen (Retraumatisierung). Auch kann die aktuelle Lebenssituation, Vereinsamung, Enttäuschungen, das Gefühl unverstanden zu sein u.ä. einen so starken seelischen Stress verursachen, dass die Dinge des täglichen Lebens aus dem Blick bzw. durcheinander geraten. Nicht selten sind es jedoch Medikamente die Demenzsymptome erzeugen. Studien belegen einen viel zu hohen sowie oft auch unkontrollierten Medikamentenkonsum, gerade bei älteren Menschen.

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