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2012-01-30

Das Parlament, Nr. 05-06 2012, 30.1.2012 - Schwere Politik in leichter Sprache

Alexander Weinlein

Schwere Politik in leichter Sprache

KULTUR
Parlament debattiert über SPD-Antrag zum barrierefreien Zugang
Das Übereinkommen der Vereinten Nationen über die Rechte der Menschen mit Behinderungen aus dem Jahr 2006 spricht eine deutliche Sprache: Sie fordert für behinderte Menschen "vollen Zugang zur physischen, sozialen, wirtschaftlichen und kulturellen Umwelt, zu Gesundheit und Bildung sowie zu Information und Kommunikation". Wie diese Forderung konkret umgesetzt werden kann, demonstrierte die SPD-Fraktion in der vergangenen Woche mit ihrem Antrag (17/8485) für einen barrierefreien Zugang zur Kultur, zu den Medien und zur Informations- und Kommunikationswelt. Den legten die Sozialdemokraten dem Bundestag nämlich nicht nur im üblichen formalen und bürokratischen Parlamentsdeutsch vor, sondern auch in der sogenannten Leichten Sprache.

Das Parlament, Nr. 05-06 2012, 30.1.2012 - Schwere Politik in leichter Sprache

2012-01-17

HWelt - Film: Barrierefreiheit im Deutschen Bundestag

Film: Barrierefreiheit im Deutschen Bundestag Drucken E-Mail
Dienstag, 17 Januar 2012
Der am Montag vorgestellte Film der Medienwissenschaftlerin Katharina Kirch aus Merseburg, der mit Unterstützung von Silvia Schmidt und dem Offenen Kanal Merseburg produziert wurde, beleuchtet die vorhandenen Probleme und Perspektiven der “Barrierefreiheit im Deutschen Bundestag”. Mitgewirkt haben Menschen mit Behinderung als Experten in eigener Sache, wie die sehbehinderte Dokumentarin Nina Waskowski. Der Film befragt aber auch Mitglieder des Parlaments, insbesondere die behindertenpolitischen Sprecher der im Bundestag vertretenen Parteien.

Die Barrierefreiheit im Deutschen Bundestag ist angesichts der kürzlich abgesagten Veranstaltung “Menschen mit Behinderung im Parlament” sicherlich nicht als ausreichend zu bezeichnen. Die UN-Behindertenrechtskonvention (UN-BRK) fordert, dass Menschen mit Behinderung – dazu gehören auch pflegebedürftige und chronisch kranke Menschen – gleichberchtigten Zugang zu allen öffentlichen Diensten und Gebäuden haben müssen. Davon ist der Deutsche Bundestag noch weit entfernt. Jedoch gibt es bereits sehr gute Ansätze, die weiter verfolgt werden müssen. Das Parlament steht exemplarisch für das Versäumnis, inklusiv und damit von Anfang an Barrierefreiheit mit zu berücksichtigen und symbolisiert auch den Zustand unserer Republik. Jahrzehntelang haben die Bedürfnisse von Menschen mit Behinderung nur eine untergeordnete Rolle gespielt – schließlich waren sie in der Öffentlichkeit kaum sichtbar – und nun muss sehr aufwändig auf Teilhabe “umgerüstet” werden. Das betrifft nicht nur Bauten, sondern auch das Denken über Behinderung und natürlich auch die Gesetze, die nur bedingt, den Anforderungen der UN-BRK gerecht werden.

Hier kann der Film angeschaut werden: www.okmq.de .

Quelle: Silvia Schmidt

HWelt - Film: Barrierefreiheit im Deutschen Bundestag

2012-01-15

Porträt: Das Experiment | Politik - Berliner Zeitung

Porträt: Das Experiment

Von Marijke Engel

Zeigen statt sprechen: Martin Zierold ist Gebärdensprachendozent und Abgeordneter der Grünen.
Zeigen statt sprechen: Martin Zierold ist Gebärdensprachendozent und Abgeordneter der Grünen.
Foto: Markus Wächter
Martin Zierold ist taub. Und er ist der erste gewählte Abgeordnete in Deutschland, der nicht hören kann. Seit dem Herbst sitzt er für die Grünen im Bezirksparlament von Berlin-Mitte. Das ist eine größere Herausforderung – für ihn, seine Dolmetscher, die Politik-Kollegen und die Gesellschaft.

Porträt: Das Experiment | Politik - Berliner Zeitung

2011-10-15

Bundestagswirbel, Expertenanhörung und der 3. Dezember -- kobinet

15.10.2011 - 15:05

Bundestagswirbel, Expertenanhörung und der 3. Dezember.

Von kobinet-Korrespondent Franz Schmahl

Berlin (kobinet) Einen Dialog unter der Reichstagskuppel zwischen Menschen mit Behinderungen und Abgeordneten des Deutschen Bundestages wird es am Welttag der Behinderten nicht geben. Die blamable Absage aus dem Parlament hat in dieser Woche zu gehörigem Wirbel in der Öffentlichkeit und auch im kobinet-Forum geführt. Die tageszeitung hat es auf den Punkt gebracht: "So muss sich der Bundestag, mit seinen großen und weitläufigen Gebäuden fragen, ob er auch in Zukunft Bürger zu Behinderten machen will. Oder ob er die gleichberechtigte Teilhabe aller Menschen in Deutschland auch architektonisch vorantreiben möchte."

Für den Vorschlag eines Lesers, "den Herren Seifert und Kurth (oder deren Mitarbeitenden) doch wenigstens Gelegenheit zu geben, den Vorgang einmal hier bei kobinet in toto (als Ganzes) darzustellen", ist allerdings kein Platz in diesem Nachrichtendienst. Die behindertenpolitischen Sprecherinnen und Sprecher im Bundestag haben zusammen mit dem Beauftragten der Bundesregierung - öffentlichkeitswirksam genug - die Möglichkeit vergeigt, gemeinsam mit den Betroffenen ein nicht zu übersehendes Signal für Inklusion und Barrierefreiheit auszusenden. Ein großes Ding wurde in den Sand gesetzt. Jetzt geht es darum, wie man da politisch korrekt wieder rauskommt.

Bundestagswirbel, Expertenanhörung und der 3. Dezember -- kobinet

2011-10-14

Bundestag lädt Behinderte wieder aus - Rollstuhlfahrer müssen draußen bleiben - Politik - sueddeutsche.de

Bundestag lädt Behinderte wieder aus Rollstuhlfahrer müssen draußen bleiben

14.10.2011, 15:36
Von Michael König
Eine historische Versammlung sollte es werden, doch am Ende stand eine Blamage. Der Bundestag lädt 300 Behinderte zu einer gemeinsam Versammlung ein - und später wieder aus. Der Grund: Es hatten sich zu viele Rollstuhlfahrer angemeldet. So viele verkrafte das Gebäude nicht. Bei den Behinderten erntet die Politik nun Spott und Häme - die beteiligten Abgeordneten reagieren kleinlaut.
Politiker beklagen sich häufig über mangelnde Aufmerksamkeit. Aber wenn sich dann schlagartig sehr viele Menschen interessieren, ist das unter Umständen auch nicht recht. Dann muss eine Veranstaltung abgesagt werden, weil sie gegen Brandschutz- und andere Sicherheitsverordnungen verstößt. Und der Ärger bei allen Beteiligten ist groß.
Fraktionssitzung CDU - Schäuble Bild vergrößern
Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble hat im Bundestag keine Probleme. Doch 100 Rollstuhlfahrer waren dem Parlament zu viel. Eine Veranstaltung mit Behinderten wurde deshalb abgesagt. (© dpa)
Am 2. und 3. Dezember sollten im Reichstagsgebäude Menschen mit Behinderung die Gelegenheit haben, mit Politikern zu diskutieren. Zum ersten Mal in der Geschichte sollte es eine gemeinsame Sitzung geben, um über die UN-Behindertenrechtskonvention und Barrierefreiheit zu diskutieren. Was dann passierte, bezeichnet Markus Kurth, der behindertenpolitische Sprecher der Grünen, als "ärgerlich, peinlich und blöd".
Das Angebot war auf großes Interesse gestoßen, der Deutsche Behindertenrat hatte sich über die "bemerkenswerte Initiative" gefreut. Etwa 300 Teilnehmer meldeten sich an. Darunter mehr als 100 Rollstuhlfahrer. Zu viele, fand die Bundestagsverwaltung. Etwa 30 seien zu verkraften gewesen, womöglich auch etwas mehr. Aber 100? Da sei die Sicherheit im Parlament nicht mehr gewährleistet. Der Brandschutz! Technische Bestimmungen! So leid es ihnen tue, das gehe nicht.

Bundestag lädt Behinderte wieder aus - Rollstuhlfahrer müssen draußen bleiben - Politik - sueddeutsche.de

2011-08-31

Zwangseinweisungen: Für verrückt erklärt | Gesellschaft | ZEIT ONLINE

Zwangseinweisungen Für verrückt erklärt

In Deutschland müssen jährlich etwa 200.000 Menschen gegen ihren Willen in die Psychiatrie. Ihre Betreuer können deren Zurechnungsfähigkeit nur selten beurteilen.
Eva Erdinger meldete bei der Polizei den Verlust ihrer Brieftasche, als der Beamte überrascht von seinem Computer aufsah. Ihr Betreuer hätte einen Einlieferungsbeschluss in die psychiatrische Klinik erwirkt, sagte der Beamte. Begründung: Die 56-Jährige hätte im Streit einem Bekannten gedroht und stelle daher eine "Gefahr für sich und andere" dar. Sofort wurde die gelernte Erzieherin mit der Streife in die Erlanger Psychiatrie gebracht. Mehrfach war sie schon wegen einer schweren Depression freiwillig in der Klinik, aber nun galt ihr Wille nicht mehr. Zwar räumt sie ein, einen ehemaligen Freund beschimpft zu haben, aber "nur so, wie jeder einmal heftig streitet". Die zuständige Ärztin befand, sie müsse mindestens eine Woche unter Beobachtung bleiben und verabreichte ihr starke Neuroleptika wie Haldol. Ihren Betreuer hatte Eva Erdinger das letzte Mal vor zwei Jahren gesehen.
Jedes Jahr werden in Deutschland rund 200.000 Menschen gegen ihren Willen in die Psychiatrie eingewiesen, schätzungsweise die Hälfte davon nach dem bundesweiten Betreuungsrecht. Eine mittlere Kleinstadt landet so nahezu unbemerkt in den geschlossenen Abteilungen der Psychiatrien. Eine aktuelle Antwort der nordrhein-westfälischen Landesregierung auf eine parlamentarische Anfrage der FDP zeigt: Das Betreuungsrecht wird sehr unterschiedlich angewandt. So werden in Niedersachsen oder Schleswig-Holstein 80 von 100.000 Bürgern jährlich gegen ihren Willen eingewiesen, in Thüringen sind es dagegen nur fünf von 100.000.
Denn das Gesetz ist schwammig: Nach Paragraf 1906 im Bundesgesetzbuch kann ein betreuter Mensch zwangseingewiesen werden, wenn die Gefahr besteht, dass er sich selbst tötet, oder erheblichen Schaden zufügt. Oder aber weil eine medizinische Untersuchung notwendig ist, deren Notwendigkeit er aufgrund seiner psychischen Erkrankung nicht erkennen kann. Welche Untersuchungen dies umfasst, führt das Gesetz nicht aus. In der Praxis aber ist die Frage nach dem Wohl und der Zurechnungsfähigkeit eines Menschen nur sehr schwer zu beantworten.
Auch die gesetzlich geschaffenen Hürden schrumpfen in der Praxis oft zu Durchwinkstationen. Das kontrollierende Amtsgericht stimmt nach der NRW-Statistik in rund 99 Prozent der Fälle umstandslos zu. Auch das Gutachten eines Sachverständigen muss eingeholt werden. Doch auch hier schützt das Gesetz den Betreuten nur unzureichend: "Häufig schreibt derselbe Arzt, der die Betreuung veranlasst hat, auch das notwendige Gutachten für die Zwangseinweisung. Und selbstverständlich bestärkt er darin seine vorherige Meinung. Das ist ein Unding", sagt Stefan Romberg von der FDP. Er sitzt im Düsseldorfer Landtag und ist einer der wenigen Psychiater in bundesdeutschen Parlamenten. Seit Jahren setzt er sich für die Rechte von psychisch Kranken ein.
Die Betreuung spielt bei Zwangseinweisungen eine immer größere Rolle. Das 1992 verabschiedete Betreuungsrecht löste die Entmündigung ab. Es werden inzwischen rund 1,3 Millionen Menschen in Deutschland betreut, also rund jeder fünfzigste Volljährige.
Zwangseinweisungen: Für verrückt erklärt | Gesellschaft | ZEIT ONLINE

2011-08-25

Elke-Bartz-Preis 2011 für Silvia Schmidt MdB -- kobinet

25.08.2011 - 00:09

Elke-Bartz-Preis 2011 für Silvia Schmidt MdB.

Berlin (kobinet) Der heute vor drei Jahren verstorbenen ForseA-Gründerin Elke Bartz hat dieser Verein einen Preis gewidmet. Dieser wird in diesem Jahr zum zweiten Mal vergeben. ForseA will auf diesem Weg Menschen auszeichnen, die Elkes Lebenstraum mit verwirklichen helfen. Diesen Lebenstraum, die Selbstbestimmung behinderter Menschen, sah sie 2008 bedroht. Noch kurz vor ihrem Tod äußerte sie die Befürchtung, dass die damals bereits angegangene Reform der Eingliederungshilfe zu weiteren Sparmaßnahmen missbraucht würde. Auch sah sie damals schon die Gefahr heraufziehen, dass die Umsetzung der Behindertenrechtskonvention der Vereinten Nationen in Deutschland verzögert und ihres Sinnes entleert wird.

Wie ForseA in einer Presseerklärung weiter mitteilt, fiel das Votum des ForseA-Vorstandes in diesem Jahr auf Silvia Schmidt. Diese setzt mit ihrer Bundesinitiative "Daheim statt Heim" nicht nur die frühere ForseA-Kampagne "Marsch aus den Institutionen – reißt die Mauern nieder" fort. Darüber hinaus trägt sie als Behindertenbeauftragte der SPD-Bundestagsfraktion und Mitglied des Netzwerkes "Selbst aktiv" den Inklusionsgedanken in das Parlament. Eine der Früchte dieser Aktivitäten ist das Positionspapier der Fraktion zur Umsetzung der Behindertenrechtskonvention. Dr. Corina Zolle von ForseA: "Elke arbeitete oft und gerne mit Silvia Schmidt zusammen. Diese besuchte unseren Verein auch anlässlich unseres 10-jährigen Jubiläums. Wir haben die richtige Wahl getroffen." Der Elke-Bartz-Preis 2011 wird am 9. September 2011 im Kleisthaus, Mauerstraße 53, Berlin im Rahmen einer Feierstunde, die um 14 Uhr beginnt, übergeben. Alexander Hübner, der Organisator dieser Feierstunde: "Wir bedanken uns beim Hausherrn Hubert Hüppe, dem Behindertenbeauftragten der Bunderegierung, dass wir auch in diesem Jahr die Preisübergabe im Kleisthaus, dem Ort, den Elke sehr oft aufsuchte, feiern können." gba

Zu den Ehrungsseiten bei ForseA
Die Laudatio als PDF-Datei
http://www.forsea.de

Elke-Bartz-Preis 2011 für Silvia Schmidt MdB -- kobinet

2011-03-23

Behinderte Menschen in die Parlamente -- kobinet

18.03.2011 - 00:01

Behinderte Menschen in die Parlamente.

Berlin (kobinet) Der behindertenpolitische Sprecher der Linksfraktion im Deutschen Bundestag Ilja Seifert tritt dafür ein, dass mehr behinderte Menschen in die Parlamente gewählt werden. Mit Vanessa Burkhardt auf Platz 7 der Landesliste in Rheinland-Pfalz und dem contergangeschädigten Gotthilf Lorch als Kandidat im Wahlkreis 69 Ravensburg in Baden-Württemberg stellt DIE LINKE zu den Landtagswahlen am 27. März zwei Kandidat/innen, die selbst behindert und in der Behindertenbewegung verwurzelt sind, auf.

"Ich werbe für die Wahl von Vanessa Burkhardt in Rheinland-Pfalz und Gotthilf Lorch in Baden-Württemberg, weil damit in beiden Landtagen sachkundige und engagierte Menschen mit Behinderungen einziehen könnten. So kann das Motto der Behindertenbewegung 'Nichts über uns ohne uns' besser umgesetzt werden. Alle bisherige Erfahrungen zeigen, dass wir – und das meine ich mit kritischem Blick auf alle Parteien - noch viel zu wenige Betroffene in den Parlamenten haben", erklärte Ilja Seifert.

Behinderte Menschen in die Parlamente -- kobinet
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