16.10.2011
Das Haus der Stille
Wie ein Pflegedienst Intensivpflegebedürftige betreut
Jedes Augenzwinkern ist wichtig: Wachkoma-Patienten haben kaum Möglichkeiten, sich anderen Menschen mitzuteilen. Im Gomaringer Haus Eschenlaub leben drei Männer, die rund um die Uhr Betreuung und Pflege brauchen.
Gabi Schweizer

Bild: Franke
Gomaringen. Ein Patient – nennen wir ihn der Einfachheit halber Peter – sitzt gern im Hängesessel. Er kann das nicht mehr selbst sagen. Aber Jenny Rodriguez-Jorge glaubt trotzdem, dass es so ist. Sie achtet darauf, ob der Mann sich gemütlich zusammensinken lässt oder ob die Muskeln angespannt bleiben. Peter lässt sich in den Stoff fallen. Das ist ein gutes Zeichen.
Nicht heute. Die Presse ist da. Die Angehörigen aller drei Patienten möchten nicht, dass zu viel über die Bewohner des Haus Eschenlaub im Blatt kommt. Etwas, das sie identifizieren könnte. Das ist verständlich. Zwei der drei Männer können keine eigenen Wünsche mehr äußern, jedenfalls nicht verbal. Alle Belange des täglichen Lebens müssen Angehörige und Pfleger/innen für sie übernehmen. Doch was um sie vorgeht, bekommen sie mit. Alles? Angehörige und Pfleger gehen davon aus.
Das Haus Eschenlaub in Gomaringen bietet Platz für drei Menschen, die rund um die Uhr Betreuung und Pflege brauchen – beispielsweise, weil sie nach einem Herzinfarkt oder einem Unfall ins Wachkoma fielen. Aber auch für Menschen, die aus einem anderen Grund rund um die Uhr betreut werden müssen. Dafür soll die Umgebung häuslich, die Pflege individuell sein und persönliche Wünsche berücksichtigen – Ausflüge zu Familienfeiern sollen auch drin sein.
Im Prinzip bietet der
AKD (Ambulanter Krankenpflege-Dienst) damit etwas ganz Ähnliches an wie die Wachkoma-WG, die
Ceres, der Verein zur Hilfe für Cerebralgeschädigte, im alten Forsthaus in Mössingen einrichtet. Es gibt allerdings einige Unterschiede:
Wie ein Pflegedienst Intensivpflegebedürftige betreut - Kreis Tübingen - Schwäbisches Tagblatt Tübingen