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2014-02-07

Deutsches Ärzteblatt: Ausgrenzung Behinderter: Gedenken und Handeln (07.02.2014)

Ausgrenzung Behinderter: Gedenken und Handeln

Dtsch Arztebl 2014; 111(6): A-197 / B-171 / C-167

Jachertz, Norbert


Norbert Jachertz, gesundheits- und sozialpolitischer Journalist
Ein lange verschwiegenes Thema, die Zwangssterilisation und die sogenannte
Euthanasie in der Nazizeit, scheint nunmehr „ganz oben“ angekommen zu
sein: Dieser Tage besuchte Bundespräsident Joachim Gauck ex officio eine
Ausstellung, die sich mit diesen Verbrechen gegen die Menschlichkeit
auseinandersetzt. Einer der früheren Vizepräsidenten des Bundestages,
Wolfgang Thierse, hatte die Ausstellung in den Bundestag eingeladen, und
seine Nachfolgerin im Amt, Ulla Schmidt, eröffnete sie am Tag der Opfer
des Nationalsozialismus, dem 27. Januar.
Über Täter und Opfer wurde nach dem Ende der Naziherrschaft nicht gerne gesprochen.
Die Opfer der Zwangssterilisationen schwiegen, weil sie sich schämten.
Die Angehörigen der „Euthanasie“-Opfer glaubten, ihre Familiengeheimnisse hüten zu
müssen. Die Ärzteschaft schwieg lange, um nicht einzugestehen, dass so
viele aus ihren Reihen ihre Schutzbefohlenen und Patienten im Stich
gelassen hatten. Ein Schweigekartell, hin und wieder aufgebrochen durch
einen Gerichtsprozess mit zumeist seltsam milden Richtersprüchen.
Eine neue Ärztegeneration macht sich inzwischen an die Aufarbeitung.

Deutsches Ärzteblatt: Ausgrenzung Behinderter: Gedenken und Handeln (07.02.2014)

2013-11-06

Erinnerung : Drei neue Stolpersteine in Sangerhausen | Sangerhausen - Mitteldeutsche Zeitung

Erinnerung : Drei neue Stolpersteine in Sangerhausen

Uhr | Aktualisiert 06.11.2013 12:08 Uhr

Der Stolperstein für Adele Hampel war einer der ersten, der im vergangenen November in Sangerhausen verlegt wurde.  (BILD: Archiv/mz)
Von
Drei neue Stolpersteine werden am Freitag zum Gedenken an jüdische Mitbürger in der Sangerhäuser Innenstadt verlegt. Eine Forscherin an der Universität in Rostock ist den Schicksalen der Betroffenen aus Sangerhausen und Umgebung nachgegangen. (...)
Der dritte Stolperstein ist für Edith Große gedacht: Sie wurde mit 14 Jahren in einer Euthanasie-Anstalt getötet. (...)
Auf das Schicksal des Mädchens stieß Kathleen Haack, gebürtige Sangerhäuserin und Forscherin an der Universität in Rostock, bei ihren Recherchen auf dem Gebiet der „Euthanasie“, also der systematischen Ermordung von psychisch kranken und behinderten Menschen während der Nazizeit.
Gemeinsam mit ihrem Kollegen Ekkehardt Kumbier ist sie den Schicksalen der Betroffenen aus Sangerhausen und Umgebung nachgegangen. „Es gibt bisher keine spezifischen Untersuchungen zu Zwangssterilisationen und sogenannter ’Euthanasie’ im Sangerhäuser Raum. Die Forschung für den Landkreis steht noch am Anfang“, sagt Haack.

Erinnerung : Drei neue Stolpersteine in Sangerhausen | Sangerhausen - Mitteldeutsche Zeitung

2012-10-01

Jarmer: "Es darf in Österreich keine Zwangssterilisationen mehr geben" - BIZEPS-INFO


Text: GRÜNE · 1. Oktober 2012 13:12 Uhr

Jarmer: "Es darf in Österreich keine Zwangssterilisationen mehr geben"

Grüne fordern regelmäßigen Sterilisationsbericht an den Nationalrat
Helene Jarmer
Der heute vom ORF Tirol bekanntgemachte Fall einer Sterilisation einer behinderten Frau, die in der Lebenshilfe lebt, zeigt deutlich auf, dass es nicht auszuschließen ist, dass auch heute noch Eingriffe gegen den Willen der betroffenen Frauen durchgeführt werden.Jarmer: "Es darf in Österreich keine Zwangssterilisationen mehr geben" - BIZEPS-INFO

Behinderte sollen zwangssterilisiert worden sein - Salzburger Nachrichten - SALZBURG.COM


Behinderte sollen zwangssterilisiert worden sein

Von Apa | Aktualisiert vor 5 Stunden
Die Behindertenorganisation Lebenshilfe Tirol sieht sich erneut mit Vorwürfen konfrontiert - diesmal in Bezug auf eine Zwangssterilisation.
Behinderte sollen zwangssterilisiert worden sein - Salzburger Nachrichten - SALZBURG.COM

2012-09-19

Jarmer: Opfer von Zwangssterilisation müssen entschädigt werden - BIZEPS-INFO

Text: GRÜNE · 18. September 2012 13:23 Uhr

Jarmer: Opfer von Zwangssterilisation müssen entschädigt werden

UN-Konvention fordert Beibehaltung der Fruchtbarkeit für Menschen mit Behinderungen
Helene Jarmer
"Dass bis 2001 ca. 50 Prozent der Frauen mit intellektueller Behinderung ohne Wissen und Einwilligung zwangssterilisiert wurden, ist einer der größten Menschenrechtsverletzungen der 2. Republik", meint die Behindertensprecherin der Grünen, Helene Jarmer. Von Zwangssterilisation waren in erster Linie Frauen betroffen, denen dadurch Selbstbestimmung im Bereich Partnerschaft und Sexualität weitgehend verwehrt wurde. Auch konnte dadurch sexuelle Gewalt an behinderten Mädchen und Frauen erleichtert und vertuscht werden. "Eine angemessene Entschädigung wäre daher hoch an der Zeit", fordert Jarmer.

Jarmer: Opfer von Zwangssterilisation müssen entschädigt werden - BIZEPS-INFO

2012-01-31

Das Schicksal der Taubstummen | SÜDKURIER Online

Meersburg

31.01.2012 .

Das Schicksal der Taubstummen


Historiker erinnert an Zwangssterilisation von Kranken und Behinderten in der NS-Zeit
Der Historiker Arnulf Moser (re.) erinnert an die Zwangssterilisation von Patienten der Taubstummen-Anstalt in Meersburg und der Psychiatrie Reichenau während der NS-Zeit. Der medizinische Direktor Klaus Hoffmann hatte zur Gedenkfeier eingeladen.
Rindt
– Der Konstanzer Historiker Arnulf Moser erinnert an ein düsteres Kapitel der Reichenauer Psychiatrie und der früheren Taubstummenanstalt im Meersburger Schloss. Aus beiden Einrichtungen wurden Kranke und Behinderte in der Zeit des Nationalsozialismus zwangssterilisiert beziehungsweise für den Eingriff vorgeschlagen. Getroffen habe es 450 bis 500 Patienten aus der damaligen Heil- und Pflegeanstalt Reichenau. Mehr als 1500 ehemalige Patienten und Personen aus der Verwandtschaft seien zudem für eine Überprüfung angezeigt worden, sagt Moser. Mitarbeiter der Anstalt in Meersburg hätten im Jahr 1934 die Namen von 22 Menschen ans Gesundheitsamt geschickt, die sie für erblich taubstumm hielten, und damit für die Zwangssterilisation vorschlugen. Im Jahr 1936 habe die Anstalt weitere 17 Namen genannt. (...)
Das Schicksal der Taubstummen | SÜDKURIER Online

2012-01-27

Beauftragter der Bundesregierung für die Belange behinderter Menschen - Pressemitteilungen - Behindertenbeauftragter der Bundesregierung fordert mehr Aufklärung und Information über Hintergründe der Massenmorde an behinderten und psychisch erkrankten Mens

Behindertenbeauftragter der Bundesregierung fordert mehr Aufklärung und Information über Hintergründe der Massenmorde an behinderten und psychisch erkrankten Menschen

Ausgabejahr 2012
Erscheinungsdatum 27.01.2012
„Menschen mit Behinderungen und psychischen Erkrankungen waren die ersten Opfer des verbrecherischen NS-Regimes. Sie wurden systematisch erfasst, zu Forschungszwecken missbraucht und zwangssterilisiert. In den Gaskammern der Nazis wurde an ihnen ausprobiert, was später millionenfach wiederholt wurde“, betonte der Beauftragte der Bundesregierung für die Belange behinderter Menschen, Hubert Hüppe, anlässlich des heutigen Tags des Gedenkens an die Opfer des Nationalsozialismus. Planung und Organisation der Massenmorde an behinderten und psychisch erkrankten Menschen gingen von der Zentrale der sogenannten „Aktion T4“ in der Tiergartenstraße 4 in Berlin aus.
Beauftragter der Bundesregierung für die Belange behinderter Menschen - Pressemitteilungen - Behindertenbeauftragter der Bundesregierung fordert mehr Aufklärung und Information über Hintergründe der Massenmorde an behinderten und psychisch erkrankten Mens

2012-01-05

Zwangssterilisation in den USA: Die verdrängte Schande - SPIEGEL ONLINE - Nachrichten - Panorama

05.01.2012

Zwangssterilisation in den USA

Die verdrängte Schande

Von Marc Pitzke, New York
Zwangssterilisierungen in den USA: "Wir wollen endlich Gerechtigkeit"

AP
Mehr als 60.000 Amerikaner wurden im 20. Jahrhundert auf Geheiß des Staates zwangssterilisiert. Die Nazis nahmen sich das schreckliche Eugenik-Programm zum Vorbild, das erst 1981 endgültig auslief. Jetzt erhalten die Opfer Wiedergutmachung. Vielleicht. (...)

Die Ideologie stammte aus dem 19. Jahrhundert. US-Wissenschaftler behaupteten, soziale Probleme wie Armut und Kriminalität seien vererblich: Die "anglo-amerikanische Rasse" müsse davor geschützt werden. Eltern mit "guten Genen" wurden ermutigt, Kinder zu zeugen, "Minderwertige" dagegen daran gehindert - Behinderte, Alkoholiker, Prostituierte, Obdachlose, Straffällige.

Zwangssterilisation in den USA: Die verdrängte Schande - SPIEGEL ONLINE - Nachrichten - Panorama

2011-11-01

Bericht an Anti-Folter-Ausschuss der Vereinten Nationen -- kobinet

01.11.2011 - 18:44

Bericht an Anti-Folter-Ausschuss der Vereinten Nationen.

Berlin (kobinet) Die Interessenvertretung Selbstbestimmt Leben in Deutschland (ISL) hat dem UN-Fachausschuss gegen Folter (Committee against Torture) eine Stellungnahme aus der Sicht behinderter Frauen und Männer übermittelt. Anlass, so der Verband heute in einer Presseinformation, ist die Prüfung des deutschen Staatenberichts am 4. November in der 47. Sitzung des Ausschusses in Genf. Die UN-Konvention gegen Folter und andere grausame, unmenschliche oder erniedrigende Behandlung oder Strafe wurde 1984 von den Vereinten Nationen verabschiedet und ist seit dem 31. Oktober 1990 in Deutschland in Kraft.

“In unserer Stellungnahme haben wir uns auf drei Bereiche konzentriert”, betont ISL-Geschäftsführerin Dr. Sigrid Arnade. “Das sind schädliche Therapien und psychiatrische Institutionen, die Situation in Pflegeheimen und die Zwangssterilisation behinderter Frauen. Dabei lag unser Augenmerk auch darauf, einen Zusammenhang der entsprechenden Artikel der UN-Behindertenrechtskonvention mit der Anti-Folter-Konvention herzustellen”. Gemäß letzten Urteilen des Bundesverfassungsgerichtes zur Zwangsbehandlung fordert die ISL, die Unterbringungsgesetze der Bundesländer zu überprüfen.

Die Stellungnahme der ISL wurde von Wiebke Schär unter Hinzunahme von Informationen der “Enthinderungsselbsthilfe – von Autisten für Autisten” und “Wir! Stiftung pflegender Angehöriger” verfasst. Weitere Stellungnahmen wurden unter anderem vom Bundesverband Psychiatrie-Erfahrener (BPE), Amnesty International und dem Behandlungszentrum für Folteropfer erstellt. Alle Berichte sind (in englischer Sprache) auf der Webseite des Ausschusses einzusehen. sch

Bericht an Anti-Folter-Ausschuss der Vereinten Nationen -- kobinet

2011-10-28

Beauftragter der Bundesregierung für die Belange behinderter Menschen - Pressemitteilungen - Verbrechen der Nazis an Menschen mit Behinderungen und psychischen Erkrankungen niemals vergessen - Antrag für Erinnerung und Information im Kulturausschuss besch

Verbrechen der Nazis an Menschen mit Behinderungen und psychischen Erkrankungen niemals vergessen - Antrag für Erinnerung und Information im Kulturausschuss beschlossen

Ausgabejahr 2011
Erscheinungsdatum 28.10.2011
Der Ausschuss für Kultur und Medien des Deutschen Bundestages hat mit seiner Unterstützung für einen fraktionsübergreifenden Antrag zum Verbrechen der Nazis an Menschen mit Behinderungen und psychischen Erkrankungen ein wichtiges Signal gegen das Vergessen gesetzt“, so der Beauftragte der Bundesregierung für die Belange behinderter Menschen, Hubert Hüppe. Er verwies darauf, dass während der Zeit der Nazi-Diktatur hunderttausende Menschen mit Behinderungen und psychischen Erkrankungen in ganz Europa systematisch erfasst, für medizinische Versuche missbraucht, zwangssterilisiert und ermordet wurden. „Sie waren die ersten Opfer des Gewaltregimes der Nationalsozialisten. Wegbereiter des Terrors gegen behinderte und psychisch erkrankte Menschen war ein Gedankengut, das zwischen lebensunwerten und lebenswerten Menschen unterschied“, betonte Hubert Hüppe und verwies auf eine Unterstützung der Eugenik in Wissenschaft, Politik und Gesellschaft, die sich weit vor dem Beginn der Nazi-Diktatur in Deutschland verbreitete. Der beschlossene Antrag greife diesen Aspekt auf, indem er neben einem würdigen zentralen Ort der Erinnerung in der Tiergartenstraße 4 in Berlin fordere, über die Nazi-Verbrechen zu informieren und bestehende Defizite in der Aufarbeitung und Erforschung des Unrechts öffentlich aufzugreifen, erläuterte der Behindertenbeauftragte. „Jetzt kommt es darauf an, den Antrag zusammen mit den Betroffenen und ihren Verbänden in diesem Sinne umzusetzen und der Information neben dem Gedenken breiten Raum zu verschaffen“, verdeutlichte Hubert Hüppe.

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2011-10-18

Mehr Zivilcourage gegen Ausgrenzung - Schwäbische Post

Mehr Zivilcourage gegen Ausgrenzung

Gedenkveranstaltung auf dem Rabenhof für die Opfer des „Euthanasie-Programms“ des Nazi-Regimes
Der Opfer der nationalsozialistischen „Euthanasie“-Politik wurde auf dem Rabenhof gedacht. Bewohner des Rabenhofs waren damals von den Folgen der menschenverachtenden Nazi-Ideologie betroffen und mussten ihr Leben lassen.
Ellwangen. Durch die Veranstaltung sollte den Opfern auch ein Teil ihrer Würde zurückgegeben werden, die ihnen durch den Massenmord genommen wurde. Der Leiter „Wohnen“ im Rabenhof, Thomas Knies, betonte: „Man muss sich die damaligen Vorgänge immer wieder aufs Neue bewusst machen. Das ist die beste Voraussetzung dafür, um gegensteuern zu können.“ Knies forderte mehr Zivilcourage ein. Wenn Menschen Ausgrenzung erfahren, müsse man sich klar und deutlich dagegen öffentlich aussprechen. In ihrer Opferrolle können diese Menschen für Ideologien missbraucht werden.
Knies sprach die damaligen Zwangssterilisierungen auch im Ellwanger Krankenhaus an, von denen auch einige Bewohner des Rabenhofs betroffen waren. Im Oktober und November 1940 wurden insgesamt 30 behinderte Menschen des Rabenhofs in der Tötungsanstalt in Grafeneck ermordet, im April 1941 zwei weitere im hessischen Hadamar.
Die Vorsitzende des Heimbeirats, Marianne Stadler, forderte ein engagiertes Auftreten von Menschen mit Behinderung in der Öffentlichkeit ein. Für die Arbeit im Heimbeirat bedeute dies, dass man nach Wegen suchen müsse, wie die Heimbewohner möglichst selbstbestimmt und unter normalen Umständen leben können.
Peter Maile vom Ellwanger Friedensforum griff in seiner Gastrede das Thema der Zwangssterilisierung auf, von der auch Bewohner des Rabenhofs betroffen waren: „Den Zwangssterilisierungen folgten Zwangsabtreibungen und schließlich der hunderttausendfache Mord an psychisch kranken und geistig behinderten Patienten aus Heil- und Pflegeanstalten.“
Mehr Zivilcourage gegen Ausgrenzung - Schwäbische Post

2011-10-04

Über die Verbrechen der Psychiatrie im Nationalsozialismus aufklären und den Opfern gedenken

Über die Verbrechen der Psychiatrie im Nationalsozialismus aufklären und den Opfern gedenken
Dr. Thomas Nesseler
Presse- und Öffentlichkeitsarbeit

Deutsche Gesellschaft für Psychiatrie, Psychotherapie und Nervenheilkunde (DGPPN)
04.10.2011 18:33
Eine Ausstellung soll künftig über das Schicksal und Leid von psychiatrischen Patienten in der Zeit des Nationalsozialismus aufmerksam machen. Für das Vorhaben werben zahlreiche Verbände der deutschen Ärzteschaft, darunter die Bundesärztekammer, im Rahmen einer Spendenaktion. Zudem fordern sie die Politik dazu auf, für die Opfer der Psychiatrie im Nationalsozialismus einen würdigen nationalen Informations- und Gedenkort zu schaffen.
Über zwanzig namhafte Verbände der deutschen Ärzteschaft haben am 30. September 2011 in Berlin ihre Spendenaktion „Psychiatrie im Nationalsozialismus – Erinnerung und Verantwortung“ der Öffentlichkeit vorgestellt. Die einzuwerbenden Gelder sollen u.a. für eine Ausstellung verwendet werden, die über den Umgang mit psychisch kranken und geistig behinderten Menschen in der Zeit des Nationalsozialismus informieren soll. Diese soll zunächst in den Räumen der „Stiftung Topographie des Terrors“ in Berlin gezeigt werden, anschließend an verschiedenen Orten in Deutschland und in Europa. Daneben sollen umfassende, öffentlich zugängliche Datenbanken entstehen, die die Namen und Schicksale von Opfern, aber auch die Biografien von Tätern enthalten. Damit möchten die beteiligten Verbände über das Leid der Opfer der Psychiatrie im Nationalsozialismus informieren und ihnen ein anhaltendes, würdiges Gedenken schaffen. Denn in die Zeit des Nationalsozialismus fällt das dunkelste Kapitel der Psychiatrie: Mindestens 250.000 psychisch Kranke und Behinderte fielen dem sogenannten „Euthanasieprogramm“ zum Opfer. Psychiater waren maßgeblich an der Zwangssterilisierung von mehr als 360.000 vor allem psychisch kranker und geistig behinderter Menschen beteiligt. Jüdische und politisch missliebige Psychiater wurden verfolgt und aus Deutschland vertrieben
Über die Verbrechen der Psychiatrie im Nationalsozialismus aufklären und den Opfern gedenken

2011-09-14

NS-Verbrechen: Kein Geld für Aufarbeitung der Nazizeit im Märkischen Kreis - Märkischer Kreis - DerWesten

NS-Verbrechen Kein Geld für Aufarbeitung der Nazizeit im Märkischen Kreis

Märkischer Kreis, 13.09.2011, Volker Lübke
Im sächischen Pirna erinnert eine Gedenkstätte an die Opfer der so genannten „Euthanasie-Aktion“ der Nationalsozialisten. Rund 15 000 Menschen wurden in der Heil- und Pflegeanstalt Pirna-Sonnenstein 1940/41 vergast. Aufklärung über die Verbrechen, die während der Nazizeit im Märkischen Kreis begangen worden sind, und die Rolle der Gesundheitsämter fordern Historiker aus Lüdenscheid und die Linken. Foto: Norbert Millauer/ddp
Im sächischen Pirna erinnert eine Gedenkstätte an die Opfer der so genannten „Euthanasie-Aktion“ der Nationalsozialisten. Rund 15 000 Menschen wurden in der Heil- und Pflegeanstalt Pirna-Sonnenstein 1940/41 vergast. Aufklärung über die Verbrechen, die während der Nazizeit im Märkischen Kreis begangen worden sind, und die Rolle der Gesundheitsämter fordern Historiker aus Lüdenscheid und die Linken. Foto: Norbert Millauer/ddp
Märkischer Kreis. Historiker aus Lüdenscheid und die Linken im Kreistag wollen wissen, welche Rolle die Gesundheitsämter im heutigen Märkischen Kreis während der Nazizeit gespielt haben. Landrat Thomas Gemke sieht keine Möglichkeit, diesen Teil der Geschichte aufzuarbeiten und verweist auf die leeren Kassen des Kreises.
Mehr als 200 Menschen wurden zwischen 1934 und 1938 in Lüdenscheid zwangssterilisiert. Mindestens 56 psychisch Kranke oder Behinderte ermordet. Verantwortlich dafür war das Lüdenscheider Gesundheitsamt, weiß der Historiker Matthias Wagner. Der Iserlohner Arzt Dr. Hugo Fuchs nahm sofort nach 1933 mindestens 210 Zwangssterilisationen am Bethanien-Krankenhaus vor, fand Stadtarchivar Götz Bettke heraus. Wie viele Menschen auf diese Weise zu Opfern der Rassegesetze der Nazis wurden, ist bis heute nicht flächendeckend erforscht. Umso wichtiger sei es, die Rolle der Gesundheitsämter vor Ort aufzuarbeiten, sagt Matthias Wagner.
Einen offenen Brief, in dem der Lüdenscheider zusammen mit Wolfgang Fastenrath im August einen Nachruf der Kreisverwaltung auf einen ehemaligen Mitarbeiter des Gesundheitsamtes kritisierten, beantwortete Landrat Thomas Gemke nicht. Manfred Kunkel, Fraktionssprecher der Linken im Kreistag, machte daraus umgehend eine offizielle Anfrage.

NS-Verbrechen: Kein Geld für Aufarbeitung der Nazizeit im Märkischen Kreis - Märkischer Kreis - DerWesten

2011-08-30

Disability Law News: Human Rights Organisations Oppose the Forced Sterilisation of Women with Disabilities in France

Thursday, August 25, 2011


Human Rights Organisations Oppose the Forced Sterilisation of Women with Disabilities in France

An alliance of human rights groups has spoken out against the forced sterilisation of women with mental disabilities in France. See here and here. Last week the Center for Reproductive Rights, European Disability Forum, Interights, International Disability Alliance and Mental Disability Advocacy Center; submitted written comments to the European Court of Human Rights in the case of Gauer and Others v France (Application no 61521/08). A copy of the written comments is available here. Gauer and Others v France is a case involving five women with intellectual disabilities who were forcibly sterilised. The decision of the European Court of Human Rights will be an important statement on the reproductive rights of persons with disabilities and the positive obligations on the States in safeguarding persons with disabilities against abuse.
The European Court of Human Rights has used the UN Convention on the Rights of Persons with Disabilities (CRPD) as an interpretive aid to the European Convention on Human Rights and it is clear that the ECHR has been edging closer to the philosophy of legal capacity as set out in Article 12 of the CRPD. In Shtukaturov v Russia the ECtHR stated “…the existence of a mental disorder, even a serious one cannot be the sole reason to justify full incapacitation”. This was an important statement by the ECtHR acknowledging that there was a lack of proportionality in the legal response to the person’s capacity in that case. Moreover, the Shtukaturov decision is important in that ECtHR acknowledges that the deprivation of legal capacity constitutes a serious intrusion into a persons right to respect for their private and family life under Article 8 and domestic legislation has to provide “a tailored-made response” in this area. So this case will provide an invaluable opportunity for the Court to engage with the CRPD and further develop its jurisprudence on the right to legal capacity. Other human rights that will be engaged under the European Convention on Human Rights include:
  • Article 3 (prohibition of torture)
  • Article 8 (right to respect for private and family life)
  • Article 13 (right to an effective remedy)
  • Article 14 (Prohibition of discrimination)

Disability Law News: Human Rights Organisations Oppose the Forced Sterilisation of Women with Disabilities in France

2011-04-11

BIZEPS-INFO - Broschüre "wertes unwertes Leben"

"Euthanasie", Aktive Sterbehilfe, Zwangssterilisation, "Neue Behindertenfeindlichkeit", "Liegenlassen" von Neugeborenen, verbale und physische Gewalt, Diskriminierungen und Aussonderungen von behinderten Menschen. Allen gemeinsam ist der Begriff der Gewalt.
Die Gewalt hat viele Gesichter: Waren es in der NS-Zeit die Zwangssterilisierungen und Morde in den Gaskammern und Spitälern oder die Abstempelung als "unnütze Esser", so sind es heute die Bedrohung unseres Lebens durch die Thesen von Philosophen und Wissenschaftlern oder die strukturelle Gewalt, der behinderte Menschen in Heimen und anderen Sondereinrichtungen, bei sozialen Diensten oder bei baulichen Barrieren im gesamten Lebensbereich ausgeliefert sind.
Wir sollten uns keiner Täuschung hingeben, auch nicht benutzbare Busse sind Gewalt genauso wie ein Telefonsystem, welches von Gehörlosen nicht verwendet werden kann. Aber auch die Mißachtung der Bürgerrechte Behinderter oder das nicht-ernst-Nehmen von uns, dem wir in unserem Alltag auf Schritt und Tritt begegnen.
Gefahr droht uns auch, das haben wir aus der Vergangenheit gelernt, durch das zunehmende Kosten-Nutzen-Denken in unserer Gesellschaft. Aber auch wer in der Politik ist und Gewalt verniedlicht oder zerreden will oder wer durch sein Auftreten ein Klima der Gewalt fördert oder sie zuläßt, ist mitverantwortlich!
Die Gewalt an behinderten Menschen hat viele Gesichter und ist mit dem Ende des "3. Reichs" keineswegs vom Erdboden verschwunden
BIZEPS-INFO - Broschüre "wertes unwertes Leben"

2011-04-10

AG Bund der "Euthanasie"-Geschädigten und Zwangssterilisierten (BEZ): Ausstellung des BEZ

BEZ-Wanderausstellung "Lebensunwert - zerstörte Leben"

Titelbild Ausstellungsflyer
Die Arbeitsgemeinschaft Bund der "Euthanasie"-Geschädigten und Zwangssterilisierten e.V. (BEZ), bis Ende 2009 bekannt als Bund der "Euthanasie"-Geschädigten und Zwangssterilisierten e.V. (BEZ), bietet eine Wanderausstellung "Lebensunwert - zerstörte Leben" an. Sie umfasst 15 Tafeln im Format DIN A0 und kann bei uns ausgeliehen werden. Mehr dazu im Infoflyer unten.
Falls Sie Interesse daran haben, diese Ausstellung auch in Ihrer Stadt zu zeigen, nehmen Sie einfach Kontakt mit uns auf. Wir werden alles weitere persönlich mit Ihnen besprechen. Gerne vermitteln wir auch Zeitzeugen für Gespräche.

AG Bund der "Euthanasie"-Geschädigten und Zwangssterilisierten (BEZ): Ausstellung des BEZ

2011-04-04

Auseinandersetzung mit der Vergangenheit - 50 Jahre Lebenshilfe

Auseinandersetzung mit der Vergangenheit

Mehr als drei Jahrzehnte nach ihrer Gründung holte die Lebenshilfe die Vergangenheit zweier Gründungsmitglieder ein. Sensibilisiert durch die "Singer-Affäre" wendete sich die kritische Öffentlichkeit 1992 zwei Gründern der Lebenshilfe zu, Prof. Werner Villinger (1887-1961) und Prof. Hermann Stutte (1909–1982).

Auch die Lebenshilfe formulierte „Unbehagen“ und „kritische Fragen“ zu früheren Arbeiten Stuttes in der NS-Zeit . Stutte hatte als Villingers Mitarbeiter nach dem Krieg in Marburg die Kinder- und Jugendpsychiatrie der Philipps-Universität Marburg aufgebaut. Beide Wissenschaftler waren während der NS-Herrschaft aktiv in das Programm zur Verhütung erbkranken Nachwuchses eingebunden.

Während Villingers Zeit als Chefarzt in Bielefeld-Bethel (1934–40) wurden rund 1000 Zwangssterilisationen durchgeführt. Seit 1937 in der NSDAP, wurde Villinger 1940 Ordinarius für Psychiatrie und Nervenheilkunde an der Universität Breslau. Ab 1941 war er „Euthanasie“-Gutachter. Nach dem Krieg setzte Villinger seine Karriere nahtlos fort. 1946 wurde er ordentlicher Professor und Leiter der Nervenklinik der Marburger Philipps-Universität, 1955/56 war er deren Rektor. Kurz nach der Gründung der Lebenshilfe 1958 wurde Villinger Vorsitzender des Wissenschaftlichen Beirats.
Auseinandersetzung mit der Vergangenheit - 50 Jahre Lebenshilfe
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