Montag, 29. August 2011
Pflege: Bahr geht auf Distanz zur Union
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| Daniel Bahr /Gebhardt |
Münster – Die Pflegeversicherung wird in den nächsten Jahren für die Bürger wahrscheinlich deutlich teurer. Neben dem Aufbau eines Kapitalstocks zur Rücklage will Gesundheitsminister Daniel Bahr mehr Geld für Altersverwirrte und Hilfen für pflegende Angehörige erreichen.
„Auch Leistungsverbesserungen, die Geld kosten, müssen mit auf den Tisch“, sagte der FDP-Politiker in Münster. „Wie das finanziert wird, wie wir das organisieren, dass das auch keinen überfordert, das wird gerade beraten.“
Zwar sei nicht alles finanzierbar, was man sich für eine bessere Pflege wünschen könnte, sagte der Minister. „Aber wir stellen jetzt nach mehreren Jahren Erfahrungen in der Pflegeversicherung fest, dass die Leistungen besser werden müssen - insbesondere für Menschen mit Demenz, insbesondere für Angehörige.“ Bahr fügte hinzu: „Das kann gar nicht billiger werden.“
Als Ziele seiner Reform nannte der Minister unter anderem, die Versorgung von Pflegebedürftigen zuhause zu stärken, um Heimeinweisungen hinauszuzögern. Zudem wolle man „mehr Wahlfreiheit für Angehörige und Pflegende“ sowie einen Abbau von Bürokratie und illegaler Beschäftigung in der Pflege. „All das thematisieren wir, ich möchte davon so viel wie möglich voranbringen“, sagte Bahr.
„Nicht parteipolitische Spielchen spielen“Allerdings legt sich der FDP-Politiker nach wie vor nicht fest, wie und von wem die Milliardenbeträge für bessere Leistungen und die gewünschten Reserven für kommende Jahrzehnte bezahlt werden sollen.
„Es ist noch alles offen“, sagte Bahr. Er verwies aber auf den Koalitionsvertrag, in dem sich Union und FDP bereits auf eine verpflichtende und individuelle kapitalgedeckte Zusatzversicherung geeinigt haben - Pläne, die viele Fachleute skeptisch beurteilen und zu denen CDU und CSU inzwischen auf Distanz gehen. Bahr rief die Union auf, sich an den Koalitionsvertrag zu halten.
Deutsches Ärzteblatt: Nachrichten "Pflege: Bahr geht auf Distanz zur Union"