Zum Gemeinwesen hin öffnen
Mariaberg.
Zum zweiten Mal fand kürzlich ein Mariaberger Stadtteilforum mit Podiumsdiskussion statt. Norbert Peichl, Bereichsmanager bei der LWV-Eingliederungshilfe referierte zum Thema "Inklusion und Gemeinwesen".
Im Anschluss an den Vortrag nutzten die rund 60 Gäste des Abends die Möglichkeit, das Thema intensiv mit Bürgermeister Holger Jerg, Mariabergs Vorstandssprecher Thilo Rentschler, Dieter Frech, Vorsitzender der Mitarbeitervertretung, Eberhard Stotz, Geschäftsführer des Mariaberger Geschäftsfeldes Wohnen plus und Dr. Martin Menzel, Chefarzt und Geschäftsführer des Mariaberger Fachkrankenhauses für Kinder- und Jugendpsychiatrie zu diskutieren.
Das Thema behandelte die notwendigen Veränderungen in den Einrichtungen der Behindertenhilfe und in der Gesellschaft bei der Umsetzung der UN-Behindertenrechtskonvention in Deutschland. Unter anderem werden in diesem Zusammenhang große Teile der stationären Wohnplätze von Menschen mit Behinderung aus den bisherigen, zentralen Standorten der Einrichtungen in die Gemeinden verlagert. Dazu kommt oft ein Wandel von der stationären zur ambulanten Betreuung.
Norbert Peichl mahnte in diesem Zusammenhang eine neue Sozialraumorientierung an. "Die Einrichtungen müssen sich zum Gemeinwesen hin öffnen", forderte er.
Eine enge Vernetzung der Einrichtungsangebote mir ehrenamtlichem und nachbarschaftlichem Engagement müsse geschaffen werden. Die neuen dezentralen Betreuungsangebote seien durch soziale Netze und bürgerschaftliches Miteinander zu verankern. Nicht mehr die Institution sei Ausgangspunkt der Betreuung, sondern der Stadtteil, die Nachbarschaft sowie die Bewältigungsprobleme und Bewältigungsressourcen ihrer Bürger. Die De-Institutionalisierung der Wohnangebote sei unvermeidbar, um nicht Strukturen der Einrichtungen auf die neuen Wohnformen zu übertragen und damit ein normal-nachbarschaftliches Verhältnis unmöglich zu machen.
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